Antonia Schürch aus Uster ZH kämpft nach Wohnungswechsel finanziell mit Nebenkosten; Winterhilfe unterstützte 2500 Haushalte im Vorjahr
Wohnungswechsel: D helfen Leuten, die kn Ein Wohnungswechsel kann Haushalte mit einem knappen Budget in eine zusätzliche finanzielle Notlage bringen. Der K-Tipp sagt, wo Betroffene Unterstützung erhalten. gk ntoniaSchürchund ihre Tochter Meira (12, Namen geän- dert) aus Uster ZH sind es gewohnt, mit wenig Geld auszukommen. Doch seit sie vor zwei Jahren in eine neue Wohnung zügeln mussten, weil ihre bisheri- ge abgebrochen wurde, ist ihr finanzieller Spielraum noch kleiner geworden. Die Monatsmiete von 1215 Franken für die Wohnung kann Antonia Schürch mit ihrem Nettoeinkommen von rund 2800 Franken zwar gerade noch stem- men. Die jährliche Neben- kostenabrechnung in der Höhe von 600 bis 1000 Franken bringt sie aber re- gelmässig in Zahlungs- Schwierigkeiten. Antonia Schürch absolviert zurzeit eine Zweitausbildung als Fachfrau Betreuung. Vor zwei Jahren gelang- te Antonia Schürch mit ei- nem Gesuch an den Verein Winterhilfe. Die alleinerzie- hende Frau musste ihre fi- nanziellen Verhältnisse of- fenlegen, worauf ihr die Winterhilfe 400 Franken an die Nebenkostenabrech- nung bezahlte. In diesem Jahr erhielt Schürch von der Hilfsorganisation zu- dem Essensgutscheine. Die Winterhilfe ist eines der grössten Hilfswerke, die Einzelfallhilfe leisten (siehe Kasten). Im Bereich Wohnen zahlt sie je nach Region Beträge von 1000 bis 3000 Franken pro Fall. Vergangenes Jahr unter- stützte sie 2500 Haushalte einmalig. Michele Schatz- mann von der Winterhilfe Schweiz sagt: «Seit dem Jahr 2020 wenden sich mehr armutsbetroffene und -gefährdete Haushalte mit Mietzinsrückständen oder unbezahlten Umzugs- und Nebenkosten an uns.» Auch Billigwohnungen werden immer teurer Die Gründe für diese Zu- nähme: Auch relativ güns- tige Wohnungen wurden in den letzten Jahren teurer. Das bringt ärmere Haushai- te an finanzielle Grenzen. Zusatzausgaben wie jährli- ehe Nebenkosten von eini- gen Hundert Franken sind dann bereits zu viel. Für den 78-jährigen Ri- chard Hug (Name geändert) aus dem Kanton Thurgau stand ein Wohnungswech- sei an, weil er in seiner al- ten Wohnung auf einer Treppe gestürzt war. Nach dem Spital- und dem Reha- aufenthalt stand fest: Er Von der Caritas bis zur Winterhilfe: Hier finden Wohnungsmie Diese Organisationen leisten Unterstützung im Bereich Wohnen. Caritas Regionale Organisatio- nen der Caritas leisten Hilfe mit finanziellen Beiträgen. Die Caritas Zürich unterstützt Ar- mutsbetroffene mit dem Programm «WohnFit» bei der Wohnungs- suche. Weitere Infos im Internet: Caritas- regio.ch. Heilsarmee Die Heilsarmee bietet in mehreren Städten kos- tenlose Beratung an und vermittelt Stiftungen, die Mietkautionen fi- nanzieren. In der Stadt Bern (Wohnberatung Bern) hilft die Organi- sation etwa bei der Wohnungssuche oder bei der Mietdepotfinan- zierung. In Biel BE half sie 2025 bei Wohnanlie- gen in 62 Fällen, 2026 allein bis zum Juli in 156 Fällen. Infos: Heilsarmee.ch. IG Wohnen 2025 übernahm die IG bei 110 Haushalten in der Stadt Basel Um- zugs-, Reinigungs-, Heiz- und Nebenkosten von durchschnittlich 2000 Franken. Infos: Ig-wohnen.ch. Pro Infirmis Unterstützt Leute mit einer Behinderung und Datum: 02.09.2026 K-Tipp 8032 Zürich 044/ 266 17 17 https://www.ktipp.ch/ Medienart: Print Medientyp: Publikumsmedien Auflage: 190'781 Erscheinungsweise: wöchentlich Seite: 30,31 Fläche: 55'176 mm² Auftrag: 3017933 Themen-Nr.: 315002 Referenz: 7d216513-9642-4f94-b833-c16bf4805a1a Ausschnitt Seite: 1/2
