Jungtatverdächtige 13.460 in Sachsen-Anhalt; 21,1% Anteil am TV-Gesamt
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Delinquenz, Kriminalität und Gefährdung im Kindes- und Jugendalter – Land Sachsen-Anhalt
Jahresbericht 2025
Impressum:
Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt Lübecker Str. 53 - 63 39124 Magdeburg
Polizeiliche Kriminalstatistik Tel.: 0391 250-2031 bzw. 7972-2031 pks.lka@polizei.sachsen-anhalt.de
Inhaltsverzeichnis
Eckdaten …………………………………………………………………………………………. 1 2. Bedeutung und Begriffsbestimmung ………………………………………………… 3 3. Kinderdelinquenz und Jugendkriminalität ………………………………………… 7 3.1 Tatverdächtige im Kindes- und Jugendalter ……………………………………… 7 3.1.1. Demografische Angaben ………………………………………………………………….. 7 3.1.2. Mehrfachtatverdächtige und Intensivtatverdächtige ………………………….. 9 3.1.3. Alkoholeinfluss ……………………………………………………………………………….11 3.2 Jungtatverdächtige in ausgewählten Bereichen ………………………………..12 3.2.1. Betrachtungsjahr …………………………………………………………………………….12 3.2.2. Betrachtung der Entwicklung im zeitlichen Verlauf ……………………………15 3.2.3. Tatverdächtigenbelastungszahlen ……………………………………………………25 3.2.4. Tatort Schule …………………………………………………………………………………..28 3.2.5. Politisch motivierte Straftaten ………………………………………………………….29 4. Gefährdung im Kindes- und Jugendalter ………………………………………….32 4.1 Opfer im Kindes- und Jugendalter ……………………………………………………32 4.1.1. Demografische Angaben ………………………………………………………………….32 4.2 Opfer im Kindes- und Jugendalter in ausgewählten Straftatengruppen33 4.2.1. Betrachtungsjahr …………………………………………………………………………….33 4.2.2. Betrachtung der Entwicklung im zeitlichen Verlauf ……………………………35 4.2.3. Soziale Beziehungen bei sexuellem Missbrauch von Kindern ……………38 4.2.4. Politisch motivierte Straftaten ………………………………………………………….39 5. Präventionsmaßnahmen im Bereich Kinderdelinquenz und Jugendkriminalität …………………………………………………………………………..40 6. Anlagen …………………………………………………………………………………………..44
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Eckdaten Bevölkerung1
2025 2024 Gesamtbevölkerung 2.135.597 2.144.570 Bevölkerung unter 21 Jahren 376.089 377.011 Anteil an Gesamtbevölkerung 17,6 % 17,6 % männlich 196.621 196.383 weiblich 180.390 179.706 Tatverdächtige Demografie
2025 2024 Tatverdächtige (TV) – Gesamt 63.873 67.886 Jungtatverdächtige (JTV) 13.460 14.139 Anteil an TV Gesamt 21,1 % 20,8 % männlich 9.996 10.548 weiblich 3.464 3.591 deutsch 9.820 9.874 nicht deutsch 3.640 4.265 Mehrfachtatverdächtige 3.508 3.613 Intensivtatverdächtige 153 153 Jungtatverdächtige in ausgewählten Deliktbereichen
2025 2024 Hauptdeliktgruppen
Straftaten gegen das Leben 13 15 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung 1.409 1.132 Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit 4.822 4.803 Diebstahl insgesamt 2.907 3.093 Vermögens-/Fälschungsdelikte 1.797 1.812 sonstige Straftatbestände StGB 4.086 3.949 strafrechtliche Nebengesetze 1.521 2.580 – Fortsetzung siehe nächste Seite –
1 Zensus 2022
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Summenschlüssel
Gewaltkriminalität 1.950 2.002 Straßenkriminalität 1.882 2.132 Sachbeschädigung Graffiti insgesamt 246 209 Sonstige
Politisch motivierte Straftaten 713 767 Opfer Demografie
2025 2024 Opfer – Gesamt 43.214 41.726 Opfer im Kindes- und Jugendalter 11.433 11.072 Anteil an Opfern – Gesamt 26,5 % 26,5 % männlich 6.438 6.234 weiblich 4.995 4.838 Opfer im Kindes- und Jugendalter in ausgewählten Deliktbereichen
2024 2024 Hauptdeliktgruppen
