---
title: "Industrie, Forschung und Region unterstützen kristalline Silizium-Photovoltaik-Forschung in Deutschland; 8. Energieforschungsprogramm-Förderanteil nicht sinken"
sdDatePublished: "2026-09-09T09:08:00Z"
source: "https://www.energieforschung.de/lw_resource/datapool/systemfiles/elements/files/56a17147-ac28-11f1-8bd6-fa163e7d9971/current/document/ISC_Konstanz_Bericht.pdf"
topics:
  - name: "solar power"
    identifier: "medtop:20001209"
  - name: "scientific research"
    identifier: "medtop:20000735"
  - name: "energy industry"
    identifier: "medtop:20000261"
  - name: "manufacturing and engineering"
    identifier: "medtop:20000294"
  - name: "government policy"
    identifier: "medtop:20000621"
  - name: "energy and resource"
    identifier: "medtop:20000256"
locations:
  - "Vilnius"
  - "Cittadella"
  - "Konstanz"
  - "Freiburg (im Breisgau)"
  - "Schwarzwald-Baar-Kreis"
  - "Zollernalbkreis"
  - "Berlin"
  - "Saarlouis"
  - "Dresden"
  - "United States"
  - "India"
  - "Germany"
---


Industrie, Forschung und Region unterstützen kristalline Silizium-Photovoltaik-Forschung in Deutschland; 8. Energieforschungsprogramm-Förderanteil nicht sinken

ISC Konstanz Bericht

Positionspapier

Energieforschung für industrielle Wertschöpfung in Deutschland
Warum kristalline Silizium-Photovoltaik auch im 8. Energieforschungsprogramm weiterhin ein
zentraler Forschungsschwerpunkt bleiben muss

Breite Unterstützung aus Industrie, Forschung und Region
Die Kernaussagen und Handlungsempfehlungen dieses Positionspapiers werden von folgenden
Unternehmen und Institutionen ausdrücklich unterstützt:
Unternehmen / Institution
Sitz
centrotherm international AG
Blaubeuren
Energy Depot EU GmbH
Konstanz
FuturaSun Holding S.r.l.
Cittadella, Italien
HTWG Konstanz – Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung
Konstanz
Kontron AIS GmbH
Dresden
Next2Sun Technology GmbH
Dillingen
RCT Solutions GmbH
Konstanz
RENA Technologies GmbH
Gütenbach / Freiburg
SoliTek R&D
Vilnius, Litauen
SOLYCO Solar AG
Berlin
Stadt Konstanz – Wirtschaftsförderung
Konstanz
VON ARDENNE GmbH
Dresden

Diese breite Unterstützung unterstreicht die industrielle Relevanz des Anliegens, kristalline
Siliziumtechnologien und ihre Weiterentwicklung auch zukünftig als tragende Säule der
deutschen Energieforschungsförderung zu erhalten. Die entsprechenden
Unterstützungsschreiben liegen dem Projektträger Jülich (PtJ) vor.

Positionspapier PV Energieforschung
Seite 2 von 7

Deutschland verfügt trotz des weitgehenden Verlustes eigener Zell- und Modulproduktion weiterhin über
international führende Kompetenzen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der auf kristallinem
Silizium basierten Photovoltaik. Besonders stark sind deutsche und europäische Unternehmen im Maschinen-
und Anlagenbau, bei Produktionsprozessen, Automatisierung, Messtechnik, Materialien sowie industrieller
Forschung.
Nach allen internationalen Roadmaps wird kristallines Silizium (c-Si) auch in den kommenden zehn Jahren die
dominierende Photovoltaiktechnologie bleiben und deutlich über 90 % der weltweit produzierten Solarzellen
stellen. Diese technologische Dominanz ist kein Zufall. Sie beruht auf der außergewöhnlich hohen
Wettbewerbsfähigkeit der kristallinen Silizium-Photovoltaik. Wie die folgende Abbildung zeigt, entwickelt
sich Solarenergie mit Speichertechnologie weltweit zur günstigsten Form der Stromerzeugung.

Stromerzeugungstechnologien mit Batteriespeicher mit den niedrigsten LCOE nach Jahr und Region.
(Quelle: Nijsse, F.J.M.M., Mercure, J.F., Ameli, N. et al. The momentum of the solar energy transition.
Nature Communications 14, 6542 (2023))
Der Grund dafür liegt auf der Hand: Die heutige c-Si-Technologie hat bei Effizienz und Kosten ein Niveau
erreicht, das extrem niedrige Stromgestehungskosten (LCOE) von nur 1 bis 6 Cent pro Kilowattstunde1
ermöglicht und damit günstiger als Kohle und meist auch Windenergie. Selbst wenn das Steigerungspotenzial
bei Wirkungsgraden und Kostenreduktionen auf Zell- und Modulebene langsam an physikalische und
wirtschaftliche Grenzen stößt, bleibt c-Si der verlässliche Motor der globalen Energiewende. Sie ist
unangefochten die günstigste Form der Stromerzeugung und wird von Investoren durch ihr hervorragendes
Risikoprofil sowie jahrzehntelange Erfahrung (Bankability) gewählt. Der Fokus der Weiterentwicklung
verlagert sich daher zusehends. Schwerpunkte auf Zell- und Modulebene bilden in den nächsten Jahren:
•
Restpotenziale heben: Maximale Ausschöpfung des verbleibenden Effizienzpotenzials ohne
Steigerung der Herstellungskosten.

