FC Carl Zeiss Jena besiegt VSG Altglienicke 1:0 im Ernst-Abbe-Sportfeld, Jena; erster Sieg im zwölften Anlauf

Der FCC ringt die VSG nieder: 1:0 Sieg gegen Altglienicke

Nach 90 Minuten ist der Fluch besiegt! Der FC Carl Zeiss Jena gewinnt im zwölften Anlauf erstmals und verdient gegen die VSG Altglienicke und springt in der Tabelle auf den fünften Platz

Unmittelbar vor dem Anpfiff war die Stimmung im Ernst- Abbe- Sportfeld zunächst gedrückt. In einer Schweigeminute wurde mit Eberhard „Matz“ Vogel einer der größten Vereinslegenden unseres FCC gedacht, der am gestrigen Dienstag im Alter von 83 Jahren nach langer und schwerer Krankheit für immer eingeschlafen ist. Die Mannschaft trug Trauerflor, die Südkurve rollte ein Banner mit der Aufschrift „Machs gut, Matz. Ruhe in Frieden“ aus. Eine geplante Schweigeminute wurde spontan in eine Minute des Applaus umgewandelt. Der Name Eberhard Vogel wird in Jena für immer unvergessen bleiben!

Interimscoach Paul Küas ersetzte die gesperrten Eshele und Reddemann durch Kevin Lankford und Maurice Hehne und wurde an der Seitenlinie tatkräftig durch Ion Lindemann und Rene Lange unterstützt.

Doch rein ins Spiel, welches ehrlicherweise nicht sofort Fahrt aufnehmen konnte. Den ersten Aufreger der Partie gab es nach vier Minuten, als Nils Butzen nach einem harmlosen Trikotzupfer vor der Gegengeraden von Schiedsrichter Tim Gerstenberg früh und vermeintlich überzogen mit dem gelben Karton bestraft wurde.

In der Folge übernahmen die Gäste zwar die Spielkontrolle, konnten aber keine Nennenswerte Torchance erspielen. Dies ermöglichte unseren Jungs eine liebgewonnene Tradition dieser Saison aufrecht zu erhalten und wie in allen sechs Punktspielen zuvor mit 1:0 in Führung zu gehen.

Jean Miguel Boog eroberte im eigenen Sechzehner den Ball und flankte ihn nach vorn. Altglienickes Czyborra sprang im Mittelfeld in Eshele Manier mit der Hand zum Ball, konnte das Leder aber nicht entscheidend abwehren. Timon Burmeister bedankte sich, lief ziemlich allein auf den Strafraum der Gäste zu und hatte viel Zeit darüber nachzudenken, ob er sich nun als Torschütze oder Vorlagengeber in die Statistik eintragen lassen möchte. Am Ende entschied er sich für den direkten Abschluss, welcher trotz Zwicks Berührung den Weg in die Maschen des Tores vor der Südkurve fand. Führung für unsere Farben, eine zusätzliche gelbe Karte für Übeltäter Czyborra gab es nicht.

Der FCC hatte Selbstvertrauen getankt und gestaltete das zweite Drittel des ersten Durchgangs nun deutlich offensiver. Doch sowohl ein Volley Versuch von Jannes Werner, als auch Kevin Lankfords Abschluss von der Strafraumkante stellten keine besondere Gefahr für das Gästetor dar.

Fast bis zur Halbzeit erspielten sich beide Teams weitere Torszenen, können Liesegang auf unserer und Zwick auf Seiten der Gäste aber nicht überwinden… zumindest bis in der 45. Minute ein Eckball der Randberliner von Brooks mustergültig in Richtung langer Pfosten befördert wird und dort auch im Tornetz einschlägt. Während die weiße Spielertraube zum Jubeln ansetzte, Emeka Oduah dies sogar für eine kleine Provokation gegenüber der Nordkurve nutzte, hob Assistent Max Göldner entschieden die Fahne und wies seinen Chef Tim Gerstenberg auf eine Abseitsposition im Blickfeld Liesegangs hin. Der Treffer zählte nicht! Aufatmen im weiten Rund!

Doch der Pausentee musste in der Kabine noch weiter abkühlen. Die Gäste hatten Blut geleckt und spielten sich nur zwei Minuten später gefährlich in unseren Strafraum, wo Marius Liesegang, wie schon am Freitag in Chemnitz, im 1 gegen 1 sein ganzes können aufbot und den Ausgleich verhinderte.

