Margarethen-Apotheke in Dortmund-Kirchhörde geschlossen; Vier Mitarbeiterinnen wechseln zur Hauptapotheke Patroklus
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Nach 67 Jahren ist Schluss: Die Margarethen-Apotheke in Dortmund-Kirchhörde hatte Ende August zum letzten Mal geöffnet. Für viele Menschen im Stadtteil war sie mehr als nur ein Ort, um Medikamente abzuholen – sie war ein vertrauter Anlaufpunkt mit persönlicher Beratung. Jetzt ist sie Geschichte, und sie ist damit kein Einzelfall.
Warum die Apotheke schließen musste
Inhaber Dr. Felix Tenbieg übernahm die Filiale 2019. Er hielt sie so lange wie möglich am Laufen, auch mit finanzieller Unterstützung aus seiner nahegelegenen Hauptapotheke. Doch am Ende kamen einfach zu wenige Kundinnen und Kunden, um den Betrieb wirtschaftlich zu tragen. Verschärft wurde die Lage dadurch, dass eine Arztpraxis in der Nähe umzog – mit ihr wanderte auch ein Teil der Laufkundschaft ab.
Für die Beschäftigten hat die Schließung immerhin keine bösen Folgen: Alle vier Mitarbeiterinnen wechseln in die Hauptapotheke „Patroklus“, die nur wenige Gehminuten entfernt liegt. Auch die Kundschaft muss sich keine großen Sorgen machen – die Versorgung mit Medikamenten bleibt gesichert.
Ein Trend, der sich seit Jahren fortsetzt
Was in Kirchhörde passiert ist, ist Teil einer größeren Entwicklung. Seit rund zehn Jahren schließen in Dortmund immer wieder Apotheken – neue Standorte eröffnen dagegen kaum. Die Stadt hat dadurch spürbar an Apotheken verloren, und auch im laufenden Jahr stehen deutlich mehr Schließungen als Neueröffnungen zu Buche.
Von einer echten Unterversorgung sprechen Fachleute zwar noch nicht. Anders als bei Hausärzten gibt es für Apotheken auch keine gesetzliche Vorgabe, wie viele es pro Gebiet geben muss. Trotzdem macht sich der Rückgang im Alltag bemerkbar: Wege zur nächsten Apotheke werden länger, und die verbliebenen Apotheken müssen deutlich mehr Menschen versorgen als früher – vor allem ältere und in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen spüren das.
Warum sich Apotheken kaum noch lohnen
Auf den ersten Blick ist das schwer zu verstehen, denn Apotheken machen heute mehr Umsatz als noch vor zehn Jahren. Das Problem: Fast der gesamte Umsatz wird von steigenden Kosten aufgefressen. Personal ist teurer geworden, Miete und Betriebskosten sind gestiegen – und die Vergütung, die Apotheken für ihre Arbeit erhalten, ist kaum mitgewachsen. Unterm Strich bleibt vielen Apotheken deshalb nur noch ein kleiner Gewinn übrig, obwohl mehr Geld durch die Kasse geht.
Hinzu kommt: Immer öfter fehlt schlicht ein Nachfolger. Warum eine Apotheke übernehmen, mit allem Risiko und viel Verantwortung, wenn man als Angestellter ähnlich gut verdient – bei geregelteren Arbeitszeiten und weniger Druck? Genau das führt dazu, dass Apotheken nicht wegen Pleiten schließen, sondern weil sich niemand findet, der sie weiterführen will.