1 je nach Standort

Positionspapier PV Energieforschung
Seite 3 von 7

•
Nachhaltigkeit & Ressourcenschutz: Einsatz sparsamerer, umweltfreundlicher Prozesse und
Reduktion kritischer Rohstoffe in der Produktion.
Damit entscheidet die Wettbewerbsfähigkeit der c-Si-Produktion wesentlich darüber,
•
ob deutsche Unternehmen künftig am weltweiten Ausbau der Photovoltaik partizipieren,
•
ob europäische Produktionsanlagen international wettbewerbsfähig bleiben,
•
ob neue Zellgenerationen erfolgreich industrialisiert werden können,
•
und ob zukünftige Technologien wie Silizium-Perowskit-Tandemzellen überhaupt wirtschaftlich
umgesetzt werden können.
Der
Anteil
der
Forschungsförderung
für
kristalline
Siliziumtechnologien2
sollte
im
8.
Energieforschungsprogramm nicht weiter sinken, sondern entsprechend ihrer langfristigen industriellen
Bedeutung weiterhin gestärkt werden.
1.
ENERGIEFORSCHUNG MUSS INDUSTRIELLE WERTSCHÖPFUNG ERMÖGLICHEN
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie verfolgt mit seiner Forschungsförderung nicht
ausschließlich wissenschaftliche Exzellenz. Vielmehr soll Forschung Innovationen hervorbringen, die
•
industrielle Wertschöpfung schaffen,
•
internationale Wettbewerbsfähigkeit sichern,
•
hochwertige Arbeitsplätze erhalten,
•
technologische Souveränität stärken
•
und private Investitionen ermöglichen.
Das bestehende Energieforschungsprogramm enthält bereits wichtige Leitlinien, die ausdrücklich auf eine
enge Zusammenarbeit von Wissenschaft und Industrie abzielen. Insbesondere die Einbindung von
Maschinen- und Anlagenbau, Produktionsunternehmen, Materialherstellern sowie Forschungseinrichtungen
entlang der gesamten Wertschöpfungskette ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor der deutschen
Energieforschung. Dieser industrieorientierte Ansatz hat wesentlich dazu beigetragen, dass Deutschland trotz
des Rückgangs der heimischen Zellproduktion weiterhin über international anerkannte Kompetenzen in
Produktionsanlagen, Prozesstechnologien und industrieller Forschung verfügt. Diese Ausrichtung sollte im 8.
Energieforschungsprogramm konsequent beibehalten und weiter gestärkt werden.
Gerade im Bereich Photovoltaik besitzt Deutschland trotz des Verlustes großer Teile der Zellproduktion
weiterhin außergewöhnlich starke industrielle Kompetenzen.
Diese liegen insbesondere in
•
Produktionsanlagen,
•
Automatisierung,
•
Messtechnik,
•
Prozessentwicklung,
•
Spezialmaterialien,
•
Produktionssoftware,

2 einschließlich ihrer Weiterentwicklung (TOPCon, HJT, BC, Tandem-Bottom-Zellen)

Positionspapier PV Energieforschung
Seite 4 von 7

•
Qualitätskontrolle
•
und industriellen Forschungsdienstleistungen.
Diese Kompetenzen sind weltweit gefragt. Der Weltmarkt bleibt auf absehbare Zeit ein c-Si dominierter
Markt.
2.
WARUM KRISTALLINES SILIZIUM DAS FUNDAMENT DER ZUKÜNFTIGEN PHOTOVOLTAIK BLEIBT

Erwartete Marktanteile unterschiedlicher Zelltechnologien bis 2035 (ITRPV, 17th Edition, 2026).
Auch unter Einbeziehung siliziumbasierter Tandemzellen bleibt kristallines Silizium über den gesamten
Betrachtungszeitraum die technologische Grundlage des weit überwiegenden Teils des PV-Marktes. Der
zunehmende Marktanteil von Back-Contact-Technologien (BC) erhöht zugleich die Relevanz von 3- und 4-
Terminal-Architekturen für zukünftige Tandemkonzepte. Diese Ansätze sollten daher neben 2-Terminal-
Tandemtechnologien in Forschung und Entwicklung berücksichtigt werden.
Die aktuelle ITRPV bestätigt, dass kristallines Silizium auch in den kommenden zehn Jahren die technologische
Grundlage des weit überwiegenden Teils der weltweiten Solarzellenproduktion bildet. Dies gilt für etablierte
Single-Junction-Technologien
ebenso
wie
für
zukünftige
siliziumbasierte
Tandemzellen.
Unter
Berücksichtigung der in der ITRPV erwarteten c-Si-basierten Tandemtechnologien werden auch 2036 rund 95
% der prognostizierten Solarzellenproduktion auf kristallinem Silizium basieren.3

