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title: "Elisabeth Kiausch gestorben in Hamburg; erste weibliche Präsidentin eines deutschen Landesparlaments"
sdDatePublished: "2026-09-04T16:04:00Z"
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Elisabeth Kiausch gestorben in Hamburg; erste weibliche Präsidentin eines deutschen Landesparlaments

„Zielorientiert und geradlinig“ - Hamburgische Bürgerschaft

Im Alter von 93 Jahren war Elisabeth Kiausch am 19. August 2026 verstorben. Von 1970 bis 2004 gehörte sie der Hamburgischen Bürgerschaft an. 1987 übernahm sie erstmals das Amt der Bürgerschaftspräsidentin und war damit die erste Frau an der Spitze eines deutschen Landesparlaments. Von 1991 bis 1993 stand sie erneut dem Hamburger Parlament vor. Zwischen ihren beiden Amtszeiten als Präsidentin war sie unter anderem die erste Finanzsenatorin der Freien und Hansestadt Hamburg.

Am Freitag, 4. September, kamen Familie, politische Weggefährt:innen und Vertreter:innen der Hamburgischen Bürgerschaft in der Elisabethkirche Eidelstedt zusammen, um gemeinsam an Elisabeth Kiausch zu erinnern. Die Trauerfeier wurde von Pastor Siaquiyah Davis gestaltet. Auf den liturgischen Teil mit Psalmgebet und Ansprache folgte der weltliche Teil der Trauerfeier. Musikalisch wurde das Gedenken unter anderem von „Amazing Grace“, „Möge die Straße uns zusammenführen“ und „Geh aus, mein Herz, und suche Freud“ begleitet.

Respekt für eine starke Persönlichkeit

In ihrer Ansprache erinnerte Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit an Elisabeth Kiausch und würdigte ihre Verdienste um Hamburg und die parlamentarische Demokratie: „Elisabeth Kiausch ist für uns alle ein Vorbild, das man nicht hoch genug einschätzen kann – sie hat Stil und Umgang miteinander positiv beeinflusst.

Personen, die im Kontakt mit Elisabeth Kiausch stehen durften, sprechen stets mit großem Respekt über sie. Respekt für eine Frau, die auch sehr schwierige Probleme sachlicher wie auch personeller Art ohne viel Aufhebens, zielorientiert und geradeaus abgearbeitet hat.

Sie war die Erste in vielerlei Hinsicht. Die erste Frau an der Spitze unseres Parlaments, zugleich die erste Präsidentin eines deutschen Landesparlaments überhaupt. Die erste Finanzsenatorin Hamburgs. Sie hat dafür gesorgt, dass viele nach ihr nicht mehr die Erste sein müssen. Ihr Andenken werden wir in Ehren halten.“

Elisabeth Kiausch prägte die Hamburger Politik über mehrere Jahrzehnte. Neben ihrem Amt als Bürgerschaftspräsidentin war sie 1987

88 Senatorin für Finanzen und von 1996 bis 1997 Vorsitzende der SPD-Fraktion. Besonders am Herzen lag ihr die politische Beteiligung junger Menschen. Das von ihr initiierte Planspiel „Jugend im Parlament“ vermittelt bis heute Hamburger Schüler:innen Einblicke in Landespolitik und parlamentarische Demokratie.

Zum Abschluss der Trauerfeier legten die Kinder von Elisabeth Kiausch Blüten am Sarg nieder. Auch Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit nahm Abschied und legte eine Blüte nieder.

Trauerfeier für Elisabeth Kiausch in der Elisabethkirche Eidelstedt.

Vertreter:innen aus Politik und Wirtschaft nahmen Abschied von der ehemaligen Präsidentin (von rechts nach links: erste Reihe: Senator Dr. Andreas Dressel, Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher, Präsidentin Carola Veit; zweite Reihe, linke Bankseite: ehemalige Präsidentin Ute Pape (1993-2000), Berndt Röder (2004-2010), Vizepräsident Frank Schmitt; dritte Reihe, rechte Bankseite: Albert Darboven (J. J. Darboven), Milan Pein, Martina Koeppen (beide SPD); dahinter Michael Gwosdz (GRÜNE) und Dr. Kaja Steffens (CDU))

Präsidentin Carola Veit legt Blumen am Sarg der Verstorbenen nieder.

Vertreter:innen aus Politik und Wirtschaft nahmen Abschied von der ehemaligen Präsidentin

Präsidentin Carola Veit hält eine Rede anlässlich der Trauerfeier für Elisabeth Kiausch.