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title: "Torsten Burmester leitet Einbringung des Doppelhaushalts 2027/28 in Köln; Jahresfehlbetrag 2027 über 800 Mio."
sdDatePublished: "2026-09-03T13:16:00Z"
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Torsten Burmester leitet Einbringung des Doppelhaushalts 2027/28 in Köln; Jahresfehlbetrag 2027 über 800 Mio.

Microsoft Word - 20260902_Rede_Haushaltseinbringung OB_für Dez. II

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Rede von Torsten Burmester, Oberbürgermeister
der Stadt Köln
Anlass: Einbringung des Doppelhaushalts 2027/28
in den Rat der Stadt Köln, 02.09.2026

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrte Mitglieder des Rates,
liebe Kölnerinnen und Kölner,
liebe Beigeordnete,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
heute bringt die Stadtverwaltung den Entwurf für den
Doppelhaushalt 2027/28 zur politischen Beratung hier
in den Rat der Stadt Köln ein.
Eine Weichenstellung für die kommenden Jahre:
Der Haushalt erreicht mit gut 7 Milliarden Euro im Jahr
2027 und knapp 7,5 Milliarden im Folgejahr erneut
Rekordsummen. Gleichzeitig konsolidieren wir so stark
wie noch nie: rund 250 Mio. Euro jährlich – das ist eine
enorme Anstrengung!
Dennoch müssen wir für 2027 mit einem
Jahresfehlbetrag von über 800 Mio. rechnen – für
2028 mit 931 Mio. Euro. Mit diesen

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besorgniserregenden Zahlen senden wir ein SOS-
Zeichen in Richtung Bund und Land.
In ganz Deutschland kommen Städte und Gemeinden
an die Grenze ihrer Finanzierbarkeit, selbst in einst
wohlhabenden Städten im Süden Deutschlands!
In diese dramatische Lage sind wir vor allem durch ein
Strukturproblem geschlittert: Kommunen übernehmen
ein Viertel der gesamtstaatlichen Ausgaben, erhalten
jedoch nur ein Siebtel des gesamtstaatlichen
Steueraufkommens. Man muss kein Finanzexperte
sein, um diese Ungerechtigkeit zu erkennen.
Deswegen ist meine Forderung klar – und stimmt zu
einhundert Prozent mit dem Städtetag überein: Es
braucht eine deutlich stärkere Beteiligung der Städte
und Gemeinden an der Umsatzsteuer. Dafür werbe
ich weiterhin im Bund im Land mit aller Hartnäckigkeit!

Meine Damen und Herren,
die Aufstellung des städtischen Haushaltes ist
anspruchsvoll.
Mein besonderer Dank gilt der Stadtkämmerin Prof.
Diemert. Ich danke zudem den Kolleginnen und
Kollegen der Kämmerei sowie allen Beigeordneten,
den Dezernaten und Ämtern.

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Hier mussten schwierige Abwägungen getroffen
werden. Klar ist: Kürzungen sind niemals leichtfertig
erfolgt. Unser Auftrag war es immer: Es muss gerecht
zugehen. Soziale Gerechtigkeit ist das
entscheidende Richtmaß in diesem Haushalt.
Zugleich zeigen die Zahlen: Pflichtaufgaben lassen
uns nur wenig Spielraum für freiwillige Leistungen.
Und so ist dieser Doppelhaushalt ein vielfacher
Spagat:
Zwischen Sparen und Gestalten.
Zwischen hohen Erwartungshaltungen von
Bürgerinnen und Bürgern und der finanziellen Realität.
Zwischen dem Erhalt wichtiger Strukturen vor Ort und
globalen Herausforderungen, die uns unmittelbar
treffen. Denken wir nur an die Folgen von Kriegen und
Handelskonflikten, die dramatisch spürbaren Folgen
des Klimawandels, die rasante digitale Transformation
und vieles mehr.
Ja, das alles sind Herausforderungen. Und sie halten
uns nicht davon ab, einen Gestaltungsanspruch zu
formulieren:
Sparen.
Erhalten.
Anpacken.

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Das ist der Dreiklang des Doppelhaushalts – und der
kommenden Haushaltsjahre.
Die Stadt Köln zeigt damit, dass sie den Mut hat
- zu priorisieren.
- sich auf einen Konsolidierungspfad bis in die
2030er Jahre festzulegen.
- und dass sie den Mut hat, in einer schweren Lage
Chancen zu erkennen.
Diesen dreifachen Mut haben wir in der Verwaltung.
Und wir in Köln brauchen ein gemeinsames
Verständnis darüber, dass diese Weichenstellung
unserer Finanzen geboten ist. Dafür werben wir: bei
den Bürgerinnen und Bürgern, bei Vereinen, bei
Engagierten, bei Unternehmen und natürlich auch hier
im Rat der Stadt Köln.
Aus vielen Gesprächen mit den Fraktionen weiß ich,
dass der Ernst der Lage erkannt ist. Der Rat hat in den
vergangenen Monaten mit seinen Beschlüssen immer
wieder gezeigt, dass er auch ohne festes Ratsbündnis,
verantwortungsvoll handelt – auch dann, wenn es
unpopuläre Entscheidungen zu treffen gilt.
Liebe Ratsmitglieder, liebe Kölnerinnen und Kölner,
ja, es wird Einschnitte und Kürzungen geben.
Ja, einige Leistungen werden teurer werden.

