ThSV Eisenach kassiert Heimniederlage gegen HBW Balingen-Weilstetten in Werner-Aßmann-Halle; HBW Balingen-Weilstetten startet Saison mit 4:0 Punkten
„Richtig einen auf den Deckel bekommen!“ - ThSV Eisenach
- September 2026 „Richtig einen auf den Deckel bekommen!“ Unser Team kassiert mit 27:36 (15:18) deftige Heimniederlage gegen Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten
Coach Sebastian Hinze übernimmt die… Beitrag lesen
September 2026 Unerwartet klare Heimniederlage Unser Team unterliegt HBW Balingen-Weilstetten 27:36 (15:18) Beitrag lesen
September 2026 Bruderduell beim Heimspielauftakt des ThSV Eisenach Mats Grupe trifft mit dem ThSV Eisenach auf seinen bei Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten spielenden Bruder Magnus Grupe Beitrag lesen
September 2026 Noch Tickets für Heimspielstart am Donnerstag Unser Team empfängt am Donnerstag um 20.00 Uhr Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten, der zum Saisonstart einen 30:26-Erfolg über den HC Hamburg… Beitrag lesen
„Richtig einen auf den Deckel bekommen!“
Unser Team kassiert mit 27:36 (15:18) deftige Heimniederlage gegen Aufsteiger HBW Balingen-Weilstetten
Coach Sebastian Hinze übernimmt die Verantwortung
Am Montag folgt bereits das Auswärtsspiel in Wetzlar
Nein, so hatte sich der ThSV Eisenach sein erstes Heimspiel der neuen Saison nicht vorgestellt. Nur wenige Tage nach dem starken Auftritt bei einem Titelanwärter, bei der knappen 31:33-Niederlage in Flensburg, bot der ThSV Eisenach eine enttäuschende Leistung, unterlag HBW Balingen-Weilstetten deutlich mit 27:36 (15:18). Gab es vor dem Anpfiff reichlich Beifall bei der Unterzeichnung der Vertragsverlängerung mit Lotto Thüringen, verließ die blau-weiße Anhängerschar nach (manche schon vor) dem Abpfiff fassungslos die Werner-Aßmann-Halle. Der Aufsteiger aus Baden-Württemberg stellte sich jubelnd zu einem Erinnerungsfoto. Er hatte die Wartburgstädter in deren Heimfestung regelrecht abgekocht, startet mit 4:0 Punkten in die Saison. Matthias Flohr, der Coach der „Gallier“, wartete nach der Partie geduldig – und verständlicherweise bestens gelaunt – im Presseraum auf seinen Eisenacher Kollegen Sebastian Hinze. Der hatte reichlich Redebedarf mit seinen Schützlingen, die Kabinentür blieb lange verschlossen.
Der Trainer des ThSV Eisenach stellte sich vor seine junge Mannschaft. „Uns fehlte die Stressresistenz, um unsere gemeinsame Idee umzusetzen. Wir hatten in den Matchplan sehr viel investiert, aber vielleicht war es ein Scheiß-Matchplan. Wir fanden nicht die richtigen Lösungen. Wir starteten offensiv gut, vergaben aber viele freie Bälle, bekamen Probleme mit den offensiven Halbverteidigern, Unsicherheit machte sich breit. Wir hatten zu wenig Klarheit, die von mir kommen muss“, konstatierte Sebastian Hinze. „Wir haben richtig einen auf den Deckel bekommen. Dafür übernehme ich die Verantwortung“, stellte sich Sebastian Hinze schützend vor sein junges Team. Dieses lag von Beginn im Rückstand, glich nach dem Seitenwechsel aber rasch zum 18:18 aus (35.). Doch das entpuppte sich nur als ein Strohfeuer. Die Gäste, von Beginn selbstbewusst, mit viel körperlicher Präsenz, übernahmen schnell wieder die Spielkontrolle, trafen zum 19:24 (40.), hielten die Gastgeber nicht nur auf Distanz, erhöhten gar auf 25:35 (57.). Keine Spur von Aufbäumen! Einzig Dominik Solak riss an den Ketten. Felix Aellen und Stephan Seitz vermochten nicht, das ThSV-Schiff vor dem Kentern zu bewahren. Der in der 40. Minute ins ThSV-Gehäuse gewechselte Mats Grupe parierte noch 6 Bälle, doch im Bruderduell jubelte Rückraumspieler Magnus Grupe in den Reihen von HBW Balingen-Weilstetten. „Wir sind am Ende unter die Räder gekommen. Wir haben es nach dem Seitenwechsel nicht geschafft, das Ruder rumzureißen“, erklärte ein enttäuschter Mats Grupe. „Zum Ende haben wir uns regelrecht abschlachten lassen. Sowas habe ich noch nicht erlebt. Sowas will ich nicht noch einmal erleben“, fand ThSV-Außen Gian Attenhofer klare Worte. Er blickte aber schon mal auf den Montag. Die Wartburgstädter gastieren an diesem Tag um 19.00 Uhr bei der HSG Wetzlar. „Da sind mindestens 10 Prozent mehr Körpersprache, 10 Prozent mehr Focus angesagt. Wir wollen uns dann so als Mannschaft zeigen, wie es unsere Fans gewohnt sind“, fügte der Schweizer hinzu. Warum das am Freitagabend nicht so war, eine plausible Erklärung hierfür fand keiner.
