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title: "DEEP-DV Forschungsverbund in Norddeutschland erhält den Norddeutschen Wissenschaftspreis 2026 für länderübergreifende Zusammenarbeit; Preisgeld je Projekt 83.333 Euro"
sdDatePublished: "2026-09-04T10:08:00Z"
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DEEP-DV Forschungsverbund in Norddeutschland erhält den Norddeutschen Wissenschaftspreis 2026 für länderübergreifende Zusammenarbeit; Preisgeld je Projekt 83.333 Euro

HZI | Norddeutscher Wissenschaftspreis für Forschungsverbund DEEP-DV

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Norddeutscher Wissenschaftspreis für Forschungsverbund DEEP-DV

83.333 Euro für Forschende aus Hamburg, Braunschweig und Hannover

Für seine länderübergreifende Zusammenarbeit hat der Forschungsverbund DEEP-DV („Disrupt – Evade – Exploit: Genexpression und Manipulation der Wirtsantwort bei DNA-Virus-Infektionen“) den Norddeutschen Wissenschaftspreis 2026 erhalten. Das Konsortium unter gemeinsamer Leitung von Prof. Nicole Fischer (Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)) und Prof. Melanie Brinkmann (Technische Universität Braunschweig und Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI)) untersucht, wie DNA-Viren dem Immunsystem entkommen und dauerhaft im Körper verbleiben. Mit dem Preis würdigen die Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein seit 2012 Kooperationsprojekte in wechselnden Disziplinen, diesmal aus dem Bereich Lebenswissenschaften. Ausgezeichnet wurden drei Projekte, deren Preisgeld jeweils 83.333 Euro beträgt.

„Chronische Virusinfektionen und ihre langfristigen Folgen gewinnen in einer alternden Gesellschaft und für vulnerable Gruppen zunehmend an Bedeutung. Indem wir wissenschaftliche Kompetenzen und modernste Technologien bündeln, wollen wir persistierende Virusinfektionen besser verstehen und neue Ansätze für Prävention und Therapie entwickeln“, sagt Prof. Nicole Fischer, Co-Sprecherin des Verbunds, Direktorin des Instituts für Molekulare Virologie und Tumorvirologie des UKE und assoziierte Wissenschaftlerin am Leibniz-Institut für Virologie (LIV).

„Große wissenschaftliche Fortschritte entstehen selten allein. Sie entstehen dort, wo Menschen ihre unterschiedlichen Stärken zusammenbringen und gemeinsam an einer Idee arbeiten. Genau dafür steht DEEP-DV . Dieser Preis würdigt deshalb nicht nur unsere Forschungsergebnisse, sondern auch ein starkes norddeutsches Netzwerk, das zeigt, was wir gemeinsam erreichen können“, sagt Prof. Melanie Brinkmann, Co-Sprecherin des Verbunds, Professorin am Institut für Genetik der TU Braunschweig und Leiterin der Forschungsgruppe „Virologie und angeborene Immunität“ am HZI.

Wie DNA-Viren dem Immunsystem entkommen

Viele DNA-Viren – darunter Herpesviren, Polyomaviren, Papillomaviren und Adenoviren – können dauerhaft im Körper verbleiben. Dabei bleiben sie weitestgehend inaktiv, können aber unter bestimmten Bedingungen reaktivieren. Dies kann insbesondere für Menschen mit geschwächtem Immunsystem schwerwiegende Folgen haben. Im Mittelpunkt des seit 2022 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Konsortiums steht deshalb die Frage, welche molekularen Mechanismen es DNA-Viren ermöglichen, der Immunabwehr zu entgehen und langfristig im Körper zu verbleiben. Mit modernen Genom-, Transkriptom- und Einzelzellanalysen sowie innovativen Organoidmodellen untersucht DEEP-DV, wie Virus und Wirtszelle miteinander interagieren. Ziel ist es, die Mechanismen der Viruspersistenz zu entschlüsseln und damit die Grundlage für neue Ansätze zur Prävention und Behandlung zu schaffen.

Ein zentrales gemeinsames Vorhaben von DEEP-DV ist die Entwicklung eines Transkriptionsatlas‘ – einer molekularen Landkarte von DNA-Virusinfektionen, die künftig der internationalen Forschungsgemeinschaft zugänglich gemacht werden soll. Er soll sichtbar machen, welche Gene von Virus und Wirtszelle zu unterschiedlichen Zeitpunkten einer Infektion aktiv sind. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der epigenetischen Regulation. Die Forschenden untersuchen molekulare Schalter, die die Aktivität von Genen steuern und möglicherweise zur Etablierung langfristiger Virusreservoire beitragen.

