BWIHK fordert Kurswechsel in der Bildungspolitik in Stuttgart; Viele Schulabgänger nicht ausbildungsreif
PISA-Ergebnis: BWIHK fordert Kurswechsel in der Bildungspolitik - IHK Baden-Württemberg
PISA-Ergebnis: BWIHK fordert Kurswechsel in der Bildungspolitik Presseinformation 55
Stuttgart, 8. September 2026 – Der Baden-Württembergische Industrie- und Handelskammertag (BWIHK) sieht in dem schwachen Abschneiden Deutschlands in der aktuellen PISA-Studie einen Weckruf für die Bildungspolitik. Die allgemeinbildenden Schulen müssten Leistung wieder stärker in den Mittelpunkt rücken, Basiskompetenzen verlässlich vermitteln und die Lernergebnisse evaluieren.
„Es ist höchste Zeit, dass wir uns wieder auf den Kern des schulischen Bildungsauftrags konzentrieren, statt über Hitzefrei und Ähnliches zu diskutieren“, sagt Susanne Herre, Hauptgeschäftsführerin der IHK Region Stuttgart. Die IHK ist innerhalb des BWIHK federführend für die Themen Berufliche Ausbildung und Fachkräfte.
Bei dem heute veröffentlichten PISA-Ranking haben sich die Leistungen deutscher Schüler im internationalen Vergleich erneut verschlechtert. Defizite liegen insbesondere in Mathematik und den Naturwissenschaften, aber auch im für die Sprachkompetenz zentralen Fach Deutsch.
Viele Schulabgänger sind nicht reif für die Ausbildung
Die IHK-Hauptgeschäftsführerin zeigt sich von dem PISA-Ergebnis nicht überrascht. „Schon lange beobachten Unternehmen, dass viele Bewerberinnen und Bewerber für Ausbildungsplätze die grundlegenden Voraussetzungen für eine erfolgreiche Ausbildung nicht mitbringen – und ihre Zahl nimmt zu.“ Bei einer im Sommer veröffentlichten IHK-Umfrage unter Ausbildungsbetrieben in Baden-Württemberg hatten fast alle Unternehmen die mangelnde Ausbildungsreife vieler angehender Azubis beklagt. Vermisst wurden zum Teil sogar elementare Rechenkenntnisse sowie mündliches und schriftliches Ausdrucksvermögen.
“Die jungen Menschen sind heute nicht weniger begabt als noch vor einigen Jahren. Wir schaffen es aber offensichtlich nicht mehr in ausreichendem Maße, ihr Potenzial zu wecken und das Beste aus ihnen herauszuholen.”
Der Weckruf muss daher vor allem der Bildungspolitik gelten. „Wer die Schule verlässt, muss ausbildungsreif oder studierfähig sein“, fordert Dr. Susanne Herre, Hauptgeschäftsführerin der IHK Region Stuttgart. Die IHK ist innerhalb des BWIHK federführend für die Themen Berufliche Ausbildung und Fachkräfte. .„Voraussetzung ist, dass alle Schülerinnen und Schüler entsprechend ihren Fähigkeiten bestmöglich gefördert werden.“ Notwendig sei auch eine konsequente Berufs- und Studienorientierung an allen Schularten.
Als wichtigen Schritt lobt Herre die Einführung eines verpflichtenden letzten Kindergartenjahres, die Baden-Württemberg als bisher einziges Bundesland plant. „Man kann nicht früh genug damit anfangen, die Sprachkompetenz von Kindern zu entwickeln und zu stärken, damit sie die Voraussetzungen für ihren weiteren schulischen und beruflichen Lebensweg bekommen.“ Dies gelte insbesondere, aber nicht nur, für Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund.
Darüber hinaus bedürfe es aber auch schnell wirkender Maßnahmen, die sich schon auf die aktuelle Generation von Schülerinnen und Schülern auswirken, so Herre. Eine Möglichkeit wäre, die Lehrpläne zu straffen und auf die wirksame Vermittlung der Basiskompetenzen zu fokussieren, etwa auf Lesefähigkeit, Leseverständnis, Sozialverhalten, Rechnen und technisches Grundwissen. „Wir brauchen keine weiteren PISA-Studien, um zu begreifen, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, zu handeln“, so die IHK-Chefin.
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Dr. Susanne Herre Hauptgeschäftsführerin der IHK Region Stuttgart. Die IHK ist im BWIHK in Ausbildungsfragen federführend