---
title: "Michaela Kaniber übergibt Förderbescheid an Castell-Bürgermeister in Iphofen; 5.200 m3 Rückhalteraum"
sdDatePublished: "2026-09-04T13:16:00Z"
source: "https://www.stmelf.bayern.de/service/presse/pm/2026/wasser-in-der-landschaft-halten-bevor-es-zum"
topics:
  - name: "environmental policy"
    identifier: "medtop:20000423"
  - name: "flood"
    identifier: "medtop:20000154"
  - name: "water supply"
    identifier: "medtop:20000270"
  - name: "climate change"
    identifier: "medtop:20000418"
  - name: "infrastructure projects"
    identifier: "medtop:20001245"
  - name: "agriculture"
    identifier: "medtop:20000210"
locations:
  - "Kitzingen"
---


Michaela Kaniber übergibt Förderbescheid an Castell-Bürgermeister in Iphofen; 5.200 m3 Rückhalteraum

Wasser in der Landschaft halten, bevor es zum Problem wird – Kaniber: "Castell zeigt, wie Klimavorsorge vor Ort gelingt"

Wasser in der Landschaft halten, bevor es zum Problem wird – Kaniber: "Castell zeigt, wie Klimavorsorge vor Ort gelingt"

Iphofen – Mehr als 5.200 Kubikmeter Wasser – das entspricht etwa zwei olympischen Schwimmbecken – können fünf neue Rückhaltemaßnahmen rund um Castell im Landkreis Kitzingen bei Starkregen künftig auffangen. Damit schützt die Gemeinde den Ort vor den Folgen heftiger Niederschläge und hält zugleich wertvolles Wasser in der Landschaft. Der Freistaat Bayern unterstützt das Projekt der Initiative boden:ständig mit 396.000 Euro. Staatsministerin Michaela Kaniber übergab den Förderbescheid bei einem Termin in Iphofen an Castells Bürgermeister Christian Hähnlein.

"Jeder Tropfen, den wir in der Landschaft halten können, zählt. Bei Starkregen schützt dieser Rückhalt Menschen, Häuser und Infrastruktur. In Trockenzeiten kommt es unseren Böden, Pflanzen und dem Grundwasser zugute. Genau das ist kluge Klimavorsorge", sagte Staatsministerin Kaniber, die auch für die Ländliche Entwicklung zuständig ist.

Castell liegt in einer von steilen Hanglagen geprägten Landschaft. Bei Starkregen strömt Wasser aus den umliegenden Höhenlagen immer wieder in Richtung Ortskern. Gemeinsam mit dem Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken entwickelt die Gemeinde deshalb seit 2022 Lösungen, die das Wasser möglichst dort halten, wo es niedergeht, und kontrolliert ableiten.

Mehrere kleinere, gezielt platzierte Rückhalteelemente bremsen das Regenwasser bereits außerhalb des Ortes. Die Gemeinde nutzt dafür Forstwege als Rückhalteflächen, stellt einen ehemaligen Erdwall wieder her, wertet eine Teichkette auf und erweitert ein bestehendes Sedimentationsbecken. So fließt das Wasser langsamer ab und richtet bei Starkregen weniger Schaden an. Zusammen schaffen die fünf Vorhaben mehr als 5.200 Kubikmeter Rückhalteraum und halten zusätzlich Sedimente zurück. Davon profitieren die Bürgerinnen und Bürger ebenso wie Landwirtschaft und Natur. Einzelne Vorhaben stärken zudem die Biodiversität. Die Gemeinde investiert rund 548.000 Euro in das Projekt. Davon übernimmt der Freistaat über das Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken 396.000 Euro.

Die Initiative boden:ständig setzt auf staatliche Förderung, freiwillige Zusammenarbeit und Lösungen, die zu den Gegebenheiten vor Ort passen. Kommunen, Landwirte, Waldbesitzer und weitere Grundeigentümer erarbeiten gemeinsam mit der Verwaltung für Ländliche Entwicklung Projekte, die Wasser möglichst dort halten, wo es niedergeht. Damit ergänzt die Ländliche Entwicklung den technischen Hochwasserschutz durch dezentralen Wasserrückhalt in der Fläche. Das mindert die Folgen von Starkregen, stabilisiert den natürlichen Wasserhaushalt und macht Böden und Kulturlandschaften widerstandsfähiger gegen Trockenheit und andere Folgen des Klimawandels.

"Castell zeigt, was möglich ist, wenn Kommune, Grundeigentümer und Freistaat gemeinsam anpacken. So entstehen Lösungen, die die Menschen schützen und gleichzeitig unserer Landschaft guttun", betonte Kaniber abschließend.

Weitere Informationen zur Initiative boden:ständig finden Sie hier externer Link

Hier finden Sie weitere Informationen zum Projekt in Castell externer Link

Das Foto zeigt Staatsministerin Michaela Kaniber gemeinsam mit (v.l.n.r.) Christian Hähnlein, Bürgermeister der Gemeinde Castell, sowie Barbara Becker, MdL, und Jürgen Eisentraut, Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung Unterfranken, bei der Übergabe des Förderbescheids an die Gemeinde Castell