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title: "Sachsenforst Neue Forstbezirksstruktur in der Oberlausitz und der Sächsischen Schweiz; Führungsspannen gleichmäßig, kürzere Fahrtwege"
sdDatePublished: "2026-09-03T12:35:00Z"
source: "https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/50094/documents/78992"
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Sachsenforst Neue Forstbezirksstruktur in der Oberlausitz und der Sächsischen Schweiz; Führungsspannen gleichmäßig, kürzere Fahrtwege

Geschäftsbericht 2024

Sachsenforst 2024
Jahresbericht

Maßstab 1 : 850 000
0
5
10
15
20
25
30
35 km
Forstorganisatorische Gliederung

Sitz der Landesforstverwaltung

Sitz der Geschäftsleitung Sachsenforst
	 Forstbezirksgrenze
	 Forstbezirksname
Administrative Gliederung
	 Staatsgrenze
	 Landesgrenze
Waldeigentumsarten
	 Landeswald
	 Körperschaftswald
	 Privatwald
	 Treuhandwald
	 Bundeswald
	 Kirchenwald
Herausgeber: Staatsbetrieb Sachsenforst (SBS), Geschäftsleitung, Bonnewitzer Straße 34, 01796 Pirna OT Graupa
Telefon: +49 3501 542-0, Telefax: +49 3501 542-213, E-Mail: poststelle.sbs@sachsenforst.sachsen.de, www.sachsenforst.de
Redaktion und Gestaltung: SBS, Kompetenzzentrum Wald und Forstwirtschaft, Referat FGIS, Kartographie, Vermessung
Bearbeitungsstand: Forstorganisation: 16.01.2026 Administrative Gliederung: 21.01.2026
Redaktionsschluss: 13.02.2026

Neue Forstbezirksstruktur in der Oberlausitz und der Sächsischen Schweiz | 3
Inhalt
6
Organisationsänderung
Neue Forstbezirksstruktur in der Oberlausitz
und der Sächsischen Schweiz
9
Submission
Spitzenstämme aus Sachsen erzielen hohe Preise
10 Rotwildbericht
Wald und (Rot-)Wild weiterdenken
11 Vorstellung Löschaufsatz Forwarder
Mit geländegängiger Großtechnik gegen Waldbrände
13 Umfangreiche Waldbrandübung in der Sächsischen Schweiz
Realitätsnahe Probe für den Ernstfall
14 Neun Fakten zu Waldbränden in Sachsen
17 Bevölkerungsumfrage
18 Kooperation mit Landestourismusverband
Partnerschaft für naturverträgliche touristische
Waldnutzung
19 Waldpädagogikforum
Umweltbildung im Zeichen sich wandelnder Wälder
20 Sachsenforst, Stadt Bad Elster und Sächsische Staatsbäder
GmbH unterzeichnen Kooperationsvereinbarung
Kur- und Heilwald am Brunnenberg Bad Elster
21 30 Jahre Biosphärenreservat
Meilensteine
23 Reportage:
Bodenständig – Eine Inventur zwischen Wald,
Labor und Datenbank