Der Verbund, verbindet führende Expertise aus der norddeutschen Infektionsforschung über die Standorte Hamburg, Braunschweig und Hannover hinweg: Am UKE und am LIV werden molekulare Virologie, Virusgenomik und Systembiologie verbunden; die TU Braunschweig und das HZI bringen besondere Kenntnisse in der Immunantwort und der molekularen Regulation von Virusinfektionen ein. Das Centre for Structural Systems Biology (CSSB) und die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) ergänzen den Verbund um modernste Forschungsinfrastruktur für Strukturbiologie, Imaging und integrative Systembiologie und Expertise in der Herpesvirusforschung. So ist entlang der Forschungsachse Hamburg – Hannover – Braunschweig ein eng vernetzter Forschungsraum entstanden.

Der Norddeutsche Wissenschaftspreis wird seit dem Jahr 2012 vergeben. Zunächst im jährlichen Rhythmus, seit 2018 wird er alle zwei Jahre verliehen. Mit dem Norddeutschen Wissenschaftspreis prämiert die Norddeutsche Wissenschaftsministerkonferenz (NWMK) länderübergreifende Forschungskooperationen, die sich in besonderem Maße durch wissenschaftliche Exzellenz auszeichnen und zugleich einen Beitrag zur Stärkung norddeutscher wissenschaftlicher Netzwerke sowie ihrer Sichtbarkeit und Wettbewerbsfähigkeit leisten oder das Potenzial dazu haben.

Originalpressemitteilung der Technischen Universität Braunschweig

Zwei HZI-Projekte nominiert für Science Breakthrough of the Year 2026

Millionenförderung für Forschungsgruppe zu DNA-Viren

HZI-Forschende entwickeln RSV-Impfstoff mit innovativer Impfstofftechnologie

DEEP-DV Sprecherinnen Prof. Melanie Brinkmann (TU Braunschweig und HZI) und Prof. Nicole Fischer (UKE) wurden mit dem Norddeutschen Wissenschaftspreis ausgezeichnet

Die Falling Walls Foundation hat zwei Projekte des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) für den „Science Breakthrough of the Year 2026“ nominiert. Die Auszeichnung würdigt bahnbrechende wissenschaftliche Fortschritte, die Mauern in der Wissenschaft einreißen und weltweit Wirkung entfalten. Das von Prof. Mark Brönstrup geleitete PROTON-Team wurde für die Entwicklung einer neuartigen Antibiotika-Technologie gegen den Erreger Staphylococcus aureus nominiert. Zudem wurde das ENDURIVAC-Team, vertreten von Dr. Henning Jacobsen, für die Entwicklung einer Impfstoffplattform gewürdigt, die langfristige Immunität gegen Atemwegserreger erzeugt.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert die Forschungsgruppe „DEEP-DV“ für weitere vier Jahre mit insgesamt 5,3 Millionen Euro. Damit geht die erfolgreiche Arbeit der interdisziplinären Gruppe mit Wissenschaftler:innen aus Braunschweig, Hamburg, Hannover, Berlin, Regensburg, Ulm, Freiburg und München in die zweite Förderphase. DNA-Viren wie Herpesviren und Polyomaviren können nach einer Erstinfektion dauerhaft im Körper verbleiben und Jahre später schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.

Forschende des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) haben eine neuartige vielversprechende Impfstofftechnologie entwickelt. Ihre bisherigen Studien zeigen: Bereits eine Impfstoffdosis führt zu einem effektiven und langanhaltenden Immunschutz. Basis dieser sogenannten MCMV-Impfstoffvektor-Technologie ist das Maus-Zytomegalie-Virus (MCMV). Es fungiert als Träger-Virus, das ausgewählte Antigene eines Krankheitserregers, gegen den geimpft werden soll, in den Körper schleust. In dem Anfang Januar am HZI gestarteten Anschlussprojekt VIVA-VEK-2 soll nun ein Proof-of-Concept-Impfstoffkandidat gegen das Respiratorische Synzytialvirus (RSV) hergestellt und auf Wirksamkeit und Verträglichkeit geprüft werden. Mit der neuen Impfstofftechnologie könnte eine Impfstoffdosis womöglich sogar für lebenslangen Schutz sorgen, vermuten die Forschenden. Das Projekt wird durch das Programm GO-Bio initial des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) über zwei Jahre mit einem Fördervolumen in Höhe von einer Million Euro gefördert.

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