Wall Street Handel begann schwach in New York; Brent nahe 100 USD

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Marktkommentar 9. September 2026

Aktien International

Täglicher Marktkommentar aus dem BEKB-Handelsraum

Übersicht Übersee Schluss Veränderung (in %) Volumen (Mrd.) Dow Jones Industrial 52'786

  • 1.2 S&P 500 7'674
  • 0.6 NYSE: 1.28 Nasdaq Composite 26'421
  • 0.3 Nasdaq: 7.78 Nikkei 225 65'161
  • 0.2 Hang Seng 25'260
  • 0.2 Shanghai Composite 3'951
  • 0.3

Europa Vortag Trading Range Weitere Kurse DAX 26'008 25'850 – 26'250 USD/CHF 0.8080 EUR/CHF 0.9405 EuroStoxx 50 6'413 6'305 – 6'505 Gold 4'400 USD/Unze Stoxx 50 5'419 5'340 – 5'500 NY WTI-Rohöl-Future 94.00 USD

New York An der Wall Street hat der Handel gestern Dienstag nach dem verlängerten Wochenende schwach begonnen. Auf die Stimmung drückten die weiter steigenden Ölpreise, die der Angst vor bald steigenden Zinsen neue Nah- rung gaben. Dass die Europäische Zentralbank (EZB) bereits an diesem Donnerstag erneut an der Zins- schraube drehen wird, gilt als nahezu sicher. Die Span- nungen im Nahen Osten dominierten mit steigenden Ölpreisen die Nachrichtenlage und belasteten weiterhin die Stimmung. Unter Anlegern herrsche daher in der Breite Unsicherheit, auch wenn bestimmte Bereiche des

www.bekb.ch | Marktkommentar | 9. September 2026 2 KI-Sektors weiterhin stark nachgefragt würden. Gerade in der Chipbranche knüpften viele Werte an ihre Kurs- gewinne vom vergangenen Freitag an, was der Börsianer immer noch mit Nachwehen der Ankündigung eines noch leistungsfähigeren KI-Modells vom ChatGPT- Entwickler OpenAI begründete. Branchengrössen wie AMD, ARM oder Broadcom legten um bis zu sechs Prozent zu. Über ein fast zehnprozentiges Plus konnten sich die Anleger von Intel freuen, nachdem das Magazin DigiTimes berichtete, dass der Prozessorhersteller vo- raussichtlich die Preise anheben werde. Zudem wurde eine Analystenhochstufung durch Northland Securities als Stütze hervorgehoben. Der Kurs von Qualcomm zog um drei Prozent an nach einer Mitteilung, wonach der eigentlich auf Handychips fokussierte Hersteller eine Partnerschaft mit Amazon zur Lieferung massgeschnei- derter Datencenter-Chips eingeht. Diese geht ausser- dem einher mit Optionen auf einen Aktienbezug. Im Technologiebereich waren auch Aktien aus dem Bereich der Quantencomputer begehrt. Wie die drei Unterneh- men D-Wave Quantum, Rigetti Computing und Quan- tinuum mitteilten, erhalten sie jeweils 100 Millionen US- Dollar vom US-Handelsministerium, um die Forschung im Bereich Quantencomputing auszubauen. Aktien der Ölkonzerne Chevron, ExxonMobil und ConocoPhillips profitierten etwas davon, dass die Ölpreise weiter stei- gen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent mit Lieferung im November näherte sich weiter der 100- Dollar-Marke. Am Markt wurde als Treiber unter ande- rem auf Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz auf Sau- di-Arabien verwiesen. Das grösste Ölförderland in der Golfregion stoppte daraufhin die Produktion in einigen Anlagen nahe der Grenze zum Jemen. Dyne Therapeutics prägte das generell schwache Pharma- Branchenumfeld mit einem Kurseinbruch um 15 %. Die Aktien gerieten in den Sog negativer Nachrichten von Novartis wegen vergleichbarer Medikamentenkandida- ten. Der Schweizer Pharmariese musste nach dem Stu- dienflop mit dem Herz-Kreislauf-Mittel Pelacarsen einen weiteren Rückschlag mit dem Medikament Del-desiran gegen die Muskelkrankheit Myotone Dystrophie hin- nehmen.

