Somm schreibt Zukunftsvisionen in Nebelspalter; 2042 Krieg zwischen Christen und Islamisten in Europa
Abbitte – Zackbum
Vom Armeeabschaffer zur Kriegsgurgel. Auch eine Karriere.
Es gibt den Spruch: « Wer mit zwanzig kein Kommunist ist, hat kein Herz; wer mit vierzig noch Kommunist ist, hat keinen Verstand. »
Beim Chef des Randgruppen-Organs « Nebelspalter » ist ein anderes Phänomen zu beobachten. Er war zwar in seiner Jugend Trotzkist und später Mitglied der GSoA, deren Initiative « für eine Schweiz ohne Armee » 1989 von immerhin 35,6 Prozent befürwortet wurde.
Somm half auch beim Unterschriftensammeln gegen den Kauf der F
A-18-Kampfflugzeuge. Sie erreichte 1993 sogar 42,9 Prozent Ja. Aber wie jeder Renegat muss er bis ins hohe Alter Abbitte leisten. Erst ist längst kein Trotzkist mehr, aber das mit dem Verstand, nun ja.
ZACKBUM hat sich schon mehrfach mit dieser unappetitlichen Entwicklung beschäftigt und wollte es eigentlich lassen. Aber nun hat Somm sogar noch nachgelegt. Dank des Verkaufs der BaZ an Tamedia darf er immer noch eine Kolumne in der « Sonntagszeitung » vollschmieren.
Der Titel seines neusten Machwerks: « Der Kontinent steht vor einem Bürgerkrieg ». Oder variiert im Nebelwerfer, Pardon, «Nebelspalter»:
« Europa steht vor einem Bürgerkrieg ».
Illustriert mit dem zerstörten Eifelturm. Denn Somm möchte nicht in seine Vergangenheit zurückblicken, daher wird er zum Seher und schaut in die Zukunft. Genauer ins « Jahr 2042 ».
In seinem Newsletter deliriert er diese « Fakten »: «Im Jahr 2042 stehen die christlichen Staaten von Osteuropa unversöhnlich den islamistischen in Westeuropa gegenüber. Es kommt zum Krieg. » Wie das? Nun, der Kandidat der « Vereinigten Islamischen Linken » habe die Präsidentschaftswahlen in Frankreich gewonnen. Es sei « ein weiterer einst christlicher Staat an den Islam gefallen », fantasiert sich Somm seine Zukunft.
Das sind wohl « alternative Fakten » im Sinne der ehemaligen Trump-Beraterin Kellyanne Conway .
Der Gedanke ist nicht mal sonderlich originell. Bereits 2015 hatte der Philosoph Michel Houellebecq in seinem Roman « Soumission » die Unterwerfung Frankreichs unter den Islam dargestellt. Im Gegensatz zu Somm allerdings auf hohem intellektuellem Niveau.
Bei der Unke im Nebel ist das hingegen nur die Einleitung zu noch Schlimmerem:
« Deutschland, mittlerweile wieder die stärkste Militärmacht in Europa, hatte unter Bundeskanzlerin Alice Weidel gar den Generalstab wieder eingeführt. 1946 war er von den Alliierten auf immer verboten worden. In Berlin sann man auf Krieg. Ein islamistisches Europa? Nicht mit den Deutschen – und nicht mit den Russen, den engsten Verbündeten der Deutschen. »
So nebenbei, da ja Somm angeblich Historiker ist: Der alliierte Kontrollrat hatte die « Auflösung der Wehrmacht » beschlossen, nicht nur des Generalstabs. Im Potsdamer Abkommen war bereits 1945 die vollständige Entmilitarisierung Deutschlands angekündigt worden. Die Wiederbewaffnung ab 1955 und das Entstehen der Bundeswehr ist ein anderes Kapitel.
Aber zurück zum schreckensbleichen Alptraum Somms. Gegen Schluss seiner Apokalypse hat er allerdings die kühne Ankündigung im Text vergessen und schwächt in Frageform ab: « Kommt es zum Krieg zwischen Islamisten und Christen ?»
Dann wird es ziemlich nebulös, denn was dieser Absatz uns sagen soll, verschwindet im Nebel seiner wirren Gedanken: « In Bern gab es niemanden mehr, der die Neutralität infrage gestellt hätte. Wer es dennoch tat, bekam es mit dem Aussenminister zu tun, Cédric Wermuth von der SP, der von Saal zu Saal zog, um die immerwährende, bewaffnete Neutralität zu verteidigen. Alle wussten, dass sie das beste Mittel darstellte, um den nächsten Krieg zu überstehen. »
Während so unverständlich die Kolumne in der SoZ endet, fährt Somm in seinem Newsletter fort: « Ein unplausibles Szenario ? Wer das meint, soll mir erklären, warum er im 2010 den Ukraine-Krieg nicht vorausgesehen hatte .»
Tja, um ihn vorsichtig an eine wichtige Erkenntnis heranzuführen: Weil 2010 diese Möglichkeit dermassen unplausibel erschien. Man könnte genauso gut die dumme Frage stellen, wieso niemand 2010 die Präsidentschaft Trumps vorausgesehen habe. Das soll die Plausibilität von Somms Alptraum unterstützen?
ZACKBUM rät ein letztes Mal: Somm sollte diese Abbitten an seine Vergangenheit doch besser seinem Tagebuch eines Ketzers anvertrauen – und die Öffentlichkeit davon verschonen.
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logo1.svg René Zeyer 2026-09-03 05:00:28 2026-09-02 08:20:50 Somms Alptraum
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