Ladina Heimgartner erklärt in Genf, dass eine Welt ohne Social Media ökonomisch besser sei; Auflageverlust von 35% seit Amtsantritt 2020.

gut aufgestellt – Zackbum

Was haben Irina Beller und Ladina Heimgartner gemeinsam?

Mehr, als man auf den ersten Blick denken mag.

Zunächst für all die, die sich bei Promiklatsch und im Hause Ringier nicht so auskennen: Beller ist eine sogenannte « Society-Lady », also bekannt dafür, dass sie bekannt sein will. Dank der gütigen Mithilfe von « Blick » gelingt ihr immer seltener ein Sieg gegen das Vergessenwerden:

Der alte Boulevard-Trick: ein C-Promi meldet sich mit einer D-Story, das Blatt bringt das dann « exklusiv ». Auch wenn es hier nur darum geht, dass eine von Vornherein aussichtslose Strafanzeige von der damit belästigten Staatsanwaltschaft eingestellt wurde.

« Ich hatte auf der Toilette keinen Sex, habe keine Drogen genommen, und gestohlen habe ich auch nichts! », beteuert « die Buchautorin ». Sie sei « ausser sich vor Wut », weil sie seit diesem Vorfall bei allen Globus-Filialen Hausverbot hat.

Richtig, die Welt dreht sich auch dann weiter, wenn sie von diesem Skandal keine Kenntnis hat.

Ladina Heimgartner ist bei Ringier die Dame mit der extrabreiten Visitenkarte. Denn sie ist « CEO Ringier Media Switzerland », « Head Media der Ringier AG » und Mitglied des fünfköpfigen « Group Executive Board ». Damit ist sie unter anderem operative Chefin des gesamten Schweizer Mediengeschäfts von Ringier, Nummer drei in der Hierarchie und damit auch für den «Blick» geschäftsverantwortlich.

Das tut dem «Blick» nicht sonderlich gut. 2024 kündigte sie bei Ringier Medien Schweiz einen Stellenabbau von 75 Nasen an, eingespart wurden dann 55 Stellen.

Besonders übel war die Absetzung des erfolgreichen Oberchefredaktors Christian Dorer . Ersetzt wurde er durch das Leichtgewicht Steffi Buchli , inzwischen auch längst Geschichte.

Seit Heimgartners Amtsantritt am 1. Oktober 2020 sank die Auflage des «Blick» von 95’944 Exemplaren auf 62’629 im Jahr 2025, ein Verlust von rund 35 Prozent.

In der gesamten Zeit als Verantwortliche fiel Heimgartner durch eine extreme Verwendung des Manager Bullshit Bingos auf. Also mit Worthülsen wie « Resilienz » zu glänzen. Daneben mit Transformation, Vertiefung, starke Redaktion, besserer Content, digitale Innovation, KI und Wachstum.

« Der neue Markenauftritt unterstreicht die Transformation, die der Blick in den letzten Jahren durchlaufen hat: Mehr Vertiefung, dennoch in Blick-Manier pointiert. »

« Die neue Einheit ‹Ringier Medien Schweiz› umfasst exakt die Bausteine, die Medienfirmen weltweit zum Erfolg führen », tönte sie 2023. Zu diesen Bausteinen zählte sie ausdrücklich « starke Redaktionen ». Die Realität: Auflageverlust, Stellenabbau, Zusammenlegungen, ein irres Organigramm mit Chiefs und Heads und Leitern, die sich um die Oberhoheit über die wenigen Indianer balgen.

Nun soll sie anlässlich einer Medientagung in Genf gesagt haben:

« Eine Welt ohne Social Media war ökonomisch gesehen für uns besser. »

Das ist ein Satz zum Fürchten. Der ist etwa so intelligent wie die Aussage: eine Welt ohne Elektrizität war für den Heizer auf der Dampflock besser. Oder: eine Welt ohne Internet war für die Hersteller von Faxgeräten besser.

Der Satz ist deswegen zum Fürchten, weil er beinhaltet: die oberste Medienverantwortliche des zweitgrössten Schweizer Verlags hat keine Ahnung, wie sie ein klassisches Boulevard-Organ wie den «Blick» für die Zukunft aufstellen will. Sie hat ihn enteiert und weitgehend der klassischen Erfolgsinstrumente Blut, Busen und Büsis beraubt.

Mangels inhaltlichem Wirken wurde mehrfach am Logo rumgeschraubt, ein Graus.

Aber die Dame ist unkaputtbar. Der «Blick» und Beller nicht. Also werden wohl beide den Weg alles Irdischen nehmen.

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