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title: "VDMA Photovoltaik Produktionsmittel fordert 8. Energieforschungsprogramm in Deutschland und Europa; CAPEX 250–300 Mrd USD in 10 Jahren"
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VDMA Photovoltaik Produktionsmittel fordert 8. Energieforschungsprogramm in Deutschland und Europa; CAPEX 250–300 Mrd USD in 10 Jahren

P H O T O V O L T A I C S E Q U I P M E N T

VDMA Photovoltaik Produktionsmittel
Stellungnahme Konsultationsprozess
8. Energieforschungsprogramm

21 August 2026

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Energieforschung für industrielle Wertschöpfung: Die industrielle Basis stärken
Deutschland hat in den vergangenen Jahren erhebliche Teile seiner Photovoltaik Ingot-Wafer,
Zell- und Modulproduktion verloren. Gleichzeitig verfügt Deutschland weiterhin über weltweit
führende Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der kristallinen Silizium-
Photovoltaik (c-Si) und Dünnschicht Technologien insbesondere in den Bereichen Maschi-nen-
und Anlagenbau, Produktionstechnologien, Automatisierung, Messtechnik, Werkstoffe,
Prozessentwicklung und industrienahe Forschung. Aus Sicht der europäischen PV Produkti-
onsmittel Industrie sollte das 8. Energieforschungsprogramm diese Stärken gezielt unterstüt-
zen. Energieforschung soll wissenschaftliche Exzellenz fördern, aber auch Innovationen her-
vorbringen, die industrielle Wertschöpfung schaffen, Wettbewerbsfähigkeit sichern, hochwer-
tige Arbeitsplätze erhalten und technologische Souveränität stärken. Gerade die Photovoltaik
zeigt, wie erfolgreich dieser Ansatz sein kann. Obwohl ein großer Teil der Fertigung nach Asien
verlagert wurde, sind deutsche und europäische Unternehmen weiterhin zentrale
Technologielieferanten für die weltweite PV-Industrie. Ihre Anlagen und Produktionslösungen
werden weltweit eingesetzt und bilden die Grundlage für die Industrialisierung neuer Solar-
technologie über die gesamte Wertschöpfungskette.

Kristallines Silizium bleibt die dominierende Photovoltaik-Technologie
Die 17. Ausgabe „International Technology Roadmap for Photovoltaics (ITRPV) 2026“ der
VDMA Fachabteilung Photovoltaik Produktionsmittel zeigt übereinstimmend, dass kristallines
Silizium auch in den kommenden zehn Jahren die Basis der globalen Solarindustrie bleiben
wird. Selbst unter Berücksichtigung zukünftiger Tandemzellen wird der überwiegende Teil der
weltweit produzierten Solarzellen weiterhin auf Silizium basieren (als Bottom Zelle für die
Dünnschicht Tandem Technologie). Die Gründe sind eindeutig: Kristalline Silizium-Technologien
verbinden hohe Wirkungsgrade mit außerordentlich niedrigen Stromgestehungskosten und
einer jahrzehntelang bewährten Zuverlässigkeit. Gleichzeitig verlagern sich die
Innovationsschwerpunkte zunehmend von reinen Wirkungsgradsteigerungen hin zu
produktionsnahen Fragestellungen. Tandem Strukturen erlauben Wirkungsgrade, die mit
Silizium allein nicht erreicht werden.

Zentrale Forschungsfelder sind:
-
weitere Effizienzsteigerungen ohne zusätzliche Produktionskosten
-
Maschinen Produktivität/Durchsätze und Skalierung von Prozesse
-
Reduktion des Material- und Ressourcenverbrauchs und Verringerung kritischer
Rohstoffe
-
nachhaltigere Produktionsprozesse,
-
Digitalisierung und KI-gestützte Fertigung
-
Neue vielversprechende Technologien in die Praxis zu bringen (Technology Readiness
Level-Steigerung)