„Unser Plan ist extrem gut aufgegangen, mit einer starken Abwehr, mit tollen Kombinationen im Angriff, mit Handball, der Spaß macht“, strahlte Matthias Flohr. Herausragend der torgefährliche Regisseur Yonathan Dayan (6 Treffer aus 8 Versuchen), der bei seinen 7 Treffern mit einer 100-Prozent-Wurfquote glänzende Rückraum-Rechte Csaba Leimeter und der zur Pause eingewechselte Keeper Daniel Rebmann (9 Paraden
Fangquote 47 Prozent!). „Uns unterliefen gerade einmal 5 technische Fehler“, hob Matthias Flohr hervor. Deren 11 waren es beim ThSV Eisenach. Die Statistik wies für die Wartburgstädter eine Wurfquote von gerade einmal 59 Prozent auf (27 Treffer aus 46 Versuchen). Drei „Fahrkarten“ vom Siebenmeter-Strich flossen dabei ein. Die Gäste kamen auf eine Wurfquote von 69 Prozent. „Ich bin extrem stolz auf die Leistung unserer Mannschaft. Wir hatten großen Respekt vor der Eisenacher Mannschaft und deren Halle“, erklärte Matthias Flohr. Den Thüringer Handballtempel so leicht zu erobern, davon hatten die „Gallier“ nicht einmal geträumt.
„So wollten wir wahrlich nicht in unsere Heimspiele starten. Wir standen nicht als Einheit auf dem Parkett, insbesondere nicht zum Ende. Es fehlten die uns sonst auszeichnenden drei Tugenden Energie, Zusammenhalt und Aggressivität. Bringen wir die auf die Platte, hat es jede Mannschaft extrem schwer gegen uns. So war es aber nicht. So dürfen wir uns nicht präsentieren. Zuhause schon gar nicht“, übte Felix Aellen Selbstkritik. Ihm unterliefen ungewohnte Passfehler. „Als alle, wir auf dem Parkett und die Fans auf den Rängen, nach dem Ausgleichstreffer zum18:18 dachten, das Spiel geht in die andere, in die von uns gewünschte Richtung, gab es den totalen Einbruch. Wir haben Bälle einfach weggeworfen, sind nicht mehr in die Tiefe gegangen. Hinten hat unsere Helferkette nicht funktioniert“, gestand Eisenachs Rechtsaußen-Spieler Gian Attenhofer. „Wir arbeiten das Spiel auf, analysieren. Montag greifen wir wieder an“, ist sich Mats Grupe sicher.
Respektlos, selbstbewusst startete der Aufsteiger zum 1:4 (6.). Peter Walz traf zum 3:4-Anschluss, Matija Spikic blieb im Siebenmeterduell Sieger gegen Sascha Pfattheicher (8.). Peter Walz hatte den Ausgleich auf der Hand, doch sein Dreher wurde eine Beute von HBW-Keeper Vladimir Cupara (9.). Die Gäste standen hinten kompakt, zogen vorn ein konsequent abgeschlossenes Angriffsspiel zum 4:7 (13.) und 5:9 (16.) auf. Tobias Heinzelmann traf vom Kreis zum 7:11 (18.). Wie die Gäste-Abwehr zu überlisten ist, zeigte der Treffer zum 9:12. Dominik Solak bediente Tillman Leu am Kreis zum 9:12 (20.). Auf Zuspiel von Oskar Joelsson markierte Tillman Leu erneut vom Kreis das 11:13 (22.). Doch dann patzten die Eisenacher wieder. Der eingewechselte Georg Pöhle zog für die Gäste aus dem Rückraum zum 12:16 ab (27.). Beim Stand von 15:18 ging es in die Halbzeitpause.