Der erste Durchgang endete mit eher unschönen Szenen. Nach einem überharten Foul im Mittelfeld bekommt Sydney Sylla nur den gelben Karton. In Folge des Richtung Eckfahne ausgeführten Freistoßes lässt sich auch der ehemalige blaugelbweiße Ugur Tezel zu einem bösen Foul verleiten und sah ebenfalls den gelben Karton. Als Altglienickes erstligaerfahrener Innenverteidiger Schrank dann auch noch unaufhörlich mit dem Schiedsrichter diskutierte, war die dritte gelbe Karte für die Gäste binnen weniger Sekunden eingetütet. Dies war Gerstenbergs vorletzte Aktion des ersten Durchgangs. Anschließend durften die Spieler den wohlverdienten Gang in die Kabinen antreten.

Paul Küas musste zur Pause wechseln. Torschütze Burmeister konnte nach einem Zweikampf im Mittelfeld kurz vor dem Seitenwechsel nicht weiter machen und wurde durch Luca Wollschläger ersetzt.

Beide Teams zeigten auch im zweiten Durchgang gefälligen Angriffsfussball. Vorallem der Nimmermüde Jonas Saliger brach für die Gäste immer wieder durch unsere Abwehrreihe, doch weder seine Versuche noch die durchaus gefährlich ausgeführten Eckbälle konnten Liesegang gefährlich werden.

Nach einer knappen Stunde zeigten auch unsere Jungs sich wieder mal torgefährlich. Zunächst zog Talabidi in seinem unverkennbaren Stil über die linke Außenbahn und bediente den gut positionierten Löder, der seinen Schuss aber völlig verzog. Nur Sekunden später eroberten wir uns den Ball zurück, doch Jannes Werner schoss über das Gehäuse von Luis Zwick.

Die letzte halbe Stunde begann mit der Einwechslung von Tristan Teuber für seinen auch heute wieder extrem fleißigen Kollegen Emilio Munser.

Die Gäste hingegen wurden zunehmend nervöser, diskutierten auf und neben dem Platz, was Schiedsrichter Gerstenberg auch zu zwei gelben Karten gegen die Bank der VSG zwang.

In den letzten 20 Minuten wiederholten sich die Aktionen nahezu identisch im drei Minuten Takt. Die VSG rannte an, wollte den Ausgleich, konnte aber kaum Torgefahr entwickeln. Unsere Farben hingegen konterten, nutzten den freien Platz den vor allem der zur Halbzeit gekommene Wollschläger seinen Mitspielern schaffte und kam mit Löder und vorallem Teuber immer wieder zum Abschluss. Das Tristan Teuber, der morgen seinen 18. Geburtstag feiert, am Ende vier bis fünfmal an Zwick scheitert, darf seine Leistung nicht trüben. Die Entlastung die er im Zusammenspiel mit Wollschläger für den Rest der Mannschaft brachte, war schier unbezahlbar.

Die Dramaturgie glich der vom Freitag, doch diesmal sollte es unserer tapfer kämpfenden Mannschaft, bei der gegen Ende kaum noch ein Spieler ohne gelben Karton auf dem Feld war, gelingen, die Führung über die Zeit zu bringen! Dieser Mannschaft, Interimstrainer Paul Küas und das Trainerteam um Rene Lange, Ion Lindemann und den heute gesperrten Chefcoach Marco Grote war es gelungen die VSG Altglienicke zu besiegen. Im zwölften Anlauf, sieben mal hatten wir bisher zumindest einen Punkt verzeichnen können, gelang dem FC Carl Zeiss Jena der Sieg gegen die Randberliner. Das darf gefeiert werden, wird schließlich auch der jüngste im Kader nur wenige Stunden nach Abpfiff volljährig.

Der FC Carl Zeiss Jena steht nach 7 Spielen mit vier Punkten Rückstand auf die Tabellenspitze auf dem fünften Platz. Am Sonntag geht es in der Geburtsstadt unseres Vereinsnamensgebers in der zweiten Runde des Landespokals zur Sache. Ab 14 Uhr ist der FCC auf dem Weimarer Lindenberg zu Gast.

FC Carl Zeiss Jena: Liesegang - Butzen (C), Hehne, Boog, Talabidi- Fritz, Werner( 69. Ajvazi)- Burmeister (46. Wollschläger), Lankford, Munser (60. Teuber) – Löder (83. Hoppe)

VSG Altglienicke: Zwick - Czyborra, Brooks, Sonneberg, Tezel- Rieder(C), Sylla (80. Türpitz), Hartl (69. Kizildemir)- Saliger (80. Billand), Nietfeld, Oduah (59. Ibrahimi)

gelbe Karten: Butzen (4.) Boog (48.) Fritz (76.) Ajvazi (81.) Wollschläger (82.) Teuber (85.)

Sylla (45.) Tezel (45.) Brooks (45.)