iese Organisationen app bei Kasse sind Wohnungsumzug: Kann ärmere Haushalte in finanzielle Nöte bringen konnte nicht mehr in die ursprüngliche Wohnung zurück. Seine Angehöri- gen suchten für ihn eine neue Bleibe am gleichen Ort und fanden einzig eine Zweizimmerwohnung in einer Alterssiedlung. Kos- ten pro Monat: 2240 Fran- ken. Hugs monatliches Renteneinkommen aus AHV- und Pensionskasse beträgt 3000 Franken. Vermögen hat er keines. Dank Ergänzungsleis- tungen und vorübergehen- der Hilfe der Gemeinde sind Richard Hugs Wohn- und Gesundheitskosten gedeckt. Für die Kosten von 2330 Franken für die Zügelfirma und die Woh- nungsreinigung suchte Pro Senectute Finanzie- rungsmöglichkeiten bei Stiftungen. Auch regionale Organi- sationen gewähren Einzel- fallhilfen im Bereich Woh- nen. Die IG Wohnen im Kanton Basel-Stadt bei- spielsweise richtete letz- tes Jahr an 110 Haushalte durchschnittlich knapp 2000 Franken aus. Die Wohnberatung Bern der Heilsarmee unterstützte 1207 Leute mit Beiträgen. Regionale Organisationen der Caritas gewährten bei Notlagen im Bereich Woh- nen im Durchschnitt 600 Franken pro Haushalt. Auch Pro Infirmis leistet Hilfe Die vierköpfige Familie Schmid (Name geändert) aus dem Kanton Aargau ist seit einem Umzug in ein kleines Fünfzimmerhaus ebenfalls finanziell in der ter Unterstützung ihre Angehörigen mit der Finanzierung von Miet- kautionen, Umzügen, Reinigungskosten, Erst- einrichtungen oder an- deren Wohnkosten. In- fos: Proinfirmis.ch. Pro Senectute 2025 unterstützte Pro Senectute 4800 Senio- ren bei Wohnfragen und Wohnkosten im Umfang von 6,7 Millionen Fran- ken. Voraussetzung für eine Unterstützung: AHV, Ergänzungsleistungen oder Leistungen der Krankenkasse sind ausgeschöpft. Infos: Prosenectute.ch. Sozialwerk Pfarrer Sieber Das Sozialwerk Pfarrer Sieber unterstützt Ob- dachlose und Suchtkran- ke vor allem mit Zimmer- angeboten, aber auch beratend bei der Suche nach einer Anschlusslö- sung. Infos: Swsieber.ch. Stiftung Domicil Unterstützt wirtschaft- lieh, sozial und kulturell benachteiligte Einwoh- ner des Kantons Zürich, übernimmt Solidarhaf- tung in Mietverhältnis- sen. Vermittelte 2025 177 Personen eine Wohnung. Infos: Domicilwohnen.ch. Winterhilfe Der Verein Winterhilfe unterstützt Personen, deren Einkommen sich an der Armutsgrenze bewegt. Die Organi- sation hilft mit Natural- leistungen wie Betten, Kleidern und Gutschei- nen und leistet Beiträge an Wohnnebenkosten, Freizeitkosten für Kinder, Weiterbildungskosten oder Zahnarztrechnun- gen. Im letzten Ge- schäftsjahr half die Winterhilfe fast 50000 Leuten finanziell oder mit Naturalleistungen. Infos: Winterhilfe.ch. Klemme. Vorher hatte sie zusammen mit den Eltern von Familienvater Jan Schmid im gleichen Haus gewohnt. Die Miete des neuen Domizils ist pro Mo- nat 250 Franken teurer als die alte Wohnung. Dabei leben Schmids sparsam: 100 bis 150 Franken müs- sen fürs Essen der Fami- lie eine ganze Woche lang reichen. Was das Budget jedoch sprengte, waren die Miet- kaution von 6900 Franken und unerwartete Repara- turkosten in der alten und der neuen Wohnung von mehreren Tausend Fran- ken. Im Fall der Familie Schmid übernahmen Pro Infirmis und die Stiftung «Schwiizer hälfed Schwii- zer» die zusätzlichen Kos- ten. Daniel Mennig Staatliche Wohnhilfe Neben den genannten Hilfsorganisationen gibt es Städte wie Zürich, St. Gallen, Bern, Biel, Freiburg oder Luzern, die Hilfe im Bereich Wohnen leisten: je nach Gemein- de via Beratung, Notun- terkünfte, Vermietung von Wohnungen, Sub- ventionierung von Woh- nungen, Wohnkosten- Zuschüsse oder mit finanziellen Garantien gegenüber Vermietern. Datum: 02.09.2026 K-Tipp 8032 Zürich 044/ 266 17 17 https://www.ktipp.ch/ Medienart: Print Medientyp: Publikumsmedien Auflage: 190'781 Erscheinungsweise: wöchentlich Seite: 30,31 Fläche: 55'176 mm² Auftrag: 3017933 Themen-Nr.: 315002 Referenz: 7d216513-9642-4f94-b833-c16bf4805a1a Ausschnitt Seite: 2/2