Weinbauring Franken e.V. Reifeentwicklung beschleunigt Unterfranken; Fäulnisnester sichtbar
“Weinbaufax Franken”
Beachten Sie unbedingt die Gebrauchsanleitung der eingesetzten Präparate zu Aufwandmenge, Auflagen, Anwendungsbestimmungen! Die Hinweise werden mit größter Sorgfalt er- stellt! Dennoch können wir keine Gewähr übernehmen, da sich Schreibfehler immer wieder einschleichen können.
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+++ Reifeentwicklung geht zügig weiter, auf Fäulnis achten +++ Lese vorantreiben +++ stabile, warme Wetterlage +++ Säuremanagement +++ Nährstoffversorgung +++ Aufzeichnung Kellerwirtschaftskurs online +++ nützlicher Link zu Tabellen +++
Aktuelle Situation
Für die kommenden zehn Tage ist eine stabile Wetterlage mit Temperaturen über 25 °C zu erwarten, auch die Nachttemperaturen bleiben meist im zweistelligen Bereich. Die Reifeentwicklung wird daher zügig voranschreiten. Nahezu alle Sorten befinden sich derzeit auf einem ähnlichen Reifestand – eine klassische Lesereihenfolge gibt es daher nicht mehr. Der Herbst ist da! Auch erste Fäulnisnester sind zu sehen, die sich bei dem warmen Wetter schnell ausbreiten können. Kontrollieren Sie ihre Anlagen und verpassen Sie nicht den richtigen Zeitpunkt. Ansonsten könnte Ihnen am Ende die Zeit, Reifewerte und die Gesundheit der Trauben „davonlaufen“.
Rotwein & BSA:
➢ Nur 100 % gesunde Trauben ernten → Selektion im Weinberg! (Alternative: Rosé → Oenofax 5) ➢ Risiko abwägen (Spontangärung vs. Reinzuchthefe bzw. Maischegärung vs. Erhitzung) ➢ Falls ein simultaner BSA (Lactiplantibacillus plantarum) angedacht ist, gilt folgendes zu beachten: ➔ kein SO2-Einsatz, Temperatur > 18 °C, ausreichende Aufwandmenge
Säuerung
Die Säurewerte sind bereits niedrig und werden mit fortschreitender Reife weiter zurückgehen. Moste mit Werten unter 6,0 g/l Gesamtsäure, sollten in Abhängigkeit von pH-Wert und Weinstilistik ange- säuert werden. In den bisherigen Untersuchungen zeigt sich auch, dass mit einem höheren Kaliumwert als in den letzten Jahren zu rechnen ist. (→ mehr Weinsteinausfall möglich)
Oenofax Franken Nr. 6 Donnerstag, 03. September 2026 LWG Oenologie und Analytik Bezirk Unterfranken Weinbauring Franken e.V.
Beachten Sie unbedingt die Gebrauchsanleitung der eingesetzten Präparate zu Aufwandmenge, Auflagen, Anwendungsbestimmungen! Die Hinweise werden mit größter Sorgfalt erstellt! Dennoch können wir keine Gewähr übernehmen, da sich Schreibfehler immer wieder einschleichen können.
Seite 2 von 3 Bentonit Die Dosage-Empfehlung bezieht sich wie gewohnt auf die Variante „Mitvergären“, hierbei ist auf die Verwendung von eisenarmem Bentonit zu achten. Orientieren Sie sich auch an ihren Erfahrungswerten der letzten Jahre. • Bacchus, Müller-Thurgau, Riesling → mind. 150 g/hl • Silvaner und Burgundersorten → mind. 200 g/hl
Nährstoffversorgung Die Trauben zeigen aufgrund der Trockenheit eine schlechte Nährstoffversorgung. Eine zusätzliche Versorgung der Hefen mit Diammoniumphosphat (DAP) sollte mit 40-50 g/hl zu Beginn der Gärung erfolgen. Bei Böckserbildung während der Gärung kann dann in Schritten von 10-20 g/hl bis zur zuläs- sigen Gesamtmenge von 100 g/hl nachdosiert werden.
Reifeentwicklung Die durchschnittlichen Werte der Mostgewichte liegen oft bereits bei 80 °Oe und darüber. Die Maxi- malwerte sind je nach Rebsorte schon bei 90 °Oe und höher angekommen. Der Anstieg der Mostge- wichte gegenüber der Vorwoche liegt meist zwischen 4 und 8 °Oe. Die Messungen der Gesamtsäure lieferten lediglich beim Riesling noch Konzentrationen über 10 g/l. Die anderen lagen deutlich darunter und etwa 2g/l unter denen der KW 36 des Vorjahres. Reifetabelle am Ende.
