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title: "G-BA beschloss Aufnahme von Imlunestrant in Anlage XII der AM-Richtlinie in Deutschland; Zusatznutzen nicht belegt"
sdDatePublished: "2026-09-03T13:18:00Z"
source: "https://www.g-ba.de/downloads/39-261-7993/2026-09-03_AM-RL-XII_Imlunestrant_D-1313.pdf"
topics:
  - name: "healthcare policy"
    identifier: "medtop:20000479"
  - name: "pharmaceutical"
    identifier: "medtop:20000223"
  - name: "medical research"
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locations:
  - "Berlin"
  - "Germany"
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G-BA beschloss Aufnahme von Imlunestrant in Anlage XII der AM-Richtlinie in Deutschland; Zusatznutzen nicht belegt

Beschluss

1

Beschluss

des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung
der Arzneimittel-Richtlinie:
Anlage XII – Nutzenbewertung von Arzneimitteln mit neuen
Wirkstoffen nach § 35a des Fünften Buches Sozialgesetzbuch
(SGB V)
Imlunestrant (Mammakarzinom, ER+, HER2-, mit ESR1-
Mutation, progredient nach einer endokrinen Vortherapie)
Vom 3. September 2026
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat in seiner Sitzung am 3. September 2026
beschlossen, die Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) in der Fassung vom 18. Dezember 2008/22.
Januar 2009 (BAnz. Nr. 49a vom 31. März 2009), die zuletzt durch die Bekanntmachung des
Beschlusses vom T. Monat JJJJ (BAnz AT TT.MM.JJJJ BX) geändert worden ist, wie folgt zu
ändern:
I. In Anlage XII werden in alphabetischer Reihenfolge Angaben zu dem Wirkstoff
Imlunestrant wie folgt eingefügt:

2

Imlunestrant

Beschluss vom: 3. September 2026
In Kraft getreten am: 3. September 2026
BAnz AT TT. MM JJJJ Bx

Anwendungsgebiet (laut Zulassung vom 9. Januar 2026):
Inluriyo ist angezeigt als Monotherapie zur Behandlung erwachsener Patienten mit
Östrogenrezeptor
(ER)-positivem,
HER2-negativem,
lokal
fortgeschrittenem
oder
metastasiertem Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation, deren Erkrankung nach
einer vorherigen endokrinen Therapie progredient ist.
Bei prä- oder perimenopausalen Frauen sowie Männern ist Inluriyo mit einem
Luteinisierungshormon-Releasinghormon-(LHRH)-Agonisten zu kombinieren.
Anwendungsgebiet des Beschlusses (Beschluss vom 3. September 2026):
Siehe Anwendungsgebiet laut Zulassung.
1. Zusatznutzen des Arzneimittels im Verhältnis zur zweckmäßigen Vergleichstherapie
a1) Frauen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem
Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation, deren Erkrankung nach einer (neo-)
adjuvanten endokrinen Therapie progredient ist; bisher keine Behandlung im lokal
fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium
Zweckmäßige Vergleichstherapie:
-
Tamoxifen
(kommt
nur
für
prämenopausale
Patientinnen,
die
in
der
vorausgegangenen (neo-) adjuvanten endokrinen Therapie kein Tamoxifen erhalten
haben; nur für postmenopausale Patientinnen, wenn Aromatasehemmer nicht
geeignet sind, infrage)
oder
-
Letrozol
oder
-
Exemestan (kommt nur für Patientinnen mit Progress nach einer Antiöstrogen-
Behandlung infrage)
oder
-
Anastrozol
oder
-
Fulvestrant
oder
-
Everolimus in Kombination mit Exemestan (kommt nur für Patientinnen ohne
symptomatische viszerale Metastasierung, nachdem es zu einer Progression nach
einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer gekommen ist, infrage)
oder
-
Ribociclib in Kombination mit einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer
(Anastrozol, Letrozol)

3

oder
-
Abemaciclib in Kombination mit einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer
(Anastrozol, Letrozol)
oder
-
Palbociclib in Kombination mit einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer
(Anastrozol, Letrozol)
oder
-
Ribociclib in Kombination mit Fulvestrant
oder
-
Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant
oder
-
Palbociclib in Kombination mit Fulvestrant

Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens von Imlunestrant gegenüber der
zweckmäßigen Vergleichstherapie:
Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.

a2) Männer mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem
Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation, deren Erkrankung nach einer (neo-)
adjuvanten endokrinen Therapie progredient ist; bisher keine Behandlung im lokal
fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium
Zweckmäßige Vergleichstherapie:
-
Tamoxifen
oder
-
Palbociclib in Kombination mit einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer
(Anastrozol, Letrozol)

Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens von Imlunestrant gegenüber der
zweckmäßigen Vergleichstherapie:
Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.

