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title: "Fraunhofer IVI übereignet autartec®-Haus an Niemann Recycling GmbH \u0026 Co. KG am Bergheider See; Besucherzugang geplant"
sdDatePublished: "2026-09-04T13:06:00Z"
source: "https://www.ivi.fraunhofer.de/content/dam/ivi/de/dokumente/pressemitteilung/2026/20260831_PM_AutartecHaus.pdf"
topics:
  - name: "construction and property"
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  - name: "architecture"
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locations:
  - "Dresden"
  - "Germany"
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Fraunhofer IVI übereignet autartec®-Haus an Niemann Recycling GmbH & Co. KG am Bergheider See; Besucherzugang geplant

Presseinformation

Dresden, 31. August 2026

Aus Haus im See wird Haus am See: Übereignung des autartec®-
Hauses an die Niemann Recycling GmbH & Co. KG
Aus Forschungsprojekt wird Zukunftsort: Das autartec®-Haus auf dem Bergheider See hat mit
der Niemann Recycling GmbH & Co. KG einen neuen Eigentümer gefunden. Die schwimmende
Landmarke soll erhalten, saniert und perspektivisch für Besucherinnen und Besucher zugänglich
gemacht werden.

Das autartec®-Haus an seinem ursprünglichen Liegeplatz am Bergheider See.
© Fraunhofer IVI

Presseinformation

Das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI hat den schwimmenden
Demonstrator autartec®-Haus zum 18.08.2026 an die Niemann Recycling GmbH & Co. KG
übereignet und zur fortführenden Nutzung übergeben. Damit bleibt die markante Konstruktion
im Bergheider See der Region erhalten.
Das Bauvorhaben wurde initial unter Federführung des Fraunhofer IVI und weiterer Partner aus
der Region als Demonstrationsplattform eines vom Bundesministerium für Bildung und
Forschung BMBF geförderten Forschungsprojektes ins Leben gerufen. Mit seiner Einweihung im
Jahr 2019 sorgte das Objekt neben der Braunkohleabraum-Förderbrücke F60 schnell für
Aufsehen: Die ineinander verschachtelten Bauelemente sahen als Gebäudestruktur so ganz
anders aus als gewöhnlich. Das Ziel: ein schwimmendes Haus, das sich selbst mit Wasser, Strom
und Wärme versorgt.
Auf einem Ponton auf zwei Ebenen errichtet, verfügt das Haus über insgesamt 109m2
Wohnfläche und eine 15m2 große Terrasse. Die Verbindung moderner Architektur mit einer
hoch effizienten Anlagen- und Gebäudeausstattung war originell: In die Gebäudehülle
integrierte Solarzellen, in Textilbetonwände eingebaute Lithium-Polymer-Akkumulatoren sowie
innovative Speichertechnologien (Salzhydrat und Zeolith) unterstützten das autarke
Versorgungssystem.
Die hierbei entwickelten Einzeltechnologien (u. a. ein Batterie- und Haustechnikmonitoring-
System oder Textilbetonbauteile) wurden in verschiedenen Folgeprojekten der jeweiligen
Projektpartner fortgeführt und werden kontinuierlich an anderen Standorten optimiert.
Dennoch war zwischenzeitlich sogar vom Abriss des ehemaligen »Leuchtturmprojekts« die Rede
– nach Abschluss der Forschungsarbeiten war der wirtschaftliche Betrieb und die Unterhaltung
im säurehaltigen Wasser für das Fraunhofer IVI selbst nicht möglich: Zum einen lassen juristische
Randbedingungen einen Gewerbebetrieb nicht zu. Zum anderen müssen derartige Objekte
zwingend von ansässigen Akteuren betrieben werden, damit sie der lokalen Struktur dienlich
werden. Hierzu tauschte sich das Institut kontinuierlich mit Behörden, Verantwortlichen und
Firmen aus. Dabei stand das Fraunhofer IVI unter Handlungsdruck: Die Korrosion des Pontons
schritt aufgrund des Säuregehalts zunehmend voran; gleichzeitig musste das Institut
vergaberechtliche Rahmenbedingungen für den schließlich in Betracht gezogenen Rückbau
einhalten.

Presseinformation

Im Bieterverfahren fand sich die Niemann GmbH & Co. KG, ein Unternehmen, deren
Aufgabenschwerpunkt eher im Abriss solcher Baulichkeiten liegt, nicht in deren
Wiederverwertung.
Bei einer Begehung vor Ort sah Geschäftsführer Steffen Niemann jedoch das Potential und
entschloss sich dafür, die Struktur nicht rückzubauen, sondern in eine wirtschaftliche Nutzung
zu überführen. Hierfür soll die schwimmende Technologie-Plattform in die Uferzone des Sees
verstetigt werden. »In meine Überlegungen fließt eine mögliche touristische Nutzung ein. Ich
freue mich, dieses regionale Wahrzeichen zu erhalten und anderen zugänglich zu machen«,
sagt Steffen Niemann.
Auch Prof. Sanaz Mostaghim, Institutsleiterin des Fraunhofer IVI, zeigt sich zufrieden mit dieser
Entwicklung: »Ich bin sehr froh, dass das Projekt autartec® erfolgreich abgeschlossen werden
konnte: eine Technologie- und Demonstratoranwendung in eine wirtschaftliche Betriebsweise
zu überführen ist die Grundidee des Fraunhofer-Modells. Ein Rückbau wäre wirklich schade
gewesen.«
Der neue Eigentümer übernimmt ab sofort alle weiteren baulichen Maßnahmen. Die
Sanierungsarbeiten starten voraussichtlich Anfang September 2026.

Ansprechpartnerin
Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme IVI
Susann Störmer
Gruppenleiterin
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon +49 (0)351/ 46 40-683
susann.stoermer@ivi.fraunhofer.de