Liebe Leserin, lieber Leser,
im Jahr 2024 wurden die Weichen bei Sachsenforst weiter in Richtung
Zukunft gestellt.
Da brachte Anfang des Jahres vor allem die umgestaltete Organisati­
onsstruktur in Ostsachsen eine Reihe an Änderungen und damit auch
Herausforderungen. Die Nationalparkverwaltung wurde in diesem
Zusammenhang zur Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische
Schweiz (NLPFV). Der sehr große Forstbezirk Oberlausitz wurde entspre­
chend der naturräumlichen Gliederung geteilt und hat nun mit verrin­
gertem Flächenumfang seinen Schwerpunkt im Tiefland. Der südliche
Teil wurde dem Forstbezirk Neustadt zugeordnet, der jetzt den Teil der
Oberlausitz südlich der A 4 abdeckt. Im Ergebnis konnten wir nun die
Anzahl der Reviere und Führungsspannen je Forstbezirk gleichmäßiger
verteilen, auch Fahrtentfernungen werden im Arbeitsalltag kürzer. Die
Zuständigkeit für die gesamte Nationalparkregion wurde in eine Hand
gegeben, sodass die Strukturänderung sinnvolle und notwendige Ver­
besserungen ermöglicht.
Die Nationalparkregion betraf im Jahr 2024 eine weitere Neuerung: Wir
konnten im Sommer das Walderlebniszentrum Leupoldishain nach zwei
Jahren Bauzeit fertigstellen. Hier werden vor allem Kinder und Jugend­
liche den Wald, seine nachhaltige Bewirtschaftung und einzigartige
Natur kennenlernen. Auch das Gebäude an sich unterstreicht unsere
Ziele in der Bildung für nachhaltige Entwicklung: Das Holzhaus wurde
konsequent auf Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung angelegt.
Sämtliche Baumaterialien stammen aus dem unmittelbar umliegenden
Waldbestand von Sachsenforst. Darauf sind wir stolz. Mit der Wieder­
eröffnung zählen wir nun zwölf waldpädagogische Tageseinrichtungen
sowie drei Waldschulheime und sind damit für die waldpädagogische
Arbeit sehr gut aufgestellt.
Im Bereich der Waldpädagogik fand dieses Jahr ein weiteres prägendes
Ereignis statt: Bereits zum vierten Mal wurde das Waldpädagogische
Forum ausgerichtet – diesmal unter dem Motto „Bildung und Kommu­
nikation – Wald im Wandel“. Die zweitägige Veranstaltung ist das größte
Netzwerktreffen von Waldpädagoginnen und -pädagogen sowie Land­
schaftsführern und Landschaftsführerinnen in Sachsen. Der fachliche
Austausch unter den zahlreichen Teilnehmenden ist nicht nur für die
tägliche waldpädagogische Arbeit wichtig, sondern stärkt das Netzwerk
der Umweltbildner in Sachsen enorm. Wir sind stolz darauf, diese Platt­
form zum Austausch und zur Weiterbildung aller zwei Jahre anbieten
zu können.
Auf fachlicher Ebene konnten wir 2024 das langjährige Forschungspro­
jekt zum Rotwild, das wir gemeinsam mit der Technischen Universität
Dresden durchgeführt haben, abschließen. Damit haben wir eine wich­
tige Informationsbasis für den erfolgreichen Waldumbau in Sachsen
geschaffen. Die umfassenden Telemetrie-, Genetik- und Monitoringdaten
zeigen deutlich, wie eng Waldzustand und Rotwildbestände miteinander
verknüpft sind. Die Ergebnisse liefern praxisnahe Empfehlungen für ein
Daniel Gellner
Vorsitzender des Verwaltungsrates

