SoVD Niedersachsen fordert Kommunen zum Kauf von Wohnungsbeständen in Niedersachsen; Mieter vor Wucher geschützt

Pressemitteilung vom 04.09.2026

Ausgaben für Miete und Energie steigen

Landesprogramm notwendig SoVD: Land und Kommunen müssen stärker Eigentum an Wohnungsbeständen sichern

Hannover. Die Menschen in Niedersachsen geben im Durchschnitt monatlich über 1.100 Euro für Wohnen und Energie aus. Vor zehn Jahren waren es nur rund 880 Euro. Das geht aus aktuellen Zahlen des niedersächsischen Landesamts für Statistik (LSN) hervor. Der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen sieht darin eine weitere Verschärfung des Wohnungsmarkts und fordert, dass Kommunen Wohnungsbestände aufkaufen und sie nicht renditeorientierten Investor*innen überlassen. Auch die Landeswohnungsgesellschaft ist hier gefordert.

Fast 40 Prozent ihrer privaten Konsumausgaben geben niedersächsische Haushalte für Miete und Energie. Laut LSN ist dieser Wert in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen. „Das zeigt, wie dramatisch die Lage auf dem niedersächsischen Wohnungsmarkt ist. Die Menschen suchen nicht nur händeringend nach Wohnraum, sondern zahlen auch immer mehr Miete. Gerade für Menschen mit wenig Geld ist das ein massives Problem. Oft wird dann an Lebensmitteln oder an der Gesundheit gespart“, macht Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen, deutlich.

Aus Sicht des größten Sozialverbands in Niedersachsen sei es an der Zeit, dass die Kommunen sich stärker einschalteten. „Der Großteil des Wohnungsbestands muss wieder in kommunale Hand. Nur so sind die Mieter*innen vor Wucher und Kündigungen geschützt“, betont Swinke. Die Kommunen müssten von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen und die Landesregierung müsse für eine bessere finanzielle Ausstattung der Städte und Gemeinden sorgen, damit das auch möglich sei. „Es kann nicht sein, dass den Kommunen das Geld fehlt, um ihr Vorkaufsrecht einzusetzen“, kritisiert Swinke. Es brauche dringend ein Landesprogramm für eine bessere Unterstützung der Kommunen und der ihrer Wohnungsunternehmen, damit die Mieten vor Ort bezahlbar bleiben. „Auch die Landeswohnungsgesellschaft ist hier in der Pflicht. Sie muss Einfluss auf den Wohnungsmarkt nehmen und endlich ausreichend in neuen Wohnraum investieren“, fordert der Vorstandsvorsitzende abschließend.