Thomas Bührer übergibt Lindli-Huus an Mikis Cecon in Schaffhausen; Fokus auf UN-Behindertenrechtskonvention und Teilhabe

Führungswechsel im Lindli-Huus | Wirtschaft

Do 03.09. Schaffhausen Jazz&Cheese mit Thomas Silvestri und Carles Peris Donnerstag, 03.09.2026 12:00 Uhr

Am 1. September 2026 fand der Führungswechsel im Lindli-Huus in Schaffhausen statt. Im Beisein von Bewohnenden, Mitarbeitenden und Gästen gab Thomas Bührer nach 17 Jahren die Geschäftsleitung ab. Seinem Nachfolger Mikis Cecon überreichte er symbolisch einen leeren Rucksack, den dieser nun mit Erfahrungen im Lindli-Huus füllen darf. Stiftungsrat, Bewohnende und Mitarbeitende füllten Cecons Rucksack umgehend mit Geschenken, wertvollen Ratschlägen und guten Wünschen zum Start. Mikis Cecon hat sich bereits seit Anfang August, während einer gemeinsamen Übergangsphase, intensiv mit der Institution, den Mitarbeitenden und den Bewohner:innen vertraut gemacht.

Bührer blickt mit einem guten Gefühl auf die Übergabe zurück: «Es ist entlastend, abgeben zu können. Gleichzeitig weiss ich, dass das Lindli-Huus in kompetenten Händen ist.» Neben der fachlichen Kompetenz sei für ihn vor allem die Haltung seines Nachfolgers entscheidend gewesen: «Mikis Cecon bringt eine Haltung mit, die sehr gut zu dem passt, was wir in den vergangenen Jahren aufgebaut haben.»

Auch Cecon beschreibt sein Ankommen als ausgesprochen positiv. Er habe eine offene Institution angetroffen und sei von den Mitarbeitenden und Bewohnenden sehr freundlich aufgenommen worden. Besonders beeindruckt ist er davon, wie stark Teilhabe im Lindli-Huus gelebt wird: «Menschen sind nicht einfach dabei, sondern entscheiden mit.» Wie konkret diese Mitbestimmung verstanden wird, zeigte sich bereits bei der Wahl der neuen Geschäftsleitung, denn die Mitglieder des Bewohnerrats waren Teil der Auswahlkommission.

UN-BRK und Digitalisierung als zentrale Themen

Zu den wichtigen Aufgaben der kommenden Jahre gehört für Bührer und Cecon die weitere Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Dabei gehe es nicht nur darum, Rechte von Menschen mit Beeinträchtigung institutionell zu vertreten. «Wir müssen Menschen befähigen, ihre Rechte selbst einzufordern», sagt Bührer. Selbstwirksamkeit bedeute auch: «Ich habe dieses Recht – und ich fordere es ein.»

Daneben sieht Cecon die Digitalisierung als wichtiges strategisches Thema. Sie biete Chancen für Qualität, Sicherheit und effizientere Abläufe, dürfe aber nicht zu neuer Ausgrenzung führen. Cecon stellt daher die entscheidende Frage: «Die entscheidende Frage ist: Wie können Menschen mit Beeinträchtigung an dieser digitalen Entwicklung teilhaben?»

«Leinenlos» in einen neuen Lebensabschnitt

Für Thomas Bührer beginnt nach 17 Jahren im Lindli-Huus ein neuer Lebensabschnitt. Er beschreibt diesen sinnbildlich als «leinenlos» – wie ein Luftschiff, das sich vom bisherigen Anker löst. Ganz abbrechen werde der Kontakt aber nicht, bis Ende November ist er noch im Lindli-Huus und unterstützt Mikis Cecon, der seit dem 1. September die Verantwortung trägt. Bührer hofft augenzwinkernd, auch künftig ab und zu auf einen Kaffee vorbeischauen zu können, und verspricht, bei Fragen erreichbar zu bleiben.

Im Lindli-Huus an der Fischerhäuserstrasse in Schaffhausen leben Menschen mit Körperbehinderung. Alle Bewohner:innen definieren die Assistenzleistung, die sie benötigen und können diese in barrierefreiem Umfeld in Anspruch nehmen. Unterschiedliche Arbeitsplätze bieten Erfahrungsfelder, um Neues zu entdecken und die eigenen Fähigkeiten zu erweitern.

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Nach 17 Jahren an der Spitze des Lindli-Huus in Schaffhausen übergibt Thomas Bührer die Geschäftsleitung an Mikis Cecon. Der neue Geschäftsführer will Bewährtes weiterführen, gleichzeitig aber auch neue Impulse setzen – im Zentrum stehen dabei die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, Inklusion und die Frage, wie Menschen mit Beeinträchtigung an der fortschreitenden Digitalisierung teilhaben können.