Straftaten gegen das Leben 78 20 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung 1.251 1.284 Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit 9.636 9.292 sonstige Straftatbestände StGB 468 472 strafrechtliche Nebengesetze 0 0 Summenschlüssel
Gewaltkriminalität 2.249 2.368 Straßenkriminalität 1.551 1.680 Sonstige
Politisch motivierte Straftaten 52 58
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Bedeutung und Begriffsbestimmung Der Jahresbericht 2025 „Delinquenz, Kriminalität und Gefährdung im Kindes- und Jugendalter – Land Sachsen-Anhalt“ gibt einen Überblick über Tatverdächtige und Opfer im Kindes- und Jugendalter sowie Maßnahmen zur Bekämpfung der Kinderdelinquenz und Jugendkriminalität. Die statistischen Angaben basieren auf den Fallzahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) sowie Erhebungen bei den Polizeiinspektionen des Landes Sachsen- Anhalt. Die Angaben im Bereich der politisch motivierten Kriminalität wurden auf Grundlage des kriminalpolizeilichen Meldedienstes in Fällen politisch motivierter Kriminalität (KPMD- PMK) erhoben. Die Unterteilung der Altersgruppen orientiert sich an § 1 des JuSchG und § 1 des JGG. Demnach wird wie folgt unterschieden: Kinder Personen unter 14 Jahren (Schuldunfähigkeit – vgl. hierzu § 19 StGB). Jugendliche Personen im Alter von 14 bis 17 Jahren (Jugendliche sind bedingt strafmündig und unterliegen grundsätzlich dem Jugendgerichts- gesetz – vgl. hierzu § 1 JGG sowie § 10 StGB). Heranwachsende Personen im Alter von 18 bis 20 Jahren (Anwendung des Jugendstrafrechts auf Heranwachsende – vgl. hierzu §§ 1, 105 JGG sowie § 10 StGB). Die Altersangaben beziehen sich auf den Zeitpunkt der Tat. Gemäß der Datengrundlage (PKS) basieren die weiteren Definitionen auf den PKS-Richtlinien2 des Bundeskriminalamts sowie den entsprechenden Anlagen. Opfer Als Opfer werden natürliche Personen erfasst, gegen die sich die versuchte bzw. vollendete, mit Strafe bedrohte Handlung unmittelbar richtete. Wird eine Person innerhalb eines Jahres mehrfach Opfer, so wird sie, auch bei gleichartigen Straftaten, erneut als Opfer gezählt (sogenannte Mehrfachzählung). Tatverdächtige (TV) Personen, die nach dem polizeilichen Ermittlungsergebnis aufgrund zureichender tatsächlicher Anhaltspunkte verdächtig sind, eine rechtswidrige (Straf-)Tat begangen zu haben. Dazu zählen auch Mittäter, Anstifter und Gehilfen. Jeder Tatverdächtige ist in der zu erstellenden Bereichsstatistik (Gebiet, über das die Tabellenerstellung läuft, z. B. Kreis) bei Straftaten gleicher Schlüsselzahl nur 1 x und in
2 Bundeskriminalamt. (2025). Polizeiliche Kriminalstatistik. Richtlinien für die Führung der Polizeilichen Kriminalstatistik in der Fassung vom 01.01.2025. Wiesbaden.
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der (den) nächsthöheren Bereichsstatistik(en) (z. B. Land, Bund) wiederum nur 1 x zu zählen (sogenannte Echttatverdächtigenzählung). Mehrfachtatverdächtige
TV, die an zwei bis neun Straftaten im Berichtsjahr beteiligt waren. Intensivtatverdächtige
TV, die an zehn oder mehr Straftaten im Berichtsjahr beteiligt waren. nicht deutsche TV Personen ausländischer Staatsangehörigkeit, Staatenlose und Personen, bei denen die Staatsangehörigkeit ungeklärt ist. Personen, die sowohl die deutsche als auch eine andere Staatsangehörigkeit besitzen, zählen als Deutsche. Tatverdächtigenbelastungszahl (TVBZ)
Ist die Zahl der ermittelten ansässigen3 Tatverdächtigen, errechnet auf 100.000 Einwohner des entsprechenden Bevölkerungsanteils, jeweils ohne Kinder unter acht Jahren (Stichtag ist grundsätzlich der 01.01. des Berichtsjahres).
