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title: "USA Arbeitsmarkt schafft 162.000 neue Jobs; Leitzinsanhebung wahrscheinlicher"
sdDatePublished: "2026-09-04T16:20:00Z"
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USA Arbeitsmarkt schafft 162.000 neue Jobs; Leitzinsanhebung wahrscheinlicher

Macro Research
News Flash
4. September 2026

USA: Der Arbeitsmarkt präsentiert sich überraschend stark
Veröffentlichung
Aktuell
Prognose NORD/LB
Vormonat
Neugeschaffene Stellen ex Agrar
162.000
70.000
21.000 (rev.)
Arbeitslosenquote
4,1%
4,1%
4,1%
Durchschnittlicher Stundenlohn M/M
0,3%
0,3%
0,2% (rev.)

Quelle: Bureau of Labor Statistics (BLS), NORD/LB
Einschätzung

 Der US-Arbeitsmarkt kann im August mit wirklich positiven Zahlen glänzen. Die Wirtschaft des Landes hat
am aktuellen Rand beachtliche 162.000 zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse aufgebaut. Zudem kam es zu
erfreulichen Revisionen der Vormonatsdaten. Die jüngsten Zahlen des Personaldienstleisters ADP hatten
eine entsprechende Entwicklung nicht angedeutet. Einige Indikatoren zur Beschäftigungssituation in den
USA hatten zuletzt sogar ziemlich klare Fingerzeige in die Richtung der Möglichkeit des Eintretens von
problematischen Szenarien geliefert. Die auf Daten einer separaten Umfrage beruhende Arbeitslosenquote
konnte sich im August zudem stabil bei einem Wert von 4,1% halten. Trotz eines gewissen Anstiegs im
August ist in diesem Kontext aber auf die weiterhin bemerkenswert niedrige Partizipationsrate hinzuweisen.
 Ein prüfender Blick auf die Details der neuen Daten vom US-Arbeitsmarkt offenbart zunächst einen
spürbaren Personalaufbau der Privatwirtschaft im Umfang von 127.000 Personen. Dabei konnte das
verarbeitende Gewerbe im August beachtliche 16.000 zusätzliche Kräfte einstellen. Diese erfreuliche
Entwicklung hatte der ISM Manufacturing PMI allenfalls partiell angezeigt. Der Dienstleistungssektor bleibt
aber natürlich der Motor des Job-Wachstums in den USA. Bei staatlichen Stellen wurden im August in der
Summe 35.000 Beschäftigungsverhältnisse aufgebaut. Bundesbehörden hatten in der jüngeren
Vergangenheit zwar bereits viel Personal eingespart, setzten am aktuellen Rand aber in der Summe wieder
5.000 Beschäftigte frei.
 Interessanterweise fehlten dem US-Arbeitsmarkt bisher wirklich positive Impulse. Eine Reihe von
Indikatoren deutet derzeit recht klar in diese Richtung. So scheinen lediglich wirklich attraktive Jobs, deren
Verfügbarkeit mittlerweile aber ziemlich begrenzt ist, Wirtschaftssubjekte zu einer Rückkehr auf den
Arbeitsmarkt animieren zu können, was ein kleines Mosaiksteinchen bei der Erklärung der niedrigen
Partizipationsrate sein mag. Zudem hat sich die Wahrscheinlichkeit einer Wiedereinstellung bei
Langzeitarbeitslosen zuletzt weiter verringert und notiert nun – zumindest für eine Phase mit ziemlich
robusten Wachstumsdaten – auf eher niedrigem Niveau. Aktuelle Daten aus Texas signalisieren außerdem,
dass die stärkere KI-Nutzung durch Unternehmen zu einer immer höheren Einstiegshürde für
Hochschulabsolventen zu werden scheint. Folglich haben die neuen Zahlen der offiziellen US-Statistiker
heute klar positiv überrascht.
 Bei den durchschnittlichen Stundenlöhnen zeigte sich im August ein Zuwachs um 0,3% M/M. Damit notiert
die Jahresrate dieser Zeitreihe nun bei einem Wert von 3,1%. Diese Entwicklung ist keine Überraschung, die
Finanzlage der privaten Haushalte in den USA hätte aber natürlich von einem noch etwas höheren
Lohnwachstum profitiert. Für die Notenbanker in Washington ist der nicht übermäßig starke Anstieg dieser
Zeitreihe dagegen eindeutig hilfreich. Grundsätzlich scheinen die aktuellen US-Arbeitsmarktdaten in der
Summe aber natürlich eher für eine baldige Leitzinsanhebung zu sprechen. Allerdings dürften Kevin Warshs
Anmerkungen anlässlich der Jackson-Hole-Konferenz die Arbeitsmarktdaten auf der Agenda der Notenbank
in Washington nach hinten verschoben haben. Damit muss nun wohl vor allem auf die CPI-Daten in der
nächsten Woche gewartet werden.
Fazit

Analyst
Tobias Basse
+49 (0)511 361-2722
tobias.basse@nordlb.de
 In der US-Ökonomie sind im August außerhalb der Landwirtschaft wirklich beachtliche 162.000 zusätzliche
Arbeitsplätze entstanden. Dies ist eindeutig eine positive Überraschung. Einige andere Indikatoren hatten
zuletzt in der Tat eher in eine ganz andere Richtung gedeutet. Mit den aktuellen Zahlen zur
Beschäftigungssituation ist die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Leitzinsanhebung durch das FOMC
sicherlich gestiegen. Es wird nun vor allem auf die neuen Angaben zur Entwicklung der
Konsumentenpreise zu warten sein.

Weitergabe am: 04.09.2026 15:31:49

Seite 2 von 2
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