Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein organisiert gemeinsamen Fachtag Fremdsprachen in Kiel mit rund 250 Lehrkräften; KI im Fremdsprachenunterricht im Fokus

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Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein

Wohin entwickelt sich der Fremdsprachenunterricht im digitalen Zeitalter? Der gemeinsame Fachtag in Kiel nahm die Zukunft und die Bedeutung von der Fremdsprachen in den Blick.

„ Wir brauchen Sprache – als Menschen. Denken braucht Sprache “, brachte es Prof. Michaela Sambanis, Freie Universität Berlin, auf den Punkt. Das Fremdsprachenlernen sei viel mehr als ein kulturelles Extra, das im Zeitalter von KI -Übersetzungshilfen überflüssig werde. Fremde Sprachen zu lernen fördere Empathie und Toleranz, was im Kontext einer sich wandelnden und zunehmend heterogenen Schülerschaft immens wichtig und ein Baustein für ein besseres gesellschaftliches Miteinander sei. Diese Funktionen des Fremdsprachenunterrichts – neben positiven Effekten auf Entwicklungsprozesse im Gehirn und die mentale Gesundheit – seien gerade im digitalen Zeitalter unersetzlich, betonte die Fachdidaktikerin.

Diese Botschaft traf bei den rund 250 Lehrkräften der zweiten und dritten Fremdsprachen auf offene Ohren. Vertreterinnen und Vertreter der zehn in Schleswig-Holstein unterrichteten Sprachen waren am 28.08.2026 nach Kiel gekommen, um an der Christian-Albrechts-Universität gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis den Fremdsprachenunterricht weiterzuentwickeln. Ein breites Spektrum boten die mehr als 30 Workshops zu fachspezifischen und übergreifenden Themen wie „Ko-kreatives Schreiben im Dialog mit KI“, „Generative KI im Französischunterricht lernwirksam einsetzen“ oder „Alte Sprachen durch Gaming erlernen“.

Digitale Kompetenz stärken und Demokratie fördern

Mit dem gemeinsamen Fachtag der zweiten und dritten Fremdsprachen verfolgt das IQSH das Ziel, fächerübergreifend die Zusammenarbeit und den Austausch zu stärken. „Damit lassen sich zentrale Herausforderungen unserer Zeit und unsere Schwerpunkte viel besser angehen: digitale Kompetenz, Demokratieförderung, Ambiguitätstoleranz, Resilienz. So richten wir den Blick stärker darauf, welchen Beitrag das jeweilige Fach zu den übergreifenden Bildungszielen leisten kann“, betonte Philipp Möller, Koordinator für Fort- und Weiterbildung am IQSH. Diese kleine Verschiebung der Blickrichtung stelle nicht den Fachunterricht in Frage, sondern richte das Handeln in Schule wieder stärker an den Lernenden aus und helfe, gemeinsame Bildungsziele des Landes zu erreichen.

Mit der Diskussion um die Rolle des Sprachenlernens angesichts der rasanten technologischen Unterstützung griff der Fachtag eine Entwicklung auf, die den Alltag überall prägt. Das zuweilen mühsame Lernen einer Fremdsprache gerate da in Begründungszwänge, betonte auch Prof. Birgit Brouër, Direktorin des Zentrums für Lehrkräftebildung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, in ihrer Begrüßung. Fremdes und die Fremde erfahrbar zu machen, sei daher eine entscheidende Funktion der Fremdsprachen.

Gleichwohl werden sich die Fremdsprachen verändern müssen – und sich über ihre Ziele klar werden. „ Niemand wird in Zukunft einen Liebesbrief auf Französisch schreiben wollen, wenn die KI das erledigt. Die kulturelle Bildung am Vorbild des Latein-Unterrichts kann aber der Fokus sein, denn das ist ein immenser Mehrwert ,“ betonte Prof. Oliver Günther, Präsident der Universität Potsdam, in Kiel.

Selbstkompetenz trainieren und kritisch bleiben

„ Ein wenig Anstrengungsbereitschaft gehört schon dazu, Lernen muss auch anstrengend sein “, machte hingegen Dr. Thomas Strasser, Pädagogische Hochschule Wien, deutlich. „ Auch mit technischer Unterstützung braucht es ein Commitment der Schüler. Weil es das eigene Können stärkt, weil es Selbstkompetenz bedeutet, weil ich auch dadurch lerne, das Ergebnis der KI einschätzen zu können “, betonte der Fachdidaktiker. Aufgabe der Lehrkräfte sei es, KI-resistente Formate zu entwickeln, die die originären Ziele der Fächer stärken. „ Fremdsprachenunterricht hat eine andere Funktion, und das müssen wir deutlich machen “.

Quelle: © IQSH Eine große Hilfe: das Organisationsteam des IQSH sorgte im Hintergrund für reibungslose Abläufe. Quelle: © IQSH Prof. Birgit Brouër, Direktorin des Zentrums für Lehrkräftebildung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, betonte wie wichtig die Fremdsprachen für Demokratiebildung und Toleranz seien. Quelle: © IQSH Dr. Christelle Runge, Landesfachaufsicht für Fremdsprachen am MBWFK, freute sich über das Signal der Gemeinsamkeit, das vom Fachtag ausging. Quelle: © IQSH Prof. Oliver Günther, Universität Potsdam, Dr. Thomas Strasser, Pädagogische Hochschule Wien, und Prof. Michaela Sambanis, Freie Universtität Wien, bei der Diskussion. Quelle: © IQSH Das Organisationsteam des Fachtags der zweiten und dritten Fremdsprachen mit Gästen.

Lehrkräfte aus ganz Schleswig-Holstein kamen an die Uni Kiel zum Fachtag.

Eine große Hilfe: das Organisationsteam des IQSH sorgte im Hintergrund für reibungslose Abläufe.

Prof. Birgit Brouër, Direktorin des Zentrums für Lehrkräftebildung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, betonte wie wichtig die Fremdsprachen für Demokratiebildung und Toleranz seien.

Dr. Christelle Runge, Landesfachaufsicht für Fremdsprachen am MBWFK, freute sich über das Signal der Gemeinsamkeit, das vom Fachtag ausging.

Prof. Oliver Günther, Universität Potsdam, Dr. Thomas Strasser, Pädagogische Hochschule Wien, und Prof. Michaela Sambanis, Freie Universtität Wien, bei der Diskussion.

Das Organisationsteam des Fachtags der zweiten und dritten Fremdsprachen mit Gästen.

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