---
title: "Prof. Dr. med. Dr. Walter A. Wuillemin führt Patienten-Selbstmanagement in der Schweiz ein; 6500 Personen geschult in der Schweiz"
sdDatePublished: "2026-09-04T09:07:00Z"
source: "https://www.luks.ch/newsroom/30-jahre-patienten-selbstmanagement-eine-innovation-staerkt-eigenverantwortung-und-lebensqualitaet"
topics:
  - name: "health treatment and procedure"
    identifier: "medtop:20000464"
  - name: "medical research"
    identifier: "medtop:20000737"
  - name: "medical profession"
    identifier: "medtop:20000485"
  - name: "health care provider"
    identifier: "medtop:20000278"
  - name: "healthcare industry"
    identifier: "medtop:20001354"
locations:
  - "Lucerne"
  - "Switzerland"
---


Prof. Dr. med. Dr. Walter A. Wuillemin führt Patienten-Selbstmanagement in der Schweiz ein; 6500 Personen geschult in der Schweiz

30 Jahre Patienten-Selbstmanagement: Eine Innovation stärkt Eigenverantwortung und Lebensqualität | Luzerner Kantonsspital

30 Jahre Patienten-Selbstmanagement: Eine Innovation stärkt Eigenverantwortung und Lebensqualität

30 Jahre Patienten-Selbstmanagement: Eine Innovation stärkt Eigenverantwortung und Lebensqualität

Seit rund 30 Jahren ermöglicht das Patienten-Selbstmanagement Menschen mit einer langfristigen Blutverdünnung, ihre Therapie eigenständig zu kontrollieren. Mithilfe eines tragbaren Messgeräts bestimmen sie ihre Gerinnungswerte selbst und können die Medikamentendosis entsprechend anpassen.

Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung in der Schweiz war Prof. Dr. med. Dr. phil. Walter A. Wuillemin, langjähriger Chefarzt und heutiger Senior Consultant der Hämatologie am Luzerner Kantonsspital. Bereits 1996 wurde unter seiner Leitung der erste strukturierte Schulungskurs für Patientinnen und Patienten angeboten, welche dauerhaft blutverdünnende Medikamente einnehmen mussten. Damit fiel in der Schweiz der Startschuss für ein Modell, das heute tausenden Menschen mehr Unabhängigkeit im Alltag ermöglicht.

erläutert Prof. Dr. Dr. Walter A. Wuillemin.

Mehr Freiheit bei gleicher oder besserer Sicherheit

Die Innovation liegt nicht nur in der Technik, sondern vor allem im Rollenverständnis: Patientinnen und Patienten werden aktiv in die Behandlung eingebunden und übernehmen mehr Verantwortung für ihre Gesundheit. Studien zeigen, dass das Selbstmanagement zu einer hohen Qualität der Therapie führen kann. Gleichzeitig berichten Betroffene von mehr Flexibilität, grösserer Selbstständigkeit und einer besseren Lebensqualität.

Möglich wurde diese Entwicklung durch portable Gerinnungsmessgeräte, die ab den 1980er-Jahren die Labormedizin näher zu den Patientinnen und Patienten brachten. Die Geräte erlauben eine zuverlässige Messung aus einem einzigen Tropfen Blut aus der Fingerbeere. Damit wurde ein Paradigmenwechsel eingeleitet: Die Kontrolle der Therapie verlagerte sich vom Spital und von der Arztpraxis direkt in den Alltag der Betroffenen.

Mobiles Messgeräte für Patientinnen und Patienten

Die Einführung des Patienten-Selbstmanagements stiess zunächst auf Skepsis. Umso wichtiger waren wissenschaftliche Untersuchungen, welche die Zuverlässigkeit der neuen Methode belegten. Walter A. Wuillemin konnte gemeinsam mit Forschungskollegen die Verlässlichkeit der Messungen nachweisen und damit eine wichtige Grundlage für die Einführung des Verfahrens in der Schweiz schaffen.

Aus den ersten Schulungen entwickelte sich ein schweizweites Erfolgsmodell. Heute organisiert die Stiftung Coagulation Care die ärztlich geleiteten Kurse an verschiedenen Standorten. In den vergangenen drei Jahrzehnten haben mehr als 6500 Personen in der Schweiz eine entsprechende Schulung absolviert.

Die Geschichte des Patienten-Selbstmanagements zeigt exemplarisch, wie medizinische Innovation entsteht: durch das Zusammenspiel von Forschung, klinischer Erfahrung, technologischem Fortschritt und engagierten Patientinnen und Patienten. Das Luzerner Kantonsspital, heute ein Lehr- und Forschungsspital, hat diese Entwicklung von Beginn an mitgestaltet und dazu beigetragen, dass aus einer mutigen Idee eine etablierte Therapieform wurde.

30 Jahre Fortschritt für Patientinnen und Patienten

Auch wenn moderne Blutverdünner inzwischen für viele Betroffene keine regelmässigen Gerinnungskontrollen mehr erforderlich machen, bleibt das Patienten-Selbstmanagement für zahlreiche Menschen unverzichtbar. Das Jubiläum erinnert deshalb nicht nur an eine medizinische Innovation, sondern auch an einen Wandel im Gesundheitswesen: weg vom passiven Patientenbild, hin zu mehr Eigenverantwortung, Teilhabe und Lebensqualität.

Weiterführende Literatur: Mehr Freiheit und Sicherheit: Wie die Patienten lernten, ihre Blutverdünnung selber zu überwachen

Durch Angabe meiner E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Absenden“ erkläre ich mich damit einverstanden, dass das Luzerner Kantonsspital mir regelmässig Informationen zuschickt. Meine Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.