Asien Uneinheitlich geht es heute Mittwoch im Handelsver- lauf an den Aktienmärkten in Ostasien und Australien zu. Dabei fallen die Ausschläge überwiegend gering aus. Am meisten tut sich erneut in Seoul, wo der technologielas- tige und volatile Kospi um 1,4 % zulegt. In Tokio geht es für den Topix um 0,2 % aufwärts, in Shanghai um 0,2 %. Hongkong tendiert knapp behauptet, im australi- schen Sydney gibt das Marktbarometer um 0,3 Prozent nach. Die weiter steigenden Ölpreise dürften stark mit dazu beitragen, dass sich die Börsianer mit Käufen nicht wei- ter aus dem Fenster wagen. Angesichts der unverändert angespannten und unübersichtlichen Lage in der Stras- se von Hormus mit zuletzt wieder gegenseitigen Atta- cken der USA und des Iran verteuert sich Brent-Öl wei- ter, um 1,4 % auf 99,28 Dollar. Die psychologisch wich- tige Marke von 100 Dollar ist damit zum Greifen nah. Teheran warnte zudem Besatzungen von Tankern in der Nähe von Kais in Kuwait und Bahrain, ihre Schiffe zu verlassen, und drohte mit weiteren Angriffen auf die Energieinfrastruktur am Golf. Hohe Ölpreise gelten als Inflationstreiber und nähren damit Spekulationen über Zinserhöhungen. Die Blicke vieler Akteure sind daher bereits auf den mor- gigen Donnerstag, insbesondere aber den Freitag in dieser Woche gerichtet. Dann werden in den USA neue Inflationsdaten und Verbraucherpreise publiziert. Für das Zinstreffen der US-Notenbank in der kommenden Woche wird weiter eine Wahrscheinlichkeit von etwa 60 % für eine Erhöhung um 25 Basispunkte eingepreist. Die Verbraucher- und Erzeugerpreise in China sind un- terdessen im August leicht gestiegen, angetrieben von höheren Energiepreisen. Zugleich fielen sie aber fast genau wie erwartet aus, weswegen sie kaum Impulse entfachen. Favorisiert werden laut Marktteilnehmern weiter Aktien von Chipherstellern, nachdem diese an den US-Börsen gegen die in der Breite leichtere Tendenz zulegen konn- ten. Intel und Qualcomm hingegen legten gestern Dienstag kräftig zu, nachdem sie mit Amazon eine Ver- einbarung zur Entwicklung massgeschneiderter KI-Chips getroffen hatten, was den Fokus auf Investitionen in KI- Infrastruktur verstärkte. Derweil steht die Rally der Chiphersteller im Kontrast zur Schwäche von Software- werten, nachdem ein neuer KI-Agent von OpenAI Be- fürchtungen geweckt hat, dass KI etablierte Softwareun- ternehmen verdrängen könnte.

Europa Der hartnäckig hohe Ölpreis dürfte zur Wochenmitte die Kurse an den europäischen Aktienmärkten nach unten drücken. Die Marktteilnehmer dürften sich aber auch mit Blick auf die Zinsentscheidung der Europäi- schen Zentralbank (EZB) morgen Donnerstag zurück- halten. Erwartet wird die zweite Zinserhöhung in die- sem Jahr. Eine Stunde vor Handelsbeginn wird der Euro-

www.bekb.ch | Marktkommentar | 9. September 2026 3 zonen-Leitindex EuroStoxx 50 wird ein halbes Prozent tiefer erwartet. Der erneute Anstieg der Ölpreise dürfte den Anlegern nicht schmecken. Der Preis für ein Fass der Nordseesor- te Brent nähert sich wieder der Marke von 100 US- Dollar. Das US-Militär hat nach eigenen Angaben fünf iranische Rohöltanker angegriffen und “zerstört”. Sie seien Teil eines “Schattennetzwerks” zur Finanzierung der iranischen Revolutionsgarden. Mit Blick auf Einzel- werte ist die Nachrichtenlage dünn.

