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title: "Ronny Rauhe neuer Staatsminister für Sport und Ehrenamt Berlin; Olympische und Paralympische Bewerbung vorantreiben"
sdDatePublished: "2026-09-04T11:30:00Z"
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Ronny Rauhe neuer Staatsminister für Sport und Ehrenamt Berlin; Olympische und Paralympische Bewerbung vorantreiben

Ronny Rauhe ist neuer Staatsminister für Sport und Ehrenamt

Ronny Rauhe ist neuer Staatsminister für Sport und Ehrenamt

Der Kanurennsport-Olympiasieger wurde am Donnerstag als Nachfolger von Christiane Schenderlein vorgestellt. Der 44-Jährige hat Erfahrungen im Spitzen- und Breitensport ebenso vorzuweisen wie ein großes Herz fürs Ehrenamt. Der DOSB freut sich auf die Zusammenarbeit.

Es war eine Personalie, die viele überraschte. Am Donnerstag um 14.30 Uhr trat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Bundeskanzleramt in Berlin vor die Medien, um die Neubesetzung einer Position zu verkünden, die seit Ende Juli vakant war. Nachfolger von Christiane Schenderlein, die vom Bundeskanzler als Parlamentarische Staatssekretärin ins Bundesgesundheitsministerium versetzt worden war, und damit neuer Staatsminister für Sport und Ehrenamt wird Ronald Rauhe. Der 44 Jahre alte Berliner, der im Kanurennsport zwei olympische Goldmedaillen und insgesamt 16 WM-Titel gewinnen konnte, übernimmt das nach der Übernahme der aktuellen Regierungskoalition aus CDU und SPD im Frühjahr 2025 neu geschaffene Amt von der CDU-Politikerin Schenderlein, deren Demission in den vergangenen Wochen von vielen Seiten – auch aus dem DOSB – ebenso deutlich kritisiert worden war wie die Hängepartie bei der Neubesetzung.

„Mit Ronald Rauhe als neuem Minister für Sport und Ehrenamt möchte die Bundesregierung ein Zeichen setzen, dass wir den deutschen Sport als ein wichtiges Aufgabengebiet sehen. Gleichzeitig übernimmt er auch die Aufgabe, das Ehrenamt in Deutschland zu stärken. Ich bin sehr sicher, dass er der richtige Mann sein wird, auch hier im Bundeskanzleramt diesen großen Bereich des Sports und des Ehrenamts in unserer Republik zu stärken, zu unterstützen und auch jederzeit den Zugang zum Bundeskanzler zu haben. Ich freue mich sehr und danke noch einmal für die Bereitschaft, diese Aufgabe zu übernehmen“, sagte Merz, der Rauhe schon in einem vor der Pressekonferenz veröffentlichten Instagram-Post in seinem Team willkommen geheißen hatte.

Rauhes Gefühlswelt: stolz, glücklich, ein bisschen überwältigt

Der neue Staatsminister verglich seine emotionale Befindlichkeit mit dem Gewinn seiner ersten olympischen Medaille. „Ich war 18 Jahre alt, ich war stolz, ich war glücklich. Natürlich auch ein bisschen überwältigt. Aber eins wusste ich schon damals sehr genau: Diese Medaille gehört mir nicht alleine. Dahinter standen Trainerinnen und Trainer. Meine Familie, Ehrenamtler und ein Land, das mir die Möglichkeit gegeben hat, diesen Traum zu leben. Heute erlebe ich wieder einen Moment, der mich sehr berührt. Nicht als Athlet, sondern ab heute als Staatsminister für Sport und Ehrenamt. Vielen Dank für dieses Vertrauen“, sagte er.

Drei Dinge lägen ihm besonders am Herzen: Er wolle die Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele mit voller Kraft vorantreiben. Deutschland solle wieder zu den erfolgreichsten Sportnationen der Welt gehören und deshalb die beschlossene Spitzensportreform konsequent weiter vorantreiben. Und er werde dafür kämpfen, Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen Spitzenleistungen entstehen können, sicher und mit starken Trainerinnen und Trainern sowie Ehrenamtlichen, die mehr Unterstützung und vor allem volle Wertschätzung erhalten sollen. „Ich weiß, es liegen große Aufgaben vor uns, aber wenn ich eins im Sport gelernt habe, ist es, dass man große Titel niemals allein erreicht. Man erreicht sie gemeinsam. Sport und Ehrenamt können unser Land stärker machen, und genau dafür möchte ich arbeiten“, sagte er.

Wir sind uns sicher, dass der zweifache Olympiasieger und vielfache Weltmeister sich nun mit seiner im Sport gelernten Disziplin, Dynamik und Teamfähigkeit den vielfältigen Herausforderungen stellen wird. Thomas Weikert Präsident Deutscher Olympischer Sportbund

Wir sind uns sicher, dass der zweifache Olympiasieger und vielfache Weltmeister sich nun mit seiner im Sport gelernten Disziplin, Dynamik und Teamfähigkeit den vielfältigen Herausforderungen stellen wird.

