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title: "Ausschuss für Gesundheit, Gespräch mit ukrainischer Delegation der Verkhovna Rada in Berlin, Paul-Löbe-Haus; 40 deutsche und 100 ukrainische Einrichtungen tauschen Erfahrungen."
sdDatePublished: "2026-09-09T11:09:00Z"
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  - name: "healthcare policy"
    identifier: "medtop:20000479"
  - name: "international relations"
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  - "Berlin"
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  - "Ukraine"
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  - "Germany"
  - "Poland"
  - "Lithuania"
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Ausschuss für Gesundheit, Gespräch mit ukrainischer Delegation der Verkhovna Rada in Berlin, Paul-Löbe-Haus; 40 deutsche und 100 ukrainische Einrichtungen tauschen Erfahrungen.

043 08 05 2026

Protokoll-Nr. 21/43
21. Wahlperiode

Ausschuss für Gesundheit

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Dieser Vermerk verliert seine Gültigkeit mit der Veröffentlichung des Proto­
kolls gemäß § 73 GOBT, spätestens jedoch nach Ablauf der jeweils nach­
folgenden Wahlperiode.

Veröffentlichungsdatum: 09.09.2026

21. Wahlperiode
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Kurzprotokoll
der 43. Sondersitzung

Ausschuss für Gesundheit
Berlin, den 8. Mai 2026, 10:30 Uhr
als Kombination aus Präsenzsitzung
(Paul-Löbe-Haus, Saal E 400) und
Zoom-Meeting.
Vorsitz: Dr. Tanja Machalet, MdB
Tagesordnung

Einziger Tagesordnungspunkt
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Gespräch mit einer Delegation des Ausschusses
für Gesundheit, medizinische Versorgung und
Krankenversicherung der Verkhovna Rada
(Ukraine)
Selbstbefassung S-21(14)56

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Die Anwesenheitslisten liegen dem Originalprotokoll bei.

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Mitglieder des Ausschusses
Fraktionen
Ordentliche Mitglieder
Stellvertretende Mitglieder
CDU/CSU
Beek, Sascha van
Borchardt, Simone
Hiller, Dr. Matthias
Janssen, Anne
Müller, Axel
Pauls, Dr. Thomas
Pilsinger, Dr. Stephan
Schmidt, Sebastian
Seitz, Nora
Streeck, Dr. Hendrik
Theiss, Dr. Hans
Weiss, Dr. Maria-Lena
Zeulner, Emmi
Albani, Stephan
Aumer, Peter
Demuth, Ellen
Ehm, Lars
Grasse, Adrian
Knoerig, Axel
Ludwig, Dr. Saskia
Müller, Sepp
Reddig, Pascal
Rupprecht, Albert
Staffler, Katrin
Stegemann, Albert
Timmermann-Fechter, Astrid
AfD
Baum, Dr. Christina
Bloch, Joachim
Dietz, Thomas
Ebenberger, Tobias
Hess, Nicole
Schießl, Carina
Sichert, Martin
Weiss, Claudia
Ziegler, Kay-Uwe
Bessin, Birgit
Birghan, Dr. Christoph
Bollmann, Gereon
Fetsch, Thomas
Giersch, Alexis L.
Kempf, Martina
Möller, Stefan
Przygodda, Kerstin
Schmidt, Dr. Paul
SPD
Machalet, Dr. Tanja
Mieves, Matthias David
Moll, Claudia
Pantazis, Dr. Christos
Schwartze, Stefan
Seitzl, Dr. Lina
Yüksel, Serdar
Ahmetovic, Adis
Dittmar, Sabine
Glöckner, Angelika
Kersten, Dr. Franziska
Peick, Jens
Schmidt (Wetzlar), Dagmar
Stadler, Svenja
BÜNDNIS 90/DIE
GRÜNEN
Dahmen, Dr. Janosch
Fischer, Simone
Heitmann, Linda
Kappert-Gonther, Dr. Kirsten
Wagner, Johannes
Grau, Dr. Armin
Nick, Dr. Ophelia
Piechotta, Dr. Paula
Rietenberg, Sylvia
Die Linke
Gürpinar, Ates
Merendino, Stella
Schötz, Evelyn
Stange, Julia-Christina
Arndt, Dr. Michael
Brückner, Maik
Fey, Katrin
Gebel, Kathrin

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Beginn der Sitzung: 10:31 Uhr