modernes, effizientes Jagdmanagement, das Wald und Wild gleicher­
maßen schützt. Sie bestätigen zugleich, dass strukturreiche, klimaange­
passte Mischwälder auch den Lebensraum für viele Wildtiere verbessern
– eine Win-Win-Situation für Natur und Gesellschaft.
Neben der Technischen Universität konnten wir in diesem Jahr auch
weitere wichtige Kooperationen zu Partnern weiterentwickeln und ver­
tiefen: Mit dem Landestourismusverbund Sachsen e. V. haben wir eine
neue Kooperationsvereinbarung geschlossen, um unseren Dialog über
die touristische Nutzung des Waldes zu intensivieren. Unser zentrales
Anliegen dabei bleibt, gemeinsam Lösungen für eine naturverträgliche
touristische Waldnutzung zu finden und in konkrete Maßnahmen zu
überführen. Besonders die Themen Nachhaltigkeit, Besucherlenkung und
Digitalisierung spielen diesmal eine zentrale Rolle.
Mit der Stadt Bad Elster und der Sächsischen Staatsbäder GmbH legten
wir einen weiteren Meilenstein für ein absolutes Novum in Sachsen: die
PEFC-Zertifizierung des Waldgebietes am Brunnenberg als Erholungs-,
Kur- und Heilwald. Diese stellt eine Aufbaustufe der PEFC-Zertifizierung
für die vorbildliche Waldbewirtschaftung dar. Unsere Kooperationsver­
einbarung mit unseren Partnern ist eine wesentliche Grundlage für die
Zertifizierung, die für das Jahr 2025 anvisiert wird.
Nicht zuletzt bleibt die Waldbrandvorsorge weiterhin elementar. Dafür
beschafften wir dieses Jahr einen mobilen Tanklöschaufsatz, der einen
Forwarder in ein geländegängiges Tanklöschfahrzeug verwandelt. 10.000
Liter fasst der Aufsatz – mehr als zwei durchschnittliche Löschfahrzeuge
mit sich führen können. Indem er auf einem Tragschlepper installiert
wird, erreichen wir im Falle eines Waldbrandes auch Bereiche im Wald,
die ein normales Feuerwehrfahrzeug nicht erreichen kann.
Investitionen für den Waldbrandschutz sind die eine Seite – Übungen für
den Ernstfall die andere. So fand in der Hinteren Sächsischen Schweiz eine
umfassende und intensiv geplante Waldbrandübung in unzugänglichem
Gebiet und mit Einsatz unserer Drohnen- und Löschtechnik statt. Mehr als
einhundert Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Sebnitz, des DRK und
der Bergwacht waren vor Ort – ein echtes Großaufgebot. Damit konnten
wir Abläufe und den Einsatz von Gerätschaften sowie Maschinen intensiv
abstimmen, um im Notfall schnell und effektiv handeln zu können. Beides
sind wichtige Schritte in Sachen Waldbrandvorsorge und zugleich ein
sichtbarer Ausdruck unseres kontinuierlichen Fortschritts. Wir werten es als
bedeutsamen Erfolg, diese beiden Vorhaben umgesetzt zu haben und damit
wesentliche Punkte unserer Agenda voranzubringen.
Diese Beispiele stehen stellvertretend für die vielen Anforderungen, die
wir im vergangenen Jahr bewältigt haben. Mit dem vorliegenden Jah­
resbericht erhalten Sie Einblick in die Aufgaben und Themen, die 2024
unsere Arbeit prägten – unter anderem einen tief in den Boden reichen­
den: Reporter Kai Dürrfeld schildert eindrücklich, wie umfassend und
anspruchsvoll die Bodenzustandserhebung ist.
Wir wünschen eine ebenso anregende wie unterhaltsame Lektüre.
Utz Hempfling
Landesforstpräsident