Gian Attenhofer und Stephan Seitz (mit 2 Treffern) sorgten für den 18:18-Ausgleich (35.). Die Gäste wankten nicht einmal, ließen sich von Pfiffen gegen den beim Eisenacher Publikum in Ungnade gefallenen Yonatan Dayan nicht irritieren. Eisenachs Felix Aellen kassierte nach einem Gesichtstreffer eine Zeitstrafe. HBW-Keeper Daniel Rebmann lief zu großer Form auf. Personelle Wechsel beim ThSV Eisenach fruchteten nicht. Kaum ein Durchkommen für Eisenachs Offensive. Die Gäste ihrerseits kombinierten sich nach Herzenslust durch die ThSV-Abwehr (20:25
42.). Auch eine offensivere Abwehr vermochte den Spielfluss der Gäste nicht zu bremsen. Tillman Leu verfehlte aus der eigenen Hälfte den Kasten der Gäste. Felix Aellen unterlief ein weiterer Fehlpass. Beim 23:29 durch Mischa Locher (48.) betrug der Rückstand bereits 6 Treffer. Dass die Partie noch in eine andere Richtung kippt, war nicht zu spüren. Zu dominant der Aufsteiger aus Baden-Württemberg! Beim ThSV Eisenach machte sich Verunsicherung und Resignation breit. Nachdem Felix Aellen gescheitert war, brachte auch Felix Montebovi zwei Strafwürfe nicht unter. Die über 2.400 Zuschauer trauten ihren Augen nicht, unterstützten ihr Team aber weiterhin, hofften noch. Vergebens. Nach Zeitstrafe gegen Justin Kurch und dem Treffer zum 24:30 (52.) zerplatzte die letzte Hoffnung. Der starke Csaba Leimeter versenkte zum 24:32 (55.). Unmutsbekundungen waren nicht zu überhören. Die ersten ThSV-Fans verließen enttäuscht die Halle. Beim 25:35 (57.), erneut durch Csaba Leimeter, betrug der Rückstand gar 10 Treffer. Die Treffer von Stephan Seitz und Oskar Joelsson zum 27:36-Endstand hatten nur noch statistischen Wert. Zu deutlich war an diesem Tag der Unterschied zwischen beiden Teams. Am verdienten Sieg der „Gallier“, auch in der Höhe, gab es keinen Zweifel. „Wir haben es nicht einmal geschafft, den Rückstand im 4- bis 5-Tore-Bereich zu halten“, vermerkte Sebastian Hinze ernüchternd.
ThSV Eisenach : Spikic (1.-30.
7 Paraden – 23 Gegentore), Mats Grupe (ab 40.
6 Paraden – 13 Gegentore); Joelsson (2), Scholtes (1), Capric, Attenhofer (1), Walz (1), More, Ende, Aellen (6
4), Solak (4), Antonijevic (3), Seitz (3), Kurch, Montebovi (2
HBW Balingen-Weilstetten : Cupara (1.-30. u. bei zwei Siebenmetern
5 Paraden – 15 Gegentore), Rebmann (ab 31.
9 Paraden – 12 Gegentore); Raguse (1), Magnus Gruppe, Strobel (1), Fuß, Locher (3), Wente, Fügel (4), Heinzelmann (5), Pfattheicher (3
3), Dayan (6), Zacharias (1), Leimeter (7), Pöhle (4), Bauer (1)
7 – Aellen scheitert beim Stand von 23:29 an Rebmann (50.), Montebovi wirft beim Stand von 24:31 gegen Cupara vorbei (54.), Montebovi scheitert beim Stand von 25:35 an Cupara (57.), Aellen verwandelt 2 x gegen Cupara und 1 x gegen Rebmann, Montebovi verwandelt 1 x gegen Rebmann
5 – Pfatteicher scheitert beim Stand von 3:4 an Spikic (8.), Pfattheicher scheitert beim Stand von 17:18 an Mats Gruppe (34.), Pfattheicher verwandelt 2 x gegen Spikic und 1 x gegen Mats Grupe
ThSV Eisenach 5 x 2 Min – Solak (14.), Leu (24.), Walz (35.(, Aellen (36.), Kurch (51.)
HBW Balingen-Weilstetten 7 x 2 Min. – Bauer (16.), Magnus Grupw (20.
45.), Heinzelmann (42.), Dayan (50.), Pöhle (54.), Strobel (57.)
Spielfilm: 3:4 (8.), 5:9 (16.), 11:13 (22.), 12:16 (27,), 15:18 (30.), 18:18 (35.), 19:24 (40.), 23:27 (47.), 25:35 (57.), 27:36 (60.)