Einziger Tagesordnungspunkt
Gespräch mit einer Delegation des Ausschusses
für Gesundheit, medizinische Versorgung und
Krankenversicherung der Verkhovna Rada
(Ukraine)
Selbstbefassung S-21(14)56
Die Vorsitzende, Abg. Dr. Tanja Machalet, eröffnet
die Sitzung und verweist auf den besonderen Tag
für dieses Treffen, da der 8. Mai der Tag sei, an
dem vor 81 Jahren die deutsche Wehrmacht kapitu­
liert habe. Man wünsche der Ukraine, dass auch sie
sehr bald die Aussicht auf einen Frieden in Souve­
ränität bekomme. Ziel des Gesprächs sei ein besse­
res Verständnis dafür zu erlangen, auf welchen Ge­
bieten eine weitergehende Zusammenarbeit zwi­
schen dem deutschen und dem ukrainischen Ge­
sundheitsausschuss sinnvoll sein könne.
Mykhailo Radutskyi (Vorsitzender des Ausschus­
ses für öffentliche Gesundheit, medizinische Ver­
sorgung und Krankenversicherung in der Verk­
hovna Rada der Ukraine) bedankt sich für die Ein­
ladung und die Bereitschaft, weiterhin gemeinsam
an der Lösung dringender medizinischer Fragen in
der Ukraine zu arbeiten. Deutschland habe die Uk­
raine seit Beginn des Jahres 2022 im Bereich des
Gesundheitswesens und der Gesundheitsversor­
gung unterstützt und bleibe einer der Schlüssel­
partner der Ukraine. Diese Unterstützung umfasse
den Ausbau der Rehabilitationsinfrastruktur, den
Bereich der psychischen Gesundheit sowie die
Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit der me­
dizinischen Einrichtungen in den frontnahen Regi­
onen, unter anderem in Sumy, Dnipro, Mykolajiw,
Odessa, Charkiv und Cherson. Die Zusammenar­
beit zwischen deutschen und ukrainischen Kran­
kenhäusern werde fortgesetzt. Rund 40 deutsche
und ca. 100 ukrainische Einrichtungen hätten sich
zu einem Erfahrungsaustausch in verschiedenen
medizinischen Fachbereichen zusammengeschlos­
sen. Deutschland sei der bedeutendste Partner der
Ukraine im Rahmen der Initiative MEDEVAC, die
die medizinische Evakuierung von Ukrainern ins
Ausland zur medizinischen Behandlung und Reha­
bilitation nach Verwundungen sicherstelle. Ebenso
wichtig sei die Hilfe und Unterstützung des Deut-
schen Bundestages der Ukraine auf dem Weg in die
Europäische Union, die nicht nur als eine Geste
der Solidarität, sondern auch als ein Beispiel prak­
tischer parlamentarischer Zusammenarbeit unter
Krisenbedingungen zu sehen sei. Man bedanke
sich für die Beratung in Fragen der Anpassung der
nationalen Gesetzgebung an die Anforderungen
des EU-Rechts sowie für die fachliche Unterstüt­
zung bei der praktischen Umsetzung der EU-Ge­
setzgebung. Man wolle heute über die Einrichtung
einer Selbstverwaltungskammer für Ärzte, eines
nationalen elektronischen Registers für Gesund­
heitsberufe sowie über eine Vertiefung der deutsch-
ukrainischen Zusammenarbeit im Bereich der Re­
gulierung medizinischer Produkte und der Versor­
gung mit kritischen Arzneimitteln in der EU unter
einer möglichen Beteiligung der Ukraine sprechen.
S. E. Oleksii Makeiev (Botschafter der Ukraine in
Deutschland) hebt ebenfalls die Bedeutung des Da­
tums für das Treffen hervor und bedankt sich für
die deutsche Unterstützung, die der Ukraine helfe,
die Gräueltaten des Krieges im militärischen und
zivilgesellschaftlichen Bereich zu ertragen. Sein
Vorredner habe bereits die beiden Themen Partner­
schaft zwischen Kliniken und Hilfe für die Energie­
infrastruktur genannt, wobei die Unterstützung im
Gesundheitssektor besonders wichtig sei. Fast
2 000 Ukrainerinnen und Ukrainer hätten im Rah­
men von MEDEVAC Hilfe bekommen, darunter
mehr als 1 500 Soldatinnen und Soldaten, die die
ukrainische Bevölkerung jeden Tag vor den Russen
schützten. Wichtig sei auch die Unterstützung auf
dem Weg in die Europäischen Union. In der Ukra­
ine fänden trotz des Krieges Reformen statt und
man freue sich über die deutsche Unterstützung im
Bereich der Modernisierung des Gesundheitswe­
sens.
Die Vorsitzende erläutert, in der Folge werde man
über die vorgeschlagenen Themenbereiche Einrich­
tung einer Selbstverwaltungskammer für Ärzte, die
Errichtung eines nationalen elektronischen Regis­
ters für Gesundheitsberufe, über die Regulierung
von Medizinprodukten und über eine Initiative
zum Gesetz über kritische Arzneimittel sowie über
die Möglichkeit einer Ausweitung seiner Bestim­
mungen auf EU-Beitrittskandidaten sprechen. Es
solle zunächst eine kurze Einführung und Formu­
lierung von Fragen zu jedem Thema durch die

