Eltern von vier bis siebenjährigen Kindern in der Schweiz schätzen Schulweg als gefährlich ein; Jedes vierte Kind fährt Elterntaxi zur Schule

Vier von zehn Eltern schätzen den Schulweg ihrer Kinder als gefährlich ein

Vier von zehn Eltern schätzen den Schulweg ihrer Kinder als gefährlich ein Wie sicher sind die Schulwege unserer Kinder? Eine neue, repräsentative Studie zeigt Handlungsbedarf: 41 Prozent der Eltern von vier- bis siebenjährigen Kindern schätzen den Schulweg ihres Kindes als gefährlich ein. YouGov hat im Auftrag des VCS und des Fonds für Verkehrssicherheit FVS 800 Eltern von vier- bis siebenjährigen Kindern zum Schulweg befragt. Die Studie zeigt, dass Kinder in der Schweiz mehrheitlich zu Fuss zur Schule gehen – nämlich 70 Prozent. Eine bedenkliche Erkenntnis aus der Studie zieht jedoch VCS-Verkehrssicherheits-Experte Michael Rytz: «41 Prozent der Eltern bewerten den Schulweg ihres Kindes als gefährlich. Besonders kritisch sind vielbefahrene Hauptstrassen mit hohen Geschwindigkeiten sowie fehlende oder zu schmale Trottoirs.» Sechs von sieben Kindern müssten gemäss der Erhebung auf dem Weg in den Kindergarten oder in die Schule mindestens einmal eine Strasse mit Tempo 50 oder sogar noch schnellerem Verkehr überqueren. Schulwege entlang oder über solche Strassen werden von Eltern siebenmal häufiger als sehr gefährlich beurteilt als Wege in verkehrsberuhigten Zonen. In der Westschweiz und im Tessin wird die Sicherheit zudem deutlich schlechter eingeschätzt als in der Deutschschweiz. Dieses Unsicherheitsgefühl trägt wesentlich dazu bei, dass jedes zweite Kind auf dem Schulweg von erwachsenen Personen begleitet wird. «In der Stadt deutlich häufiger als auf dem Land», stellt Rytz fest. «Zudem fährt jedes vierte Kind regelmässig im Elterntaxi zur Schule – obwohl viele dieser Fahrten distanzmässig gut zu Fuss zu bewältigen wäre, wenn es denn nicht an der Sicherheit fehlte.» Paradox: Ausgerechnet Elterntaxis generieren mehr Verkehr im Umfeld von Schulen und sind damit eine der Gefahrenquellen. Die Gemeinden haben Verantwortung Die befragten Eltern erwarten von ihren Gemeinden in erster Linie durchgängig sichere Fusswege, sichere Strassenquerungen sowie tiefere Tempolimits und konsequente Kontrollen. Ein Anliegen, das auch durch den Verfassungsauftrag im Fuss- und Wanderweggesetz gestützt wird. Als kurzfristig realisierbare Massnahme empfehlen wir den Ausbau von Pedibus-Angeboten, sagt Michael Rytz weiter: «Nachdem sich der Pedibus in der Westschweiz und im Tessin erfolgreich etabliert hat, wird das Konzept nun auch in der Deutschschweiz populär. Es trägt dazu bei, den Schulweg sicherer zu machen, und wird von Gemeinden und Eltern gleichermassen geschätzt.» Kinder, die ihren Schulweg selbständig zu Fuss zurücklegen, seien zudem gesünder, aufmerksamer im Unterricht und erwerben Schritt für Schritt wichtige Verkehrskompetenzen. Ihre Spende für sichere Schulwege Mit Ihrer Spende stärken Sie unseren Einsatz für Schulwege, auf denen Kinder sich frei, sicher und selbständig bewegen können. Herzlichen Dank, dass Sie sich mit uns für kinderfreundliche und sichere Strassen einsetzen. Spendelink