Katholische Arbeitnehmer-Bewegung kritisiert Merz Sachsen-Anhalt; Zäsur für die freiheitlich-demokratische Ordnung Deutschlands

Nach AfD-Sieg: Katholische Arbeitnehmer kritisieren Bundeskanzler Merz | katholisch.de

Nach AfD-Sieg: Katholische Arbeitnehmer kritisieren Bundeskanzler Merz

VERÖFFENTLICHT AM 08.09.2026 UM 14:10 UHR – LESEDAUER: 1 MINUTE

KÖLN - Wo war der Bundeskanzler am Wahlabend von Sachsen-Anhalt? Die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung vermisst klare Worte gegen Rechtsextremismus. Was sie Friedrich Merz konkret vorwirft.

Der Bundesvorstand der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) ist nach eigenem Bekunden “fassungslos und zutiefst enttäuscht” über das Schweigen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Abend der Landtagswahl von Sachsen-Anhalt . In einer der vermutlich dunkelsten Stunden der deutschen Demokratie habe Merz es versäumt, sich mit Empathie und klarer Kante gegen Rechtsextremismus an die Menschen in Deutschland zu wenden, hieß es in einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung der KAB.

Der Abend, an dem eine vom Landesverfassungsschutz als “gesichert rechtsextrem” eingestufte Partei die Wahl mit deutlichem Abstand und fast absoluter Mehrheit gewonnen habe, bilde eine “Zäsur für die freiheitlich-demokratische Ordnung Deutschlands”. Merz habe in diesem Moment “nicht schon wieder abtauchen dürfen”, betonte der katholische Berufs- und Sozialverband.

Auch bekundete die KAB ihre Solidarität mit den Menschen in Sachsen-Anhalt, die sich große Sorgen über die Folgen des AfD-Erfolgs machten. Eine Politik der Ausgrenzung und Spaltung widerspreche der christlichen Überzeugung zutiefst, hieß es weiter. “Als Bewegung von Arbeitnehmer:innen erteilen wir rechten Ideologien, die die Rechte von Arbeitnehmenden beschneiden und den Sozialstaat abbauen wollen, eine klare Absage”, so der Bundesvorstand. (KNA)

Katholiken, Protestanten, Konfessionslose: Wer hat die AfD gewählt?

Hätten bei der Wahl in Sachsen-Anhalt nur Stimmen von Christen gezählt, wäre die AfD deutlich schwächer. Auch gibt es Unterschiede zwischen den Konfessionen – und eine Gruppe, in der die CDU einstellige Werte bekommt.

Die Kirche und die AfD

Seit der Gründung der AfD im Jahr 2013 war das Verhältnis zwischen der Partei und der katholischen Kirche distanziert. Im Zuge der zunehmenden Radikalisierung der AfD ist die Kirche seither immer stärker auf Distanz gegangen. Im Februar 2024 hat sie die Partei schließlich als für Christen “nicht wählbar” bezeichnet.