6 | Neue Forstbezirksstruktur in der Oberlausitz und der Sächsischen Schweiz
SACHSENFORST 2024
Organisationsänderung
Neue Forstbezirksstruktur in der Oberlausitz und der Sächsischen Schweiz
Zum 1. Januar 2024 trat eine neue Organisationsstruktur in der Ober­
lausitz und der Sächsischen Schweiz in Kraft. Sie betrifft die Abgren­
zung der Flächen der Forstbezirke und Schutzgebietsverwaltungen.
Beide Regionen sind Schwerpunktgebiete des Borkenkäfers, wodurch
Schadensbewältigung, Wiederbewaldung und Waldumbau das Arbeits­
volumen deutlich erhöht haben. Die Änderungen sollen interne Abläufe
optimieren.
Die neue Struktur schafft kompakte, leistungsfähige und angepasste
Organisationseinheiten. Reviere werden einheitlicher verteilt, Fahrtent­
fernungen reduziert und organisatorische Ungleichgewichte zwischen
Forstbezirken ausgeglichen. Anzahl und Zuschnitte der Reviere blieben
im Wesentlichen unberührt.
Der Forstbezirk Oberlausitz konzentriert sich künftig auf den nörd­
lichen Teil der Region. Sein Sitz bleibt in Bautzen. Das Oberlausitzer
Bergland und das Zittauer Gebirge wurden vom Forstbezirk Neustadt
übernommen und dessen südliche Teile mit der Nationalparkverwal­
tung zur „Nationalpark- und Forstverwaltung Sächsische Schweiz“ mit
Sitz in Bad Schandau zusammengeführt. Damit wurde auch der bisher
ungünstige Flächenzuschnitt des Forstbezirkes Neustadt behoben.
Der Sitz des Forstbezirkes Neustadt bleibt bestehen. Teile des Reviers
Markersbach gingen als Revier Liebstadt an den Forstbezirk Bärenfels.
Neue Reviere entstanden in Bad Schandau und Stolpen.
In der Sächsischen Schweiz wurden überlagernde Zuständigkeiten und
Doppelstrukturen bereinigt. Nationalpark und Landschaftsschutzgebiet
bilden eine Region, die touristisch als Einheit wahrgenommen wird. Sie
blieben unverändert.
Für Waldbesuchende ergeben sich keine unmittelbaren Auswirkungen.
Für Waldbesitzende bleiben die Ansprechpartner weitgehend bestehen.
1. Januar 2024

SACHSENFORST 2024
Neue Forstbezirksstruktur in der Oberlausitz und der Sächsischen Schweiz | 7

8 | Neue Forstbezirksstruktur in der Oberlausitz und der Sächsischen Schweiz
SACHSENFORST 2024
In Reih und Glied präsentieren sich die wertvollen Stämme in der Dresdner Heide den Kaufinteressenten,
um eine hohe Wertschöpfung zu erzielen. (© Marco Horn, Sachsenforst)

SACHSENFORST 2024
Spitzenstämme aus Sachsen erzielen hohe Preise | 9
Submission
Spitzenstämme aus Sachsen erzielen hohe Preise
Bei der Säge- und Wertholzsubmission 2024 in der Dresdner Heide
wurden 525 Wertholzstämme für 448.194 Euro verkauft. Drei Viertel
der Menge entfielen auf Eichenarten. 84 Prozent des Holzes stamm­
ten aus privaten, kirchlichen und kommunalen Forstbetrieben. 19 Bieter
aus Deutschland, Österreich, Frankreich und Tschechien nahmen teil.
Die Stämme wurden zu Furnieren, Möbeln, Musikinstrumenten sowie
Fass- und Fußbodenholz verarbeitet. Langlebige Produkte binden Koh­
lenstoffdioxid über Jahrzehnte und schaffen hohe Wertschöpfung für
Waldbesitzende.
Die Submission ist eine wichtige Verkaufsplattform, besonders für pri­
vate und körperschaftliche Waldbesitzende. Die Erlöse helfen bei der
Beseitigung von Waldschäden und der Wiederbewaldung.
Der Durchschnittserlös lag bei 574 Euro pro Kubikmeter. Angesichts
massiver Borkenkäfer- und Trockenschäden ist dies ein wichtiges Ergeb­
nis. Die Einnahmen unterstützen die Wiederbewaldung, die hohe finan­
zielle Aufwendungen erfordert.
Sachsenforst ermöglicht Waldbesitzenden, hochwertiges Holz gezielt
anzubieten. Auch Staatswaldstämme wurden verkauft. Die teuerste
Stieleiche erzielte 3.274 Euro je Kubikmeter. Qualitativ starkes Eichen­
holz bleibt damit im Trend.
Insgesamt wurden 813 Kubikmeter Wertholz aus 20 Baumarten ange­
boten, überwiegend Stiel- und Traubeneichen sowie Roteichen. 444
Kubikmeter kamen aus Privatwald, 153 aus Körpersc