5

Ja, das fordert uns allen einiges ab.
Aber: Nicht zu handeln, ist keine Option. Es steht nicht
weniger auf dem Spiel als unsere kommunale
Selbstverwaltung.
Dieser Haushalt zeigt: Wir haben alles gegeben, um
unsere Eigenständigkeit zu bewahren. Gleichzeitig
müssen wir sehen: Die Wirtschaftslage bleibt
herausfordernd, die Einnahmen sprudeln nicht wie in
der Vergangenheit und auf allen staatlichen Ebenen
leeren sich die Kassen. Die Spielräume sind äußerst
eng. Und in einer solchen Zeit der Ungewissheit bleibt
uns nur eines: einen klaren Stabilisierungskurs
einzuschlagen, auch um unsere eigene Zukunft
gestalten zu können.

Sparen ja, aber nicht ohne gleichzeitig zu erhalten
und anzupacken. Darin liegt kein Widerspruch.
Wir sparen mit Umsicht – und eben nicht nach dem
Prinzip Rasenmäher.
Einige Förderungen werden gestrichen, andere
gekürzt, um Strukturen im Grundsatz zu erhalten.
Ähnlich verfahren wir bei Projekten:
Standards überprüfen. Und den Mut haben, das eine
oder andere Projekt nicht mehr weiterzuverfolgen.

6

Aber noch wichtiger: Wir sparen zuallererst bei uns
selbst.
Der Personalhaushalt der Stadt ist einer der größten
Ausgabeposten – zu groß, um ihn außen vor zu
lassen. Unser Einsparziel sind 50 Millionen Euro. Das
heißt: Wir werden grundsätzlich jede freiwerdende
Stelle nicht nachbesetzen. Und wir werden uns die
leistungsorientierte Bezahlung für Beamtinnen und
Beamte nicht mehr leisten können. Lassen Sie mich
deutlich sagen: Ich habe großen Respekt vor der
Leistung der Kolleginnen und Kollegen. Aber wir sind
gezwungen, diese freiwillige Prämie einzusparen, so
wie das schon so viele andere Kommunen vor uns
machen mussten.
Meine Damen und Herren,
diese Maßnahmen bewegen die Stadtverwaltung sehr.
Und mir ist bewusst, dass ich den Kolleginnen und
Kollegen sehr viel zumute.
Zugleich gibt es die Bereitschaft, diesen Weg
mitzugehen.
Vielen Dank an dieser Stelle an alle Mitarbeitenden
der Stadtverwaltung, dass Sie einen so großen Teil zur
Konsolidierung unseres Haushalts beitragen und
mittragen!

7

Dass weniger Menschen nicht dasselbe leisten
können, ist eine Binse. Aber das bedeutet nicht, dass
die Stadt Köln ihre Aufgaben nicht mehr erledigen
kann.
Wir werden unsere Aufgaben nachkommen – aber
anders!
Natürlich wäre der ideale Weg gewesen, zunächst
Aufgabenkritik zu betreiben und im zweiten Schritt
Personalkosten einzusparen. Unser Dilemma ist, uns
fehlt schlichtweg die Zeit.
Und deshalb sind wir gezwungen beides gleichzeitig
zu schaffen: Sparen und Neuausrichtung als paralleler
Prozess. Wir setzen auf die Optimierung von
Verfahren; die Modernisierung von Prozessen; auf
Digitalisierung und KI; auf das Bündeln von
Zuständigkeiten. So wie wir das in der
Verwaltungsstruktur jetzt angelegt haben. Wir
harmonisieren Verwaltungshandeln stärker.
Und ein weiterer entscheidender Punkt, den wir
angehen: Bürokratierückbau. Mein Büro steuert ein
entsprechendes Programm stadtweit.
Noch in diesem Jahr werden wir rund 30 Maßnahmen
über alle Dezernate hinweg vorstellen – und dann
zügig umsetzen! Bestandteil dieses Programms sind
die stark nachgefragten Services der Stadt Köln für

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Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen. Sie
sollen einfacher, digitaler und auch schneller werden!
So sieht verantwortungsvolles Handeln aus!

Der Sparzwang ist der Ausgangspunkt für unsere
Stadtverwaltung, besser, schneller und moderner zu
werden. Mit dem klaren Ziel, eine Partnerin für die
Kölnerinnen und Kölner und für unsere Unternehmen
zu sein.
Ich setze auf einen Wandel in der Stadtverwaltung
hin zu einer neuen Kultur des Vertrauens und des
Ermöglichens.
Dabei mache ich mir keine Illusionen:
Das wird nicht von heute auf morgen geschehen.
Dafür braucht es Zeit! Aber es wird gelingen! Weil wir
präziser planen. Weil wir priorisieren. Weil wir immer
öfter auch gemeinsam mit privaten Geldgebern etwas
bewegen. Und weil wir eins nach dem anderen
machen, statt vieles zu beginnen und uns am Schluss
zu verzetteln.
Mein Ziel ist es, die Stadtverwaltung als Gestalterin
aufzustellen.
Als Organisation, die von guten Beispielen lernt.

