Deutschland Rollstuhlrugby-Nationalmannschaft belegt Rang neun in São Paulo, Brasilien; Deutsche Sporthilfe-Förderung gestrichen

Platz Neun – doch die Zukunft macht Mut

Platz Neun – doch die Zukunft macht Mut

Gepostet von Annette Lippstreu | 8. September 2026 | Aktuelles , Wettkampfsport

(DBS, BSSA) Mit dem Team der deutschen Nationalmannschaft Rollstuhlrugby belegten Jens Sauerbier und Steffen Wecke (beide SV Eiche 05 Biederitz) – zwei Aktive des Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes e. V. (BSSA) – Ende August im brasilianischen São Paulo Rang neun bei den Weltmeisterschaften 2026.

„Diese WM wird wohl die schwerste, an der ich jemals teilgenommen habe“, schätzte Sauerbier im Vorfeld ein.

Mit fünf Paralympics-Teilnehmern, die das deutsche Team 2024 in Paris nicht schlagen konnte und Kolumbien stand in der Vorrunde eine große Aufgabe bevor. Mindestens die Kolumbianer und einen weiteren Gegner galt es zu besiegen, um Chancen auf das Viertelfinale zu haben. Das Spiel gegen Kolumbien konnte Deutschland mit 57:44 für sich verbuchen, die anderen vier Spiele gingen an die Gegner. Das Viertelfinale war verpasst. Im weiteren Turnierverlauf gelang noch ein Sieg mit 44:42 gegen Neuseeland. Damit blieb zum Schluss das Spiel um Platz neun. Dort setzte sich Deutschland abermals gegen Kolumbien sehr deutlich mit 65:37 durch.

„Leider haben wir das uns selbst gesetzte Ziel Top Acht nicht erreicht. Sicherlich sind darüber alle enttäuscht“, sagte Cheftrainer Christoph Werner. Gleichzeitig fällt sein Fazit keineswegs negativ aus: „Wir haben uns in allen Spielen sehr gut präsentiert.“ Vor allem gegen die favorisierten Teams aus Großbritannien und Dänemark war Deutschland nah an einer Überraschung. Beide Partien der Vorrunde gingen mit 44:52 beziehungsweise 51:57 verloren. „Wir waren dicht dran, die Spiele zu gewinnen“, sagte Werner.

Sauerbier untersetzt dies folgendermaßen: „Die Ergebnisse mit sechs oder acht Punkten Differenz spiegeln nicht unsere Spielleistung wider. Das wurde uns von vielen anderen Teams bestätigt. So schickte der australische Verbandspräsident eine Nachricht an unsere Managerin, in der er betonte, dass mit dem Powerhouse Deutschland unbedingt zu rechnen sei.“

Gleichzeitig hat der neunte Platz bittere Konsequenzen für die Spielerinnen und Spieler der Nationalmannschaft, denn dadurch fällt die Förderung der Deutschen Sporthilfe weg. Mit Budgetkürzungen ist zu rechnen, befürchtet Sauerbier. Gleichzeitig verweist er auf die Entwicklung bei seinen drei WM-Teilnahmen – von Platz elf zu Platz neun. Vor allem geht der Blick aber nach vorne, denn im kommenden Jahr steht, eingebettet in die European Para Games, in Genf die EM an.

„Die Würdigung durch die anderen Turnierteilnehmer für unsere Leistungen auf dem Spielfeld ist Ansporn, uns 2027 in Europa unter die Top-Drei zu kämpfen“, davon ist Sauerbier überzeugt.

WM Rollstuhlrugby São Paulo 2026: Jens Sauerbier und Steffen Wecke, beide SV Eiche 05 Biederitz (v. l.)

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