Drei Freiburger Museen bieten freien Eintritt am Tag des offenen Denkmals in Freiburg; Motto: Netz-Werke – Denkmale & Infrastruktur
Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September - www.freiburg.de - Rathaus und Politik/Presse/Pressemitteilungen
Pressemitteilung vom 3. September 2026
Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September
Freier Eintritt ins Augustinermuseum, Archäologische Museum Colombischlössle und Dokumentationszentrum Nationalsozialismus
Zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 13. September, von 10 bis 17 Uhr öffnen das Archäologische Museum Colombischlössle (Rotteckring 5) das Dokumentationszentrum Nationalsozialismus (Rotteckring 14) und das Augustinermuseum am Augustinerplatz bei freiem Eintritt ihre Türen. Das diesjährige Motto lautet „Netz-Werke: Denkmale & Infrastruktur“. Es soll aufzeigen, wie Denkmale Infrastrukturen tragen, prägen und ermöglichen – in Vergangenheit und Gegenwart.
Warum sind Denkmale heute so wichtig? Was verbirgt sich hinter den historischen Gemäuern des Augustinermuseums? Wer war die Gräfin Maria Antonia Gertrudis de Colombi y de Bode, die sich am Rotteckring ein Schloss bauen ließ? Warum hängen über einer Tür am DZNS olympische Ringe? Die drei Häuser laden Groß und Klein zu spannenden Themenführungen und kreativen Mitmachaktionen ein.
Im Augustinermuseum können Besucher*innen bei Führungen um 10.15, 12.15 und 14.15 Uhr die Geschichte des Hauses entdecken. Was erzählen Wandmalereien, Rußspuren und ein mittelalterliches Wachstäfelchen über das Leben der Augustinereremiten in der ehemaligen Klosteranlage? Um 16 Uhr findet die Führung mit Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache statt. Bei Führungen um 10.30, 12.30 und 14.30 Uhr begeben sich Familien mit Kindern auf die Spuren der Mönche und erkunden das historische Gebäude. Inspiriert vom ehemaligen Kloster und seiner Verwandlung zum Museum gestalten Kinder und Erwachsene in der Kreativwerkstatt im Frei-Raum von 11 bis 16.30 Uhr eigene kleine (T)raumkunstwerke aus Papier.
Die historischen Gebäudeteile des Augustinermuseums blicken auf eine 800-jährige Geschichte zurück. Im 13. Jahrhundert als Klosteranlage der Augustinereremiten errichtet und später vom Franziskanerorden übernommen, erlebte das Gebäude im 19. Jahrhundert einen Wandel vom Militärstandort zum Theater. Anfang des 20. Jahrhunderts begann die Umplanung zum Museum, das 1923 eröffnet wurde. Mit dem 2002 beschlossenen Umbau ist die Geschichte des Museums nun um ein weiteres Kapitel ergänzt: Seit dem Frühjahr 2026 ist das denkmalgeschützte Gebäude vollständig erneuert. Modern, barrierearm, interaktiv und partizipativ präsentiert es auf rund 3400 Quadratmetern Kunst- und Kulturgeschichte der Region und verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Das Programm im Dokumentationszentrum Nationalsozialismus
Im DZNS steht bei einer Führung um 10.30 Uhr das denkmalgeschützte Gebäude im Fokus. Welche Spuren entdecken die Besucher*innen im einstigen Luftschutzkeller? Was macht ein Verkehrsamt zu einem denkwürdigen Ort? Um 13.30 Uhr findet die Führung mit Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache statt
Wer die Sonderausstellung „Ende der Zeitzeugenschaft?“ besuchen möchte, hat am Tag des offenen Denkmals die letzte Chance dazu. Die Führung um 10.30 Uhr gibt einen Einblick in das Thema Erinnern an den Holocaust. Eine weitere Besonderheit: Das Wandgemälde von Theodor Kammerer, das beim Bau des DZNS freigelegt wurde, ist an diesem Tag vollständig ohne Verdeckung zu sehen. Um 11.30 und 15 Uhr können Besuchende mehr darüber erfahren und miteinander ins Gespräch kommen. Kurzführungen um 13 und 16 Uhr widmen sich dem historischen Luftschutzkeller. Familien mit Kindern ab 8 Jahren gehen bei einer Führung um 14.30 Uhr auf Spurensuche durch das historische Gebäude. Von 10 bis 17 Uhr können Groß und Klein bei einer Rallye mit dem Memo-Marder die Geschichte des Hauses erkunden oder sich bei der Denk-Mal-Werkstatt zu Denkmalen aus Stein, Papier und digitalen Quellen informieren und selbst kreativ werden.
Das DZNS widmet sich seit 2025 im ehemaligen Verkehrsamt von 1936 auf drei Etagen der NS-Geschichte der Stadt. Neben der Dauerausstellung und einer Sonderausstellungsfläche gibt es in dem Gebäude Seminarräume und Büros sowie Raum für einen Teil der Gertrud-Luckner-Bibliothek. In der Dauerausstellung eröffnen Objekte und Biografien Einblicke in die Zeit des Nationalsozialismus, der Verfolgung und des Widerstands in Freiburg. Der Gedenkraum im Innenhof erinnert an die Menschen, die in Freiburg und der Region verfolgt und ermordet wurden.
Das Programm im Archäologischen Museum Colombischlössle
Im ArCo tauchen Interessierte bei einer Führung um 10.30 Uhr mit Übersetzung in Deutsche Gebärdensprache in die bewegte Geschichte des Colombischlössle ein. Sie erfahren mehr zur Architektur und Nutzung des Gebäudes – vom Traumhaus einer spanischen Gräfin bis hin zum archäologischen Schaufenster in die Vergangenheit und Gegenwart der Region. Um 12.30, 13.30 und 15.30 Uhr gibt es die Führung im halbstündigen Kurzformat ohne Übersetzung in DGS. Die Familienführungen um 11, 13 und 15 Uhr zeigen, was die Weinreben rund ums Schlössle mit den Römer*innen zu tun haben und wie schon vor 2000 Jahren ein Netzwerk entstand, das Menschen, Waren und Ideen zusammenbrachte.
Das Colombischlössle, eine von 1859 bis 1861 im Stil englischer Neugotik erbaute Villa, entstand nach Plänen des Freiburger Architekten Georg Jakob Schneider (1809–1883). Das Gebäude steht auf der einstigen Bastion St. Louis, einem der wenigen Reste der Stadtbefestigung von Vauban aus dem 17. Jahrhundert. Die Villa wurde nach ihrer Bauherrin, der Gräfin Maria Antonia Gertrudis de Colombi y de Bode (1809–1863), benannt. Von 1909 bis 1924 war hier die städtische Altertümersammlung zu sehen. Es folgten Nutzungen als Hochbau- und Standesamt. Von 1947 bis 1952 regierte Leo Wohleb vom Colombischlössle aus den selbstständigen Staat Baden. Danach zogen das Stadtarchiv und das Oberlandesgericht ein. Seit 1983 zeigt das Museum für Ur- und Frühgeschichte hier seine Schätze. 2007 wurde es in „Archäologisches Museum Colombischlössle“ umbenannt.
Ziel des Tages des offenen Denkmals ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren, Interesse für den Erhalt historischer Orte zu wecken und die gesellschaftliche Relevanz von Denkmalpflege in den Fokus zu rücken. Der Tag des offenen Denkmals wird seit 1993 bundesweit durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz koordiniert.
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