9

Als Optimistin, die offen, professionell und zuverlässig
berät.

Sparen. Erhalten. Anpacken. Das zieht sich durch alle
Bereiche des Doppelhaushalts – und wird das leitende
Prinzip des Verwaltungshandelns.
Erste Weichenstellungen haben wir vorgenommen,
insbesondere in meinen Fokusthemen Wirtschaft,
Sicherheit und Sauberkeit und Wohnen!

Mein erster Punkt: Wirtschaft.
Eine gut laufende Wirtschaft ist die Basis für alles
andere. Für gute Arbeitsplätze. Für einen
funktionierenden Sozialstaat. Und auch für
ausreichend finanzierte Kommunen.
An unserem Wirtschaftsstandort gibt es Licht und
Schatten. Unsere Ausgangslage ist aber gut.
Mitten in einer allgemeinen Wirtschaftskrise bleibt die
Zahl sozialversicherungspflichtig Beschäftigter in Köln
hoch und die Arbeitslosenquote stabil.
Aber es gibt auch große Herausforderungen: Etwa in
der Automobil- und Chemiebranche. Hier herrschen
Anpassungsdruck und Belastungen, etwa durch hohe
Energiepreise und Produktionskosten.

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Auch das Niedrigwasser im Rhein kostet uns Kraft, als
Standort für Logistik und produzierendes Gewerbe.
Aufgabe der Stadtverwaltung ist es, das zu stärken,
was gut läuft – und dort zu unterstützen, wo der Schuh
drückt.
Unsere Branchenbreite, unsere Vielfalt von
Unternehmensgrößen - vom Weltmarktführer über den
Hidden Champion bis zum innovativen Startup – das
sind Stärken, die wir weiterentwickeln werden. Unter
anderem indem wir die Verwaltung
wirtschaftsfreundlicher aufstellen: Zügige
Weiterentwicklung von Gewerbeflächen sowie
einfachere und schnellere Genehmigungsverfahren –
darum geht es.
Dort, wo mehr Schatten als Licht herrscht, hilft es, nah
dran zu sein. Ich tausche mich regelmäßig mit
Branchenvertreterinnen und -vertretern aus. Dabei gibt
es Erkenntnisse, an die wir anknüpfen – mit
Maßnahmen, mit Interessenvertretung, mit dem
gesamten Instrumentenkasten eines
Oberbürgermeisters.
Ein Fokus dabei ist die Stabilisierung und
Zukunftsfähigkeit des Industriestandorts Köln.
Oder anders gesagt: Wir wollen, dass wir in Köln
vorbereitet sind auf den Wandel, dass es uns gelingt

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vor die Lage zu kommen – und im Standortwettbewerb
zu bestehen.

Mein zweites Thema ist das Kernthema der
Kölnerinnen und Kölner: Kaum etwas bewegt so viele,
wie Sicherheit und Sauberkeit. Ein mulmiges Gefühl
im öffentlichen Raum. Schülerinnen und Schüler, die
Angst haben, wenn der Schulweg über Plätze mit
offener Drogenszene führt. Müll auf der Straße und
illegale Halden im Stadtgebiet.
Mit Fokuswochen werben wir um Mitwirkung – denn
Sicherheit und Sauberkeit lassen sich nicht in Euro
beziffern. Und klar ist auch: Wir alle sind für Sauberkeit
unserer Stadt verantwortlich! Jede und jeder trägt
seinen Teil bei – und natürlich auch die
Stadtverwaltung!
Es sind oft kleinteilige Maßnahmen, die hier einen
Unterschied machen.
Ob die neuen RheinSauger, größere Mülleimer, ein
gewachsenes Bewusstsein für die Vermüllung oder
der regelmäßige Baumschnitt zur besseren
Ausleuchtung eines Platzes. Es braucht nicht immer
großes Besteck, um es besser zu machen. Mir zeigen
viele Ortstermine aus den vergangenen Monaten: Da
geht was!

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Im Dialog zwischen Kölnerinnen und Kölner und
Verwaltung erzielen wir Lösungen – noch nicht überall
– aber immer öfter. Und so muss es sein!
Es gibt aber auch Herausforderungen, wo die Stadt
Verantwortung zeigen und vorangehen muss:
Natürlich werden wir am Friesenplatz tätig und
entwickeln derzeit Kurzfristmaßnahmen, um
Schulwege sicherer zu machen. Dazu werden wir in
den nächsten Tagen informieren.
Und daneben gehen wir das Problem der offenen
Drogenszene sehr grundsätzlich an – und auch hier