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title: "Neue Grundschule Ilfeld eingeweiht; 73 Prozent weniger Lkw-Fahrten"
sdDatePublished: "2026-09-04T09:06:00Z"
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Neue Grundschule Ilfeld eingeweiht; 73 Prozent weniger Lkw-Fahrten

Neue Grundschule in Ilfeld eingeweiht - landkreis-nordhausen.de

Neue Grundschule in Ilfeld eingeweiht

Der Neubau der Grundschule Ilfeld auf dem historischen Gutshofgelände ist seit Schuljahresbeginn in Betrieb, rund 80 Schüler besuchen die Schule in Ilfeld. Bei der symbolischen Einweihung der neuen Grundschule in Ilfeld mit dem Thüringer Minister für Digitales und Infrastruktur Steffen Schütz, Landrat Matthias Jendricke, der Schulleiterin Kerstin Schiller-Benkstein und vielen weiteren Gästen wird die Fertigstellung des ersten realisierten Projekts des Thüringer Modellvorhabens für Schulbau in Holzbauweise gefeiert.

Die beiden Grundschulen in Ilfeld und Niedersachswerfen sind eine gemeinsame Schule mit zwei Standorten, die Heinz-Sielmann-Grundschule Harztor. Die Gesamtkosten des Bauvorhabens in Ilfeld liegen bei rund 6,7 Mio. Euro brutto. Das Land Thüringen förderte das Vorhaben aus dem Schulbauprogramm mit 4,5 Mio. Euro. Der Baustart war im Dezember 2024, Grundsteinlegung im Mai 2025, Richtfest im August 2025. Die gesamte Rohbauzeit betrug damit nur drei Monate, durch den hohen Vorfertigungsgrades des eingesetzten Holzbausystems. Seit Herbst 2025 liefen die Ausbaugewerke. Restarbeiten auf dem Außengelände erfolgen in den kommenden Wochen.

Der Neubau der Grundschule Ilfeld geht – ebenso wie die parallel gebaute Grundschule in Bendeleben im Kyffhäuserkreis – auf den Architektenwettbewerb „Modellprojekt Schulbau in Holzbauweise" zurück, den der Freistaat Thüringen gemeinsam mit den Landkreisen Nordhausen und Kyffhäuserkreis im Jahr 2021 ausgelobt hat. Das Büro DGJ Architektur aus Frankfurt am Main ging als Siegerbüro hervor und realisierte beide Schulbauten auf Basis eines eigens für den Schulbau weiterentwickelten Holzbausystems. Das System verfolgt von Beginn an einen systemischen Nachhaltigkeitsanspruch, setzt auf Ressourceneffizienz und ökologische Baustoffe. Holz ist der Primärbaustoff: es handelt sich um unbehandelte sägeraue Lärchenfassade, Strohbauplatten wurden im Innenausbau genutzt, nachwachsende Rohstoffe als Dämmmaterial. Das Projekt verzichtet damit konsequent auf erdölbasierte Dämmstoffe. Die Außenwand dämmt Zellulose gemeinsam mit Holzfaserplatten; unter der Bodenplatte kommt Glasschaumschotter zum Einsatz – ein mineralisches Recyclingprodukt aus Altglas. Die Fassade besteht aus regionaler Lärche in stehender Schalung, lasiert und hinterlüftet. Das Primärtragwerk ist nahezu stahlfrei. Die tragenden Außenwände bestehen aus vorgefertigten Holztafelelementen. Das System lässt sich in unterschiedliche städtebauliche Typologien übersetzen und ist als offener Baukasten konzipiert, den jede Zimmerei mit kleiner Halle fertigen kann.

Beim Bau lag ein besonderer Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit. Das Gebäude basiert auf einem konstruktiven Raster, das passgenau für den Transport auf Standard-Sattelschleppern war. Im Vergleich zu einem konventionellen Modulbau reduziert sich die Anzahl der Transportfahrten dadurch erheblich, um 73 Prozent (13 statt 48 Lkw-Fahrten). Die neue Grundschule ist das effizienteste Gebäude des Landkreises und verfügt über ein Wärmepumpensystem, eine Photovoltaikanlage und ein begrüntes Dach. Die Wärmeerzeugung erfolgt über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung. Das Dach ist extensiv begrünt, mit Retentionselementen zur Regenwasserbewirtschaftung ausgestattet und trägt eine Photovoltaikanlage. Die natürliche Querlüftung der Klassenräume erfolgt über große Fenster und Dachlichter. Außenliegende Textilscreens und die umlaufende Pergola an Süd- und Ostfassade übernehmen den sommerlichen Wärmeschutz.

Die neue Grundschule steht auf dem Gelände eines ehemaligen Gutshofs der Klosterkammer Hannover in Ilfeld. Der Neubau nutzt die Fläche einer ehemaligen Kläranlage und schont so das angrenzende denkmalgeschützte Stallgebäude städtebaulich. Der eingeschossige Neubau ergänzt das historische Ensemble und entwickelt dessen räumliche Struktur zeitgemäß weiter. Alle Klassenräume, der Hort und die Mensa orientieren sich zur Landschaft und schaffen vielfältige Bezüge zwischen Lernen, Aufenthalt und Natur. Außenräume und überdachte Bereiche sind eng mit den Lernräumen verknüpft. Das „grüne Klassenzimmer“, ein Schulgarten und der Schulhof erweitern den Schulalltag um Orte für gemeinsames Lernen, Spielen und Aufenthalt.