Philosophen und Wissenschaftler diskutieren KI-Ethik im Vatikan und Rom; Dennett-Preis an Nicholas Humphrey

Vatikan: Konferenz über ethische Schlüsselfragen

Vatikan: Konferenz über ethische Schlüsselfragen

Über die Grenze zwischen Mensch und Maschine diskutieren im Vatikan und in Rom Philosophen und Wissenschaftler. Sie nehmen an der internationalen KI-Konferenz „Creativity: Minds and Machines“ teil, die vom „International Center for Consciousness Studies“ (ICCS) organisiert wurde.

Schwerpunkte der dreitägigen Konferenz (1.-3. September) sind die Themen KI-Begleiter, Einsamkeit, Kreativität und Bewusstsein. KI und Maschinen dringen zunehmend in Bereiche ein, „die wir als zutiefst menschlich betrachtet haben“, heißt es dazu in einer Presseerklärung der Veranstalter - „von Beziehungen über Kreativität bis hin zu Identität und Bewusstsein“.

Können wir uns in eine künstliche Intelligenz verlieben? Kann ein KI-Begleiter ein Gegenmittel gegen Einsamkeit sein oder besteht die Gefahr, dass er nach und nach menschliche Beziehungen ersetzt? Und wenn eine Maschine in der Lage ist, etwas zu erschaffen, sich an das zu erinnern, was wir ihr erzählen, und uns kennenzulernen – wo verläuft dann die Grenze zwischen künstlicher Intelligenz und menschlichem Verstand? Wenn eine Maschine etwas schafft, wer ist dann wirklich der Urheber?

Über solche und ähnliche umstrittene Fragen im Zusammenhang mit KI diskutieren bei der Konferenz Philosophen, Kognitionswissenschaftler, Forscher und Experten für künstliche Intelligenz aus verschiedenen Ländern. Laut Plan sind die ersten zwei Konferenztage in der Casina Pio IV im Vatikan angesetzt. Der letzte Konferenztag, 3. September, findet im römischen Campidoglio statt. Dort soll Nicholas Humphrey, britischer Theoretiker der Psychologie und einer der international renommiertesten Forscher auf dem Gebiet des Bewusstseins, den Dennett-Preis entgegennehmen und den Vortrag „Consciousness and the Soul: the reality of an illusion“ halten.

Die Veranstaltung ist Teil von „Creativity: Minds and Machines“, der dritten internationalen Konferenz des International Center for Consciousness Studies (ICCS). Das an der Universität von Arizona angesiedelte ICCS wurde von dem russischen Philosophen und Technologieunternehmer Dmitry Volkov und den beiden italienischen Philosophen und Kognitionswissenschaftlern Pietro Perconti und Alessio Plebe gegründet, um den internationalen und interdisziplinären Austausch über die großen Fragen rund um Geist und Bewusstsein zu fördern.

Papst Leo hat mit seiner Enzyklika „ Magnifica humanitas “ auf Basis der Katholischen Soziallehre aktuelle ethische Herausforderungen im Zusammenhang mit KI thematisiert und wertebasierte Regeln und gesellschaftliche Kontrolle beim Einsatz von KI angemahnt.

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