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ukrainischen Gäste erfolgen. Dann folge die Beant­
wortung, bevor man zum nächsten Themenkom­
plex übergehen werde. Pro Themenkomplex habe
man etwa 15 Minuten vorgesehen.
Olha Stefanyshyna (Vorsitzende des Unteraus­
schusses für europäische Integration im Ausschuss
für Gesundheitsschutz der Verkhovna Rada) führt
aus, man habe 2017 eine Reform begonnen, bei der
man eine Behörde ins Leben gerufen habe, die
heute für alle medizinischen Leistungen aufkom-
me. Dank dieser Reform habe sich das ukrainische
Gesundheitssystem auch während des Krieges als
effizient erwiesen und standgehalten. Leider habe
man aber den wichtigen Aspekt der Selbstverwal­
tung der Ärztinnen und Ärzte nicht berücksichtigt
und erhoffe sich hierbei Hilfe, ein System nach
deutschem Vorbild zu etablieren. Das ukrainische
Gesundheitssystem stehe unter extremem Druck
und der Krieg habe den Mangel an medizinischem
Personal erheblich beschleunigt. Schon vor dem
Krieg hätten über 33 000 Ärzte sowie über 35 000
Beschäftigte auf Ebene des mittleren medizinischen
Fachpersonals gefehlt. In den 20er Jahren seien
über 66 000 medizinische Fachkräfte ins Ausland
abgewandert und im Jahr 2022 seien die Kapazitä­
ten des Gesundheitssystems um weitere ca. 14 Pro­
zent gesunken. In manchen abgelegenen Gebieten
und in den frontnahen Gemeinden gebe es Patien­
ten, die ihren Hausarzt seit drei Jahren nicht mehr
gesehen hätten und keine medizinische Hilfe bekä­
men. Diese medizinische Krise erfordere nicht nur
rasches Handeln, sondern auch strukturelle Lösun­
gen, denn die Ukraine stehe vor mehreren Heraus­
forderungen gleichzeitig: Sicherung des Zugangs zu
medizinischer Hilfe, Erhalt des Fachkräftepotenzi­
als sowie Anpassung des Gesundheitssystems an
die EU-Regeln. Die Beitrittsverhandlungen zur Eu­
ropäischen Union bedeuteten nicht nur die Anpas­
sung der Gesetzgebung, sondern auch den stufen­
weisen Übergang zu europäischen institutionellen
Modellen. Das betreffe im medizinischen Bereich
in erster Linie die berufliche Regulierung, also die
Anerkennung von Berufsqualifikationen, die beruf­
liche Mobilität sowie transparente Standards beruf­
licher Verantwortung. In den meisten europäischen
Ländern verwalte sich der ärztliche Berufsstand
selbst. Durch die Ärztekammer beteilige sich die
Ärzteschaft an der Registrierung der Ärzte, an Stan­
dardkontrollen, an der Einhaltung des Berufsethos
und an der Sicherstellung der kontinuierlichen
beruflichen Weiterentwicklung sowie an der Ver­
hängung von Disziplinarmaßnahmen. So sei es
auch in Deutschland, aber nicht in der Ukraine.
Dort gebe es kein einheitliches Berufsregister, keine
Approbationsordnung oder ein vollwertiges Organ
der beruflichen Selbstverwaltung nach europäi­
schen Standards. Das bedeute, dass der Staat keine
vollständigen Informationen über das medizinische
Personal im Gesundheitssystem und kein modernes
System der beruflichen Haftung habe. Die Anerken­
nung der beruflichen Qualifikationen in der EU
bleibe weiterhin sehr kompliziert. Ein weiterer
wichtiger Punkt sei die Transparenz. Ukrainische
Regulierungsorgane seien teilweise zu geschlosse­
nen korporativen Strukturen mit entsprechenden
Korruptionsrisiken geworden. Daher sei es äußerst
wichtig, die ärztliche Selbstverwaltung von Anfang
an so aufzubauen, dass sie den Prinzipien der
Transparenz, der demokratischen Repräsentanz,
der Rechenschaftspflicht und der digitalen Offen­
heit entsprächen. Das „Gesetz über die ärztliche
Selbstverwaltung“ sei bereits in erster Lesung abge­
stimmt worden. Es habe aber kontroverse Diskussi­
onen und viele Änderungsanträge im Hinblick auf
die zweite Lesung gegeben. Eine deutsche Beteili­
gung an diesem Prozess sei sehr wichtig, da die Un­
terstützung und Expertise der deutschen Partner
helfen würde, die politischen Gegner von einer
echten europäische Selbstverwaltung zu überzeu­
gen. Bereits heute arbeiteten tausende ukrainische
Ärzte in Deutschland. Die Einführung eines moder­
nen digitalen Registers werde daher das Prozedere
der gegenseitigen Anerkennung ärztlicher Qualifi­
kationen für beide Länder erleichtern. Die Unter­
stützung durch entsprechendes Fachwissen unter
Einbeziehung der Bundesärztekammer und weite­
rer deutscher Experten bei der Vorbereitung eines
ukrainischen Selbstverwaltungsmodells sei wich­
tig. Man benötige die deutsche Expertise insbeson­
dere bei der Vorbereitung eines Gesetzentwurfs für
die zweite Lesung, damit dieser von allen politi­
schen