Kellerwirtschaftskurs – Aufzeichnung vom 1.9.2026 online Auch in diesem Jahr wurde der Kellerwirtschaftskurs „Von der Traube zum Wein“ wieder online durch- geführt. Beate Leopold, Weinbauring Franken e.V., blickte auf das Weinjahr 2026 zurück und gab Hin- weise zur bereits laufenden Weinlese. Johannes Burkert, LWG Veitshöchheim, berichtete zur Trauben- verarbeitung und Weinbereitung. Dr. Michael Zänglein, LWG Veitshöchheim, stellte die Kalibrierung und den Einsatz des pH-Meters vor. Über die Herkunftsbezeichnungen und Qualitätsstufen berichtete Stephan Schmidt, Weinbauverband Franken. Zum Abschluss referierte Dr. Teresa Müller, LGL Bayern, zu aktuellen Themen aus dem Weinrecht. zur Aufzeichnung: LINK
Tabellen zur Weinbereitung: Herr Schandelmaier vom DLR Rheinland-Pfalz hat wieder hilfreiche Tabellen zur Weinbereitung zusam- mengestellt. Hier der: LINK
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Min. MW Max. Min. MW Max. Min. MW Max. °Oe GS [g/l] Franken 32 69 78 85 4 5,6 8 3,0 3,2 3,4 4 -1,2 Mainviereck 3 77 80 83 6 6,0 6 3,0 3,1 3,2 6 -0,6 Maindreieck 21 69 77 85 5 5,5 8 3,0 3,2 3,4 4 -1,4 Steigerwald 3 79 81 84 5 5,8 7 3,1 3,2 3,3 3 -0,4 Franken 12 77 87 95 5 6,8 8 3,1 3,2 3,4 5 -1,0 Mainviereck 3 87 90 93 7 7,2 7 3,1 3,2 3,3 6 0,0 Maindreieck 6 81 88 95 6 6,6 8 3,1 3,3 3,4 5 -1,1 Steigerwald 2 84 85 86 7 7,5 8 3,1 3,2 3,2 7 -1,7 Franken 5 78 84 86 7 7,6 9 3,0 3,1 3,3 8 -1,5 Mainviereck Maindreieck 4 78 83 85 7 7,6 9 3,0 3,1 3,1 7 -1,6 Steigerwald 1 86 86 86 7 7,3 7 3,3 3,3 3,3 13 -0,9 Franken 61 68 82 94 5 6,9 10 3,0 3,2 3,5 4 -0,5 Mainviereck 8 72 79 85 7 7,6 9 3,0 3,2 3,3 6 -1,1 Maindreieck 44 68 81 94 5 6,9 10 3,0 3,2 3,5 4 -0,3 Steigerwald 5 86 87 89 5 6,2 8 3,3 3,4 3,4 7 -1,2 Franken 11 59 72 85 11 13,4 16 2,8 2,9 3,1 1 -0,5 Mainviereck 1 77 77 77 11 10,8 11 3,1 3,1 3,1 7 -1,5 Maindreieck 10 59 71 85 11 13,6 16 2,8 2,9 3,1 0 -0,4 Steigerwald Franken 5 72 78 81 7 8,9 9 3,1 3,1 3,3 2 0,0 Mainviereck Maindreieck 3 78 79 81 9 9,3 9 3,1 3,2 3,3 4 0,0 Steigerwald 2 72 76 80 7 8,4 9 3,1 3,1 3,2 -2 0,6 Franken 78 73 85 99 6 7,8 11 3,0 3,2 3,4 7 -1,3 Mainviereck 6 77 80 85 7 7,5 8 3,1 3,2 3,3 4 0,0 Maindreieck 61 73 86 99 6 7,8 11 3,0 3,2 3,4 8 -1,4 Steigerwald 11 75 85 91 7 7,9 10 3,1 3,2 3,4 6 -0,6 Franken 14 74 82 89 7 8,0 10 3,0 3,1 3,4 4 -1,3 Mainviereck 2 82 85 87 7 7,2 8 3,1 3,3 3,4 5 -0,5 Maindreieck 10 77 83 89 7 8,0 9 3,0 3,1 3,3 5 -1,8 Steigerwald 2 74 78 82 8 8,9 10 3,1 3,2 3,2 Franken 16 82 88 94 3 6,0 10 3,2 3,4 3,9 6 -0,9 Mainviereck 1 90 90 90 5 5,4 5 3,7 3,7 3,7 6 -0,2 Maindreieck 10 82 88 94 4 6,3 10 3,2 3,4 3,7 7 -1,0 Steigerwald 4 84 88 94 6 6,2 7 3,2 3,4 3,4 6 -0,4 Franken 8 77 83 88 5 7,2 8 3,1 3,3 3,5 4 -1,5 Mainviereck 3 82 83 85 8 7,7 8 3,2 3,2 3,3 4 -0,1 Maindreieck 4 77 82 88 5 6,7 8 3,1 3,4 3,5 5 -2,3 Steigerwald 1 82 82 82 8 7,5 8 3,3 3,3 3,3 1 -0,5 Franken 5 82 87 90 7 7,5 9 3,1 3,3 3,4 7 -0,7 Mainviereck 2 87 88 88 7 7,1 7 3,4 3,4 3,4 7 -0,6 Maindreieck 2 82 86 90 7 7,8 9 3,1 3,2 3,2 7 -0,7 Steigerwald 1 87 87 87 8 7,9 8 3,4 3,4 3,4 8 -0,2 Franken 6 77 87 94 4 6,4 8 3,2 3,3 3,4 4 -3,9 Mainviereck Maindreieck 3 83 88 90 7 7,5 8 3,2 3,3 3,4 5 -3,2 Steigerwald 1 87 87 87 8 7,9 8 3,4 3,4 3,4 2 0,6 Werte der Weinlabore von Divino Nordheim, GWF, “Das Weinlabor, Klein Kellereiartikel”, Dr. Nilles und LWG KW36 KW35 Rebsorte Region Anzahl Mostgewicht [°Oechsle] Gesamtsäure [g/l] pH-Wert Differenz MW Bacchus Grau- burgunder Kerner Müller- Thurgau Riesling Schwarz- riesling Spät- burgunder Scheurebe Silvaner Weiß- burgunder Domina Regent