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Die Wettbewerbsfähigkeit der kristallinen Siliziumtechnologie entscheidet daher unmittelbar
darüber, ob europäische PV-Equipment-Hersteller ihre starke Position auf den Weltmärkten
halten können und ob zukünftige Technologien wie Silizium-Perowskit-Tandemzellen
wirtschaftlich industrialisiert werden können. Die weltweite Photovoltaikproduktion wächst
weiterhin mit hoher Dynamik. Damit steigt auch der Bedarf an Produktionsanlagen und
Fertigungstechnologien erheblich. Für deutsche und europäische Maschinen- und
Anlagenbauer entsteht daraus ein Markt mit einem Investitionsvolumen (CAPEX) von kumulativ
250 – 300 Milliarden US-Dollar in den kommenden zehn Jahren (Quelle: VDMA Services 2026
Studie: “European Photovoltaics Machinery and Equipment Study,” Link zur Studie: Globaler
Markt steht vor Phase mit beispiellosem Wachstum). Dieses Wachstum umfasst nahezu alle
Bereiche der Wertschöpfungskette, von Poly-Si, Ingot-Wafer- und Zellfertigung über
Modulproduktion bis hin zu Automatisierung, Messtechnik, Software und Qualitätssicherung.
Forschung und Entwicklung im Bereich kristalliner Silizium-Technologien und Dünnschicht
Technologien sind deshalb nicht nur energiepolitisch relevant, sondern besitzen eine
unmittelbare industrie- und wirtschaftspolitische Bedeutung für Deutschland und Europa.

Empfehlungen für die politische Diskussion
Aus Sicht der europäischen Photovoltaik-Ausrüstungsindustrie sollte das 8.
Energieforschungsprogramm folgende Schwerpunkte setzen:
1. Kristallines Silizium als zentrale Technologiesäule erhalten und stärken. Der Förderanteil
für c-Si-Technologien einschließlich TOPCon, Heterojunction (HJT), Back-Contact-
Technologien, siliziumbasierter Tandemkonzepte (z. B. Perowskit-Silizium) und
Dünnschichttechnologien sollte ihrer langfristigen industriellen Bedeutung entsprechen.
Die VDMA International Technology Roadmap for Photovoltaics (ITRPV) kann dabei als
Orientierung für kommende Technologien dienen.
2. Industrienahe Forschung weiter ausbauen. Förderprogramme sollten weiterhin die
Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette zwischen Industrie und
Forschungseinrichtungen unterstützen.
3. Produktions- und Fertigungstechnologien stärker berücksichtigen. Neben
Produktwirkungsgraden müssen Digitalisierung, Automatisierung, KI, Qualitätssicherung,
Nachhaltigkeit und Recycling auch in den Fokus rücken.
4. Pilot- und Demonstrationsinfrastrukturen ausbauen. Neue Technologien müssen unter
industriellen Bedingungen erprobt und skaliert werden können, um den
Technologietransfer zu beschleunigen.
5. Förderentscheidungen stärker an industrieller Wirkung ausrichten. Neben
wissenschaftlicher Qualität sollten Verwertungspotenzial, industrielle Anwendbarkeit,
Beiträge zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit und Nutzen für den deutschen
Maschinen- und Anlagenbau stärker berücksichtigt werden.

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Fazit
Deutschland verfügt weiterhin über eine weltweit starke Position in den Bereichen
Produktionstechnologien, Maschinenbau und industrielle Photovoltaik-Innovationen. Diese
Stärken bieten die Chance, auch künftig eine zentrale Rolle in der globalen Solarindustrie
einzunehmen. Dies wird aber nur möglich sein, wenn in Europa eine eigene Produktionsbasis
geschaffen wird, da ansonsten mittel-/ langfristig auch die hierfür relevante Technologie verloren
geht. Das 8. Energieforschungsprogramm sollte daher eine ausgewogene Forschungsförderung
verfolgen, die wissenschaftliche Exzellenz mit industrieller Wertschöpfung verbindet. Nur so
können Europas technologische Souveränität, industrielle Wettbewerbsfähigkeit und langfristige
Wertschöpfung nachhaltig gesichert werden.

Ihre Ansprechpartner in Berlin und Frankfurt
VDMA-Fachverband ESB (Electronics, Solar and Battery Production)

•
Dr. Puzant Baliozian (Leiter der Fachabteilung Photovoltaik Produktionsmittel)
puzant.baliozian@vdma.eu +49 69 6603-1979 
•
Katharina Breden-Hetzel (Experte Strategie & Politik)
Katharina.breden-hetzel@vdma.eu +49 30 306946-32