4

b1) Frauen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem
Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation, deren Erkrankung nach einer
endokrinen Therapie, welche im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium
erfolgte, progredient ist
Zweckmäßige Vergleichstherapie:
Individualisierte Therapie unter Berücksichtigung eines Wechsels der endokrinen
Therapie auf
-
Tamoxifen
-
Letrozol
-
Exemestan
-
Anastrozol
-
Fulvestrant
-
Everolimus in Kombination mit Exemestan (kommt nur für Patientinnen ohne
symptomatische viszerale Metastasierung, nachdem es zu einer Progression nach
einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer gekommen ist, infrage)
-
Ribociclib in Kombination mit einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer
(Anastrozol, Letrozol)
-
Abemaciclib in Kombination mit einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer
(Anastrozol, Letrozol)
-
Palbociclib in Kombination mit einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer
(Anastrozol, Letrozol)
-
Ribociclib in Kombination mit Fulvestrant
-
Abemaciclib in Kombination mit Fulvestrant
-
Palbociclib in Kombination mit Fulvestrant

Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens von Imlunestrant gegenüber der
zweckmäßigen Vergleichstherapie:
Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen.

b2) Männer mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem
Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation, deren Erkrankung nach einer
endokrinen Therapie, welche im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium
erfolgte, progredient ist
Zweckmäßige Vergleichstherapie:
Individualisierte Therapie unter Berücksichtigung eines Wechsels der endokrinen
Therapie auf
-
Tamoxifen
-
Aromatasehemmer in Kombination mit einem GnRH-Analogon
-
Fulvestrant
-
Palbociclib in Kombination mit einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer
(Anastrozol, Letrozol)

5

Ausmaß und Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens von Imlunestrant gegenüber der
zweckmäßigen Vergleichstherapie:
Ein Zusatznutzen ist nicht belegt.
Studienergebnisse nach Endpunkten:1
a1) Frauen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem
Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation, deren Erkrankung nach einer (neo-)
adjuvanten endokrinen Therapie progredient ist; bisher keine Behandlung im lokal
fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium

Zusammenfassung der Ergebnisse relevanter klinischer Endpunkte
Endpunktkategorie
Effektrichtung/
Verzerrungspotential
Zusammenfassung
Mortalität
↔
Kein für die Nutzenbewertung relevanter
Unterschied.
Morbidität
n. b.
Es liegen keine bewertbaren Daten vor.
Gesundheitsbezogene
Lebensqualität
n. b.
Es liegen keine bewertbaren Daten vor.
Nebenwirkungen
n. b.
Es liegen keine bewertbaren Daten vor.
Erläuterungen:
↑: positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
↓: negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei niedriger/unklarer Aussagesicherheit
↑↑: positiver statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
↓↓: negativer statistisch signifikanter und relevanter Effekt bei hoher Aussagesicherheit
↔: kein statistisch signifikanter bzw. relevanter Unterschied
∅: Es liegen keine Daten vor.
n. b.: nicht bewertbar

Studie EMBER-3:
 Imlunestrant (Arm A) vs.
Fulvestrant oder Exemestan (Arm B) vs.
Imlunestrant + Abemaciclib (Arm C)
 Studiendesign: randomisiert, offen, dreiarmig
 Relevante Teilpopulation: Patientinnen mit aktivierender ESR1-Mutation; Arm A vs.
Arm B
 Relevanter Datenschnitt: Datenschnitt vom 18. August 2025

1 Daten aus der Dossierbewertung des IQWiG (A26-30), sofern nicht anders indiziert.

6

Mortalität
Endpunkt
Imlunestrant
Fulvestrant/Exemestan
Imlunestrant vs.
Fulvestrant/
Exemestan
N
Mediane
Überlebenszeit in
Monaten
[95 %-KI]
Patientinnen und
Patienten mit
Ereignis n (%)
N
Mediane
Überlebenszeit in
Monaten
[95 %-KI]
Patientinnen und
Patienten mit
Ereignis n (%)
HR
[95 %-KI]
p-Werta
Absolute
Differenz (AD)b
Gesamtüberleben

30
28,7 [21,98; n. b.]
12 (40,0)
23
21,4 [15,77; 28,94]
16 (69,6)
0,53
[0,23; 1,23]
0,136c
Morbidität
Endpunkt
Imlunestrant
Fulvestrant/Exemestan
Imlunestrant vs.
Fulvestrant/
Exemestan
N
Mediane Zeit bis
zum Ereignis in
Monaten
[95 %-KI]
Patientinnen und
Patienten mit
Ereignis n (%)
N
Mediane Zeit bis
zum Ereignis in
Monaten
[95 %-KI]
Patientinnen und
Patienten mit
Ereignis n (%)
HR
[95 %-KI]
p-Werta
Absolute
Differenz (AD)b
Progressionsfreies Überleben (PFS), beurteilt durch den Prüfarzt/die Prüfärztin2

30
11,1 [4,67; 13,50]
24 (80,0)
23
5,7 [2,00; 7,33]
21 (91,3)
0,53
[0,29; 0,97]
0,033
AD = 5,4 Monate
Progressionsfreies Überleben (PFS) gemäß BICR2

30
17,3 [5,59; n. b.]
13 (43,3)
23
5,6 [1,97; 7,29]
16 (69,6)
0,44
[0,21; 0,93]
0,027
AD = 11,7 Monate
Stärkster Schmerz (BPI-SF Item 3)
keine geeigneten Daten
Symptomatik (EORTC QLQ-C30, Symptomskalen)
keine geeigneten Daten

2 Daten aus dem Dossier des pharmazeutischen Unternehmers

7

Gesundheitszustand (EQ 5D VAS)
keine geeigneten Daten
Gesundheitsbezogene Lebensqualität
Endpunkt
Imlunestrant
Fulvestrant/Exemestan
Imlunestrant vs.
Fulvestrant/
Exemestan
N
Mediane Zeit bis
zum Ereignis in
Monaten
[95 %-KI]
Patientinnen und
Patienten mit
Ereignis n (%)
N
Mediane Zeit bis
zum Ereignis in
Monaten
[95 %-KI]
Patientinnen und
Patienten mit
Ereignis n (%)
HR
[95 %-KI]
p-Werta
Absolute
Differenz (AD)b
EORTC QLQ-C30 (Funktionsskalen)
keine geeigneten Daten
Nebenwirkungen
Endpunkt
Imlunestrant
Fulvestrant/Exemestan
Imlunestrant vs.
Fulvestrant/
Exemestan
N
Mediane Zeit bis
zum Ereignis in
Monaten
[95 %-KI]
Patientinnen und
Patienten mit
Ereignis n (%)
N
Mediane Zeit bis
zum Ereignis in
Monaten
[95 %-KI]
Patientinnen und
Patienten mit
Ereignis n (%)
HR
[95 %-KI]
p-Werta
Absolute
Differenz (AD)b
Unerwünschte Ereignisse gesamt
keine geeigneten Daten
Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs)
keine geeigneten Daten
Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3)
keine geeigneten Daten
Therapieabbrüche aufgrund von unerwünschten Ereignissen
keine geeigneten Daten
PRO-CTCAE
keine geeigneten Daten

8

a. Wenn nicht anders angegeben: HR und KI aus Cox-Modell, p-Wert aus Log-Rank-Test, jeweils unstratifiziert
b. Angabe zur absoluten Differenz (AD) nur bei statistisch signifikantem Unterschied; eigene Berechnung
c. HR und KI aus Cox-Modell, p-Wert aus Log-Rank-Test, jeweils stratifiziert nach Vorhandensein von
viszeralen Metastasen (ja vs. nein aus IWRS), vorangegangener Behandlung mit CDK4/6-Inhibitoren (ja vs.
nein aus IWRS) und Region (Ostasien vs. Nordamerika/Westeuropa vs. Rest der Welt)

Verwendete Abkürzungen:
AD = Absolute Differenz; BPI-SF = Brief Pain Inventory – Short Form; CDK = Cyclin-abhängige Kinase; CTCAE =
Common Terminology Criteria for Adverse Events (gemeinsame Terminologiekriterien für unerwünschte
Ereignisse); EORTC = European Organisation for Research and Treatment of Cancer; HR = Hazard Ratio; IWRS =
Interactive Web Response System; KI = Konfidenzintervall; N = Anzahl ausgewerteter Patientinnen und
Patienten; n = Anzahl Patientinnen und Patienten mit (mindestens einem) Ereignis; n. b. = nicht berechenbar;
n. e. = nicht erreicht; PRO-CTCAE = Patient-reported Outcome – CTCAE; QLQ-C30 = Quality of Life
Questionnaire-Core 30; RCT = randomisierte kontrollierte Studie; SUE = schwerwiegendes unerwünschtes
Ereignis; UE = unerwünschtes Ereignis; VAS = visuelle Analogskala; vs. = versus

a2) Männer mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem
Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation, deren Erkrankung nach einer (neo-)
adjuvanten endokrinen Therapie progredient ist; bisher keine Behandlung im lokal
fortgeschrittenen oder metastas