Unter „Ansässige Tatverdächtige“ werden dabei die Tatverdächtigen verstanden, die mit folgenden Werten für die Tatort-Wohnort- Beziehung in der PKS erfasst wurden:
TV mit Wohnsitz in der Tatortgemeinde
TV mit Wohnsitz im Landkreis der Tatortgemeinde
TV mit Wohnsitz im Bundesland der Tatortgemeinde
TV mit Wohnsitz im übrigen Bundesgebiet Bei der Berechnung der TVBZ, sind sowohl beim Tatverdächtigen als auch bei der Wohnbevölkerung der gleiche regionale Bezug anzuwenden. Es wird die „echte“ Tatverdächtigenzählung angewendet. Da Stationierungskräfte nach dem deutschen Melderecht nicht zur ansässigen Wohnbevölkerung zählen, unterliegt die TVBZ in Bezug auf diesen Tatverdächtigenkreis Einschränkungen.
3 Die Eingrenzung auf die ansässigen Tatverdächtigen bei der Berechnung der Tatverdächtigen Belastungszahl erfolgt seit 1.1.2025. Ansässige TV ab 8 Jahren x 100.000 Einwohnerzahl ab 8 Jahren TVBZ =
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Exkurs Einwohnerzahl
Laut Auskunft des Statistischen Bundesamtes fand im Jahr 2022 in Deutschland wieder ein Zensus statt. Mit dieser statistischen Erhebung wurde ermittelt, wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten. Viele Entscheidungen in Bund, Ländern und Gemeinden beruhen auf Bevölkerungs- und Wohnungszahlen. Um verlässliche Basisdaten für Planungen zu haben, ist eine regelmäßige Bestandsaufnahme der Bevölkerungszahl notwendig. In erster Linie wurden hierfür Daten aus Verwaltungsregistern genutzt, sodass die Mehrheit der Bevölkerung keine Auskunft leisten musste. In Deutschland fand der Zensus 2022 wie schon 2011 als registergestützte Bevölkerungszählung statt, die durch eine Stichprobe ergänzt und mit einer Gebäude- und Wohnungszählung kombiniert wurde.4 Zu Berechnung der Tatverdächtigenbelastungszahl im vorliegenden Bericht wurden rückwirkend für 2023 sowie für das Jahr 2024 die Einwohnerzahlen auf Basis des Zensus 2022 genutzt. Fallzahlen Jede im Katalog aufgeführte rechtswidrige (Straf-) Tat einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche, denen eine (kriminal-)polizeilich bearbeitete Anzeige zugrunde liegt, ist ein bekannt gewordener Fall. Eine Straftat, die nach dem polizeilichen Ermittlungsergebnis mindestens ein Tatverdächtiger begangen hat, von dem grundsätzlich die rechtmäßigen Personalien (z. B. mittels Ausweisdokument, ED- Behandlung etc.) bekannt sind, gilt als aufgeklärter Fall. Von einer strafbaren Handlung (1 Fall) können mehrere Opfer betroffen sein, daher können die Opferzahlen höher ausfallen als die Fallzahlen. Eine Übersicht der Fallzahlen ist in Tabelle 4 (siehe Anlagen) dargestellt. Für den vorliegenden Bericht werden die Begriffsbestimmungen beider Bereiche zusammengeführt und Jungtatverdächtige als Tatverdächtige unter 21 Jahren definiert. Unter Opfern im Kindes- und Jugendalter sind dementsprechend Opfer unter 21 Jahren zu verstehen.
4 Destatis. Statistisches Bundesamt. (2025). Zensus 2022. Abgerufen unter https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Zensus2022/_inhalt.html
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Die PKS-Daten werden im Folgenden hinsichtlich des Vorliegens eines statistischen Trends geprüft. Trend Unter Trend ist die unabhängig von saisonalen Schwankungen beobachtete Grundrichtung einer statistischen Zeitreihe zu verstehen. Eine statistische Zeitreihe wird durch Zeit- und Beobachtungswerte festgelegt.5 Im vorliegenden Bericht handelt es sich bei den Zeitwerten um die Jahreszahlen und bei den Beobachtungswerten um Tatverdächtigen-, Opfer- oder Fallzahlen. R2 Das Bestimmtheitsmaß R2 gibt an, inwiefern ein Zusammenhang zwischen den Zeit- und Beob