Marktnachrichten

Konjunktur China: Inflation zieht an In China hat sich der Preisauftrieb im August be- schleunigt. Hohe Energiepreise infolge von Lieferrisiken und Stö- rungen des Seeverkehrs in Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt trieben sowohl die Erzeuger- als auch die Verbraucherpreise in die Höhe, wie das nationale Statistikamt mitteilte. Der Erzeugerpreisindex stieg im Jahresvergleich um 3,8 %. Im Juli hatte das Plus noch bei 3,5 % gelegen. Analysten hatten im Vorfeld mit ei- nem Anstieg von 3,6 % gerechnet. Im Vergleich zum Vormonat legten die Erzeugerpreise um 0,4 % zu. Die Verbraucherpreise stiegen im August um 0,8 % zum Vorjahresmonat, nach einem Plus von 0,5 % im Juli. Damit trafen sie genau die Erwartungen der Experten. Im Vergleich zum Vormonat zogen die Verbraucherpreise um 0,4 % an, während Analysten hier lediglich ein Plus von 0,3 % erwartet hatten. Im Juli waren sie noch um 0,1 % gefallen. Lebensmittel verbilligten sich im Jah- resvergleich um 1,4 %, während die Preise für andere Güter um 1,2 % stiegen.

Ford: Massive Kritik wegen China-Partnerschaft Der amerikanische Verkehrsminister kritisiert den Autobauer Ford wegen der Zusammenarbeit mit chine- sischen Unternehmen. Es geht um Batterietechnik, Sicherheitsbedenken – und um ein SUV-Modell. Rüffel aus Washington: Die US-Regierung hat die Ge- schäftspartnerschaften des Autobauers Ford mit chinesischen Unternehmen scharf kritisiert. US- Verkehrsminister Sean Duffy äusserte in einem Brief an Ford-Chef Jim Farley schwere Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit. Fords Beziehungen zu dem chinesischen Batteriehersteller CATL sowie den Auto- konzernen Geely und BYD gäben Anlass zu grosser Sorge, hiess es. Ford nahm zu den Äusserungen zunächst nicht Stellung. Die Aktie verlor gestern Dienstag ⁠mehr ⁠als vier Prozent. Das Verkehrsministerium sei zutiefst beunruhigt über Fords Abhängigkeit von lizenzierter Technologie von CATL in seinem Werk in Marshall im Bundesstaat Michi- gan, hiess es in dem Schreiben. Das Gemeinschaftsun- ternehmen von Ford und Geely in Spanien helfe zudem strategischen Gegnern dabei, auf westlichen Märkten Fuss zu fassen. Weiterhin könnten die laufenden Ge- spräche mit BYD über Bauteile für Hybridfahrzeuge dazu führen, dass subventionierte ausländische Tech- nologie noch stärker in die Lieferketten von Ford inte- griert werde. Duffy bemängelte ausserdem Fords Ent- scheidung, die Produktion des Modells Lincoln Nautilus erst im Jahr 2030 von China in die USA zu verlagern. Das ⁠bedeute ein inakzeptables, mehrjähriges Zeitfenster der Abhängigkeit von chinesischer Fertigung.

Futures S&P 500 7'688

  • 0.1 % FTSE 100 10'763
  • 0.6 % DAX 25'858
  • 0.6 %

Wichtigste US-Unternehmenszahlen (Erwarteter Gewinn pro Aktie) Vor Börsenöffnung

Nach Börsenschluss -

Wirtschaftsdaten (Erwartungen*) China Verbraucherpreise August y/y + 0,8 % (+ 0,8 %), Verbraucherpreise Kernrate Au- gust y/y + 1,0 % (+ 0,9 %), Produzen- tenpreise August y/y + 3,8 % (+ 3,5 %). Japan Geldmenge M3 August y/y + 1,2 % (+ 1,4 %). Deutschland

GB Produzentenpreise Auggust + 1,2 % (+ 2,1 %), Produzentenpreise August y/y + 13,6 % (+ 11,5 %). Frankreich Industrieproduktion Juli (+ 0,2 %), Indus- trieproduktion Juli (+ 0,4 %). Europa

USA 13:00 Uhr: MBA Hypothekenaufträge per 4. September (vorheriger Wert: + 0,8 %). 14:15 Uhr: ADP wöchentliche Beschäfti- gungsänderung per 22. August (+ 11'750).

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*Wenn nichts Anderes vermerkt, bezieht sich die Veränderung gegenüber dem Vormonat q/q = Veränderung gegenüber Vorquartal, y/y = Veränderung gegenüber Vorjahr, ytd = Veränderung seit Jahresbeginn, sb = Saisonberei- nigt, ( ) = Erwartungen, wenn nicht anders erwähnt.

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