3 ITRPV, Results 2025, 17th Edition, June 2026. Für 2036 wird bei rund 80 % der Tandemzellen eine c-Si-
Bottomzelle erwartet (ITRPV Presentation, S. 14).
80% Si-based tandem

Positionspapier PV Energieforschung
Seite 5 von 7

3.
WARUM DEUTSCHLAND JETZT PROFITIEREN KANN
Die gemeinsam von VDMA, Fraunhofer ISE und ISC erarbeitete Equipment-Studie prognostiziert einen Anstieg
der jährlichen globalen Investitionen in PV-Produktionsequipment von 16,6 Mrd. US-Dollar im Jahr 2025 auf
43,8 Mrd. US-Dollar im Jahr 2035. Daraus ergibt sich für das kommende Jahrzehnt ein kumuliertes
Marktvolumen von rund 250 bis 300 Mrd. US-Dollar. Die Aufschlüsselung nach Produktionsschritten
verdeutlicht, dass dieses Wachstum zahlreiche Kompetenzfelder des deutschen und europäischen
Maschinen- und Anlagenbaus betrifft.

Prognostizierte jährliche globale Investitionen in PV-Produktionsequipment nach Prozess- und
Technologiebereichen. Quelle: VDMA Equipment Study, erstellt unter Mitwirkung von Fraunhofer ISE und
ISC Konstanz.
4.
FORSCHUNG UND INDUSTRIELLE UMSETZUNG GEHÖREN ZUSAMMEN
Deutschland verfügt über hervorragende Grundlagenforschung. Der internationale Wettbewerb entscheidet
sich jedoch zunehmend bei der industriellen Umsetzung. Für Wettbewerbsvorteile sollte das
Energieforschungsprogramm weiterhin insbesondere Forschung fördern, die

Positionspapier PV Energieforschung
Seite 6 von 7

•
Produktionsprozesse verbessert,
•
Ausbeute steigert,
•
Kosten senkt,
•
Zuverlässigkeit erhöht,
•
Automatisierung ermöglicht,
•
Digitalisierung integriert,
•
KI in Produktionsprozesse überführt,
•
Materialverbrauch reduziert,
•
Recycling ermöglicht
•
und Produktionslinien schneller industrialisiert.
5.
AUSGEWOGENE FÖRDERUNG ENTLANG DES TECHNOLOGIE-REIFEGRADES
Die Energiewende erfordert sowohl visionäre Zukunftstechnologien als auch die kontinuierliche
Weiterentwicklung bereits industriell etablierter Technologien. Eine ausgewogene Forschungsförderung
sollte daher den gesamten Innovationspfad abdecken – von der Grundlagenforschung über Pilotierung und
Demonstration bis hin zur industriellen Umsetzung.
Aus Sicht der industriellen Wertschöpfung ist dabei entscheidend, dass Förderentscheidungen ein
ausgewogenes Portfolio verschiedener Technologiepfade unterstützen. Ein ausschließlich auf zukünftige
Technologien ausgerichteter Förderschwerpunkt birgt das Risiko, bestehende industrielle Stärken
Deutschlands und Europas nicht ausreichend weiterzuentwickeln.
Dies wurde aus Sicht der Unterzeichner beispielhaft im Förderaufruf „Testinfrastrukturen“ deutlich. Dort
wurden Forschungsinfrastrukturen gefördert, die auf Perowskit-basierte Technologien ausgerichtet sind,
während Vorschläge zur Weiterentwicklung industriell relevanter kristalliner Silizium-Technologien keine
Berücksichtigung fanden. Unabhängig von den jeweiligen Einzelentscheidungen verdeutlicht dieses Beispiel
die Bedeutung einer ausgewogenen Förderstrategie, welche sowohl Zukunftstechnologien als auch die
kontinuierliche Weiterentwicklung der heute marktprägenden c-Si-Technologien angemessen berücksichtigt.
Gerade im Hinblick auf den Transfer in industrielle Anwendungen sollte die Forschungsförderung
sicherstellen, dass etablierte Wertschöpfungsketten nicht geschwächt, sondern als Fundament zukünftiger
Technologien weiterentwickelt werden.
6.
HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN
Für das 8. Energieforschungsprogramm empfehlen wir:
6.1
c-Si als tragende Säule erhalten
Der Anteil der Forschungsförderung für kristalline Siliziumtechnologien sollte nicht weiter sinken, sondern
entsprechend ihrer langfristigen industriellen Bedeutung eher gestärkt werden. Für den deutschen
Maschinen- und Anlagenbau sind dabei insbesondere die Technologie-Roadmaps großer internationaler c-Si-
Produzenten – unter anderem in Indien und den USA – von hoher Bedeutung. Diese Roadmaps reichen
zunehmend über die Weiterentwicklung heutiger TOPCon- und BC-Technologien bis zu zukünftigen
Tandemkonzepten. Aufgrund des wachsenden Anteils von BC-Technologien sollten dabei neben 2-Terminal-
auch 3- und 4-Terminal-Architekturen technologieoffen weiterentwickelt werden.

Positionspapier PV Energieforschung
Seite 7 von 7

6