„Wir freuen uns sehr auf die Zusammenarbeit mit Ronald Rauhe, dem neuen Staatsminister für Sport und Ehrenamt, und sind uns sicher, dass der zweifache Olympiasieger und vielfache Weltmeister sich nun mit seiner im Sport gelernten Disziplin, Dynamik und Teamfähigkeit den vielfältigen Herausforderungen stellen wird. Es ist gut, dass diese Personalie an einer wichtigen Schnittstelle, für deren Schaffung wir viele Jahre geworben haben, nun vom Bundeskanzler nachbesetzt worden ist“, sagte DOSB-Präsident Thomas Weikert. „Einen Olympiasieger, der über Jahrzehnte als Sportsoldat im Kanurennsport Weltspitzenleistungen mit Engagement im Verein und der Vertretung von Athletinnen und Athleten kombiniert hat, am Kabinettstisch zu wissen, gibt dem Sport und dem ehrenamtlichen Engagement in unserem Land Rückenwind. Zudem hat er mit der Abteilung für Sport und Ehrenamt ein starkes Team an seiner Seite.“

Dieses wird der Vater zweier Söhne, der mit der ehemaligen Spitzenkanutin Fanny Fischer verheiratet ist, zumindest in den ersten Monaten sicherlich brauchen. Rauhe, den alle nur Ronny nennen, ist bislang weder mit politischen Ämtern noch einer entsprechenden Gremienarbeit befasst gewesen, er ist nicht Mitglied einer Partei. Über seine ehrenamtlichen Tätigkeiten in seinem Sport und seine Tätigkeit bei der Bundeswehr, wo er nach der aktiven Karriere im Dienstgrad Hauptfeldwebel in der Sportfördergruppe als Berater für die Sportsoldat*innen fungierte, hat er jedoch wichtige Einblicke in sportpolitische Themenbereiche gesammelt. Zudem ist der gebürtige Berliner, der zwischen 2000 und 2021 an sechs Olympischen Spielen teilnahm und zum Karriereausklang in Tokio bei der Abschlussfeier die deutsche Fahne trug, Mitglied der DOSB-Athlet*innenkommission (AK). Dort repräsentiert er die AK des Europäischen Olympischen Komitees (EOC), deren stellvertretender Vorsitzender er seit November 2025 ist. Zudem ist er über sein EOC-Amt auch Mitglied der IOC-AK. Ob er den Posten im EOC für die Zeit seines Engagements im Bundeskanzleramt ruhen lassen darf oder abgeben muss, wird das EOC zu entscheiden haben.

Sein Ziel: Olympische und Paralympische Spiele nach Deutschland holen

Spannend wird zu beobachten sein, wie es Ronny Rauhe gelingt, in der Causa der deutschen Bewerbung um Olympische und Paralympische Spiele die für sein neues Amt gebotene Neutralität walten zu lassen, nachdem er sich in den vergangenen Monaten mit sehr viel Herzblut für Berlin als Gastgeber eingesetzt hatte. Die Entscheidung über den nationalen Kandidaten fällt am 26. September auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des DOSB in Baden-Baden. Rauhe, der seit 2022 im ZDF als Experte für Kanurennsport engagiert ist und 2024 im Edel-Verlag seine Biografie „In einem Boot. Warum Leistungssport so wichtig für die Gesellschaft ist“ veröffentlichte, hatte schon lange, bevor es um die Frage nach dem Wo ging, und auch bei seinen Wahlkampfauftritten für Berlin stets betont, dass es vorrangig darum gehe, die Spiele nach Deutschland zu holen.

Auch deshalb befürchtet Otto Fricke, Vorstandsvorsitzender des DOSB, keinerlei Interessenskonflikte. „Ronny hat sich auf allen Feldern, auf denen er sich engagiert, stets als Profi präsentiert. Ich bin überzeugt, dass er auch diese Aufgabe professionell meistern wird. Im Übrigen entscheidet über den deutschen Kandidaten nicht die Politik, sondern die DOSB-Mitgliederversammlung“, sagte er. Ob Rauhe noch in die Evaluierungskommission einschert, die aktuell die drei Kandidaten Berlin, München und Köln Rhein Ruhr unter die Lupe nimmt, oder ob Babette Kibele, Abteilungsleiterin Sport und Ehrenamt im BKA, weiterhin in Vertretung von Christiane Schenderlein in diesem Gremium beobachtend tätig bleibt, müssen die kommenden Tage zeigen. Otto Fricke jedenfalls freut sich darüber, „dass die wochenlange Vakanz nun endlich überwunden ist und wir wieder einen Ansprechpartner haben, der sich mit sehr viel Herzblut für den Leistungs- und Breitensport sowie das Ehrenamt einsetzen wird.“