VfB Hüls veranstaltet inklusives Hockeycamp in Marl; 38 Teilnehmende aus Recklinghausen

Inklusives Hockeycamp des VfB Hüls

Der Deutsche Hockey-Bund e. V. (DHB) ist der Dachverband für Hockey in Deutschland mit Sitz im Hockeypark in Mönchengladbach. Der DHB ist der Zusammenschluss der deutschen Hockeyvereine, die in den 15 Landeshockeyverbänden organisiert sind. Zuständig ist der Deutsche Hockey-Bund außerdem für die deutschen Hockeynationalmannschaften.

Der Deutsche Hockey-Bund ist Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund, sowie im Welthockeyverband FIH (Fédération Internationale de Hockey) und im europäischen Hockeyverband EH (European Hockey Federation). Der Deutsche Hockey-Bund (DHB) hat das Zertifikat des Nachhaltigkeitsstandards sustainAssociation in der Auszeichnungsstufe „Silber“ von Dekra überreicht bekommen. Der durch die DEKRA entwickelte Standard sustainAssociation bewertet die Verankerung von Nachhaltigkeit in Sportverbänden entlang ökologischer, sozialer und governance-bezogener Kriterien.

Fünf Tage, 38 Kinder und ganz viel Gemeinsamkeit

Inklusives Hockeycamp des VfB Hüls

Beim dritten Inklusiven Hockeycamp der Bunabären wurde Inklusion nicht erklärt, sondern gelebt. 38 Kinder und Jugendliche aus fast dem gesamten Kreis Recklinghausen verbrachten fünf Tage gemeinsam auf dem Hockeyplatz des VfB Hüls.

Marl. Wenn Kinder gemeinsam mit Hockeyschlägern über den blauen Platz laufen, sich beim Eierlauf anfeuern, zusammen Mittag essen und am Ende der Woche gemeinsam gegen Trainer, Betreuer und Eltern antreten, wird schnell unwichtig, wer eine Einschränkung hat und wer nicht. Genau diese Erfahrung steht hinter dem Inklusiven Hockeycamp des VfB Hüls. Bereits zum dritten Mal hatten die Bunabären Kinder und Jugendliche zu einer gemeinsamen Ferienwoche eingeladen. 38 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus fast dem gesamten Kreis Recklinghausen folgten der Einladung und erlebten fünf Tage mit Hockey, Bewegung, Spielen und Gemeinschaft. Zum Auftakt begrüßten Marlene Fleckner, Paul Eckenberg und Sören Hutter die Kinder und Jugendlichen auf dem Hockeyplatz des VfB Hüls. Auch Bunabären-Maskottchen Buni ließ es sich nicht nehmen, zum Campstart vorbeizuschauen. Angesichts der hohen sommerlichen Temperaturen gab es für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst eine eigene Trinkflasche, bevor es sportlich wurde.

Hockey ist nur ein Teil der Campwoche

Natürlich standen Schläger und Ball während der Woche immer wieder im Mittelpunkt. Das Programm ging jedoch weit darüber hinaus. Neben Hockey wurden unter anderem Gurkiball und verschiedene Bewegungs- und Mannschaftsspiele angeboten. Ein besonderer Höhepunkt war am dritten Tag die inzwischen traditionelle Bunabären-Olympiade. Neben einem 400-Meter-Lauf mussten die Kinder und Jugendlichen acht weitere Stationen bewältigen. Tic Tac Toe, Eierlauf und Hürdenkriechen gehörten ebenso dazu wie weitere Geschicklichkeits- und Bewegungsaufgaben. Nach der Olympiade hieß es am vierten Tag wieder: zurück auf das „blaue Wunder“. Schläger und Hockeyball übernahmen wieder die Hauptrolle. Doch der sportliche Wettbewerb ist nur ein Teil des Konzepts. Das eigentliche Ziel liegt für die Hockeyabteilung des VfB Hüls im gemeinsamen Erlebnis von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen Voraussetzungen.

„Wir verstehen uns inzwischen als relevanter Akteur in der Sportszene für Menschen mit geistigen Einschränkungen im Kreis Recklinghausen. Deshalb ist es für uns wichtig, nicht nur spezielle Angebote zu schaffen, sondern ganz bewusst auch inklusive Angebote zu machen“, erklärt Carsten Plänker, Abteilungsleiter der Hockeyabteilung des VfB Hüls. Gerade Kinder zeigen nach Erfahrung des Vereins, wie unkompliziert Inklusion sein kann.

„Kinder gehen sehr selbstverständlich miteinander um. Vorurteile und Berührungsängste gegenüber Menschen mit Einschränkungen spielen für sie kaum eine Rolle“, sagt Plänker. „Beim Hockey zählt nicht, wer eine Einschränkung hat und wer nicht – man spielt, lacht und erlebt die Woche einfach gemeinsam. Genau das macht unser inklusives Hockeycamp aus.“ So wird während der fünf Tage kaum zwischen einem Sportangebot für Kinder mit und einem Angebot für Kinder ohne Einschränkungen unterschieden. Alle gehören zur gleichen Gruppe, nehmen am gleichen Programm teil und erleben gemeinsam Erfolge, Herausforderungen und jede Menge Spaß.

Großes Finale auf dem Hockeyplatz

Am letzten Camptag konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch einmal zeigen, was sie während der Woche erlebt und gelernt hatten. Ein großes Abschlussturnier bildete den sportlichen Höhepunkt. Anschließend wechselten die Rollen: Die Kinder und Jugendlichen traten gemeinsam gegen Trainerinnen und Trainer, Betreuerinnen und Betreuer, Helfende und Eltern an. Danach ging es vom Hockeyplatz zum gemeinsamen Grillfest. In entspannter Atmosphäre ließen Kinder, Jugendliche, Familien und das Campteam die Woche ausklingen.

23 Ehrenamtliche machen die Campwoche möglich

Hinter fünf Tagen Ferienspaß steckt gleichzeitig eine große ehrenamtliche Leistung. Insgesamt 13 Trainerinnen, Trainer sowie Betreuerinnen und Betreuer begleiteten die Kinder und Jugendlichen durch die Woche. Weitere zehn Eltern sorgten in der Küche dafür, dass auch abseits des Hockeyplatzes niemandem die Energie ausging. Burger und Wraps gehörten ebenso zur Campwoche wie das gemeinsame Grillfest zum Abschluss. Für den VfB Hüls sind diese „Zeitspenden“ ein entscheidender Bestandteil des Projekts. Ohne Menschen, die ihre Freizeit als Trainer, Betreuer, Organisatoren oder Helfer zur Verfügung stellen, wäre ein fünftägiges inklusives Ferienangebot in dieser Form kaum möglich. Das Engagement zeigt zugleich, dass Inklusion im Verein nicht nur auf dem Spielfeld stattfindet. Kinder, Jugendliche, Eltern, Trainer und Helfer gestalten das Camp gemeinsam.

Sport als Ort der Teilhabe

Für die Bunabären ist das Hockeycamp Teil eines größeren Engagements für Menschen mit geistigen Einschränkungen. Gleichzeitig soll das Camp bewusst keine Veranstaltung sein, bei der die Einschränkung eines Kindes im Vordergrund steht. Der gemeinsame Sport schafft einen Raum, in dem unterschiedliche Fähigkeiten selbstverständlich nebeneinander existieren können. Wer schneller läuft, hilft vielleicht an anderer Stelle. Wer Hockey bereits kennt, unterstützt jemanden, der zum ersten Mal einen Schläger in der Hand hält. Entscheidend ist nicht, was jemand nicht kann, sondern dass alle Teil der Gruppe sind. Damit zeigt die Campwoche im Kleinen, was Inklusion im Sport bedeuten kann: gemeinsam teilnehmen, gemeinsam ausprobieren und gemeinsam Spaß haben.

Unterstützt wurde das Inklusive Hockeycamp durch den Landessportbund Nordrhein-Westfalen und die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen im Rahmen des Programms „Sportplatz Kommune“.

Nach fünf Tagen Hockey, Olympiade, gemeinsamen Mahlzeiten und vielen Begegnungen endete das dritte Inklusive Hockeycamp der Bunabären. Lange soll es allerdings nicht das letzte bleiben. Die Vorfreude auf eine Wiederholung ist beim VfB Hüls bereits da: Auch im kommenden Jahr sollen wieder Kinder und Jugendliche mit und ohne Einschränkungen gemeinsam auf dem blauen Hockeyplatz stehen.

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