SoVD Niedersachsen fordert bessere Versorgung und Beratung für FASD-Betroffene in Niedersachsen; 800.000 Betroffene in Deutschland
Pressemitteilung vom 07.09.2026
„Internationaler FASD-Tag“ am 9. September SoVD fordert mehr Hilfe für alkoholgeschädigte Kinder
Hannover. Alkohol in der Schwangerschaft führt zu irreversiblen Schädigungen beim ungeborenen Kind. In Deutschland leben etwa 800.000 Menschen, deren Mütter getrunken haben und die deshalb von Fetalen Alkoholspektrum-Störungen (FASD) betroffen sind. Anlässlich des „Internationalen FASD-Tags“ am 9. September weist der Sozialverband Deutschland (SoVD) in Niedersachsen darauf hin, dass dringend eine bessere Versorgung und mehr Beratung benötigt wird, damit diese Behinderung nicht weiter unsichtbar bleibt und stigmatisiert wird.
Wenn Frauen in der Schwangerschaft Alkohol trinken, kann es beim Kind zu Schädigungen des zentralen Nervensystems und des Gehirns kommen. Auch körperliche Einschränkungen sind möglich. Obwohl etwa 800.000 Menschen – davon rund 130.000 Kinder – in Deutschland FASD haben, sind Diagnostik, Beratung und Unterstützung noch längst nicht flächendeckend gewährleistet. „Das größte Problem ist, dass es für Niedersachsen gar keine verlässlichen Zahlen gibt. Wir wissen also gar nicht, ob alle richtig versorgt werden“, kritisiert Dirk Swinke, Vorstandsvorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Gleichzeitig seien spezialisierte FASD-Beratungsstellen und insbesondere Diagnostikzentren stark nachgefragt. „Der erste Schritt muss deshalb sein, den Unterstützungsbedarf systematisch zu erfassen und dann die Strukturen entsprechend auszubauen“, fordert er. Zudem müsse es eine spezialisierte ärztliche Versorgung für die Betroffenen geben. „Dass diese bislang nicht ausreichend vorhanden ist, hängt auch mit der Stigmatisierung von FASD zusammen“, erläutert der Vorstandsvorsitzende. Da FASD eine unsichtbare Behinderung sei, werden die tatsächlichen Auswirkungen oft falsch eingeschätzt. „FASD-Erkrankte können erhebliche Probleme haben, ihren Alltag zu organisieren, selbstständig zu leben und zu arbeiten. Hier ist viel mehr Hilfe notwendig. Betroffene müssen ernst genommen und individuell unterstützt werden“, so Swinke. Dies sei gerade für Pflegefamilien von großer Bedeutung, da rund 23 Prozent der Pflegekinder von FASD betroffen sind. Weitere Infos: Der SoVD in Niedersachsen hat zum Thema FASD eine Folge seines Podcast „Kein Ponyhof – aus dem Alltag einer Sozialberatung“ veröffentlicht. Darin sprechen eine Pflegemutter und eine Betroffene über ihre Erfahrungen. Die Folge ist unter www.sovd-nds.de