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title: "Fraunhofer ISE entwickelt Wärmepumpen-Konzepte in bestehenden Mehrfamilienhäusern; Außen-Demonstrator: Propanbedarf -20%, Effizienz +15%"
sdDatePublished: "2026-09-03T13:03:00Z"
source: "http://www.klimaschutz-niedersachsen.de/aktuelles/Waermepumpen-im-Mehrfamilienhaus-Welche-Loesungen-eignen-sich-fuer-den-Bestand-5418"
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  - "Germany"
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Fraunhofer ISE entwickelt Wärmepumpen-Konzepte in bestehenden Mehrfamilienhäusern; Außen-Demonstrator: Propanbedarf -20%, Effizienz +15%

Wärmepumpen im Mehrfamilienhaus: Welche Lösungen eignen sich für den Bestand - Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen

Wärmepumpen im Mehrfamilienhaus: Welche Lösungen eignen sich für den Bestand

Die Hälfte aller deutschen Wohneinheiten befindet sich in Mehrfamilienhäusern. Daher ist deren Umstellung auf erneuerbare Wärme essenziell für den Erfolg der Energiewende. Herausforderungen wie hohe Heizlasten, schlechte Dämmung, dezentrale Gasthermen (Gasetagenheizungen), Platz- oder Schallschutzprobleme erschweren jedoch den Umstieg auf Wärmepumpen. In einem neuen Forschungsprojekt des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) wurde nun gezeigt, wie sich solche Hürden überwinden lassen.

Die Wissenschaftler des Fraunhofer ISE entwickelten gemeinsam mit 20 Partnerunternehmen verschiedene Konzepte zur Nutzung von Wärmepumpen in bestehenden Mehrfamilienhäusern. Dabei wurde das natürliche Kältemittel Propan („R290“) eingesetzt, das im Gegensatz zu vielen synthetischen Alternativen ein sehr geringes Treibhauspotenzial besitzt. Untersucht wurden reale Gebäude mit Heizlasten zwischen 23 und 93 Kilowatt, sowohl mit Zentralheizungen als auch einzelnen Gasetagenheizungen.

Die Ergebnisse zeigen, dass keine Standardlösung existiert, sondern die Heizungslösung individuell an den Gebäudetyp und die Gebäudeperipherie angepasst werden muss. So eignen sich bei locker bebauten Zeilenhäusern größere Luft-Wasser-Wärmepumpen, während in dichter bebauten Quartieren eher Erdsonden oder Grundwasser als Wärmequellen genutzt werden sollten. Die Warmwasserbereitung kann dabei zentral oder dezentral erfolgen.

Für zentrale Heizsysteme entwickelten die Forschenden u.a. einen Demonstrator zur Außenaufstellung, der die benötigte Propanmenge um 20 Prozent verringerte und die Effizienz um 15 Prozent steigerte. Für Wohnungen mit einzelnen Gasthermen entstand ein kleines Gerät mit 4,9 Kilowatt Leistung, das mit nur 150 Gramm Propan auskommt und in Küchen oder Waschräumen installiert werden kann. Sicherheitskonzepte wurden eingehend geprüft, wobei ein belüftetes Gehäuse als besonders effektiv bestätigt wurde.

Zum Hintergrund: Die EU-Klimapolitik fördert den Einsatz natürlicher Kältemittel wie Propan, indem sie synthetische Kältemittel mit hohem Klimawirkungspotenzial schrittweise einschränkt und ab 2032 bzw. 2035 neue Monoblock- und Split-Wärmepumpen mit solchen Stoffen verbietet. Propan ist von diesen Verboten ausgenommen.

Insbesondere in ländlichen, wenig verdichteten Gebieten sind dezentral betriebene Wärmepumpen nicht nur in Einfamilienhäusern, sondern auch in Mehrfamilienhäusern realistische und kosteneffiziente Optionen, auch in Bestandsgebäuden mit mittlerer Energieeffizienz. Der Abschlussbericht zeigt, dass häufig keine umfassenden Dämmmaßnahmen nötig sind und beschreibt wichtige Planungsaspekte wie Standortwahl, Umweltwärmequelle, Ergänzung durch weitere Wärmeerzeuger sowie Trinkwarmwasserbereitung.

Wichtig: Kommunen spielen hinsichtlich der Umsetzung solcher Konzepte eine entscheidende Rolle! Sie sind es, die i.R.d. Wärmeplanungs-Teilgebiete für netzgebundene oder dezentrale Versorgung (z.B. durch Wärmepumpen) identifizieren und alle relevanten Akteure frühzeitig vernetzen. Wohnungsunternehmen, Energieversorger und lokale Fachunternehmen werden so in den Prozess eingebunden, um passgenaue und sozialverträgliche Lösungen zu entwickeln. Die kommunale Wärmeplanung bietet dafür einen idealen Rahmen und sorgt für Planungssicherheit bei der Umsetzung der Wärmewende in Mehrfamilienhäusern.

0151 526 324 75 georg.schuchardt [at] klimaschutz-niedersachsen.de

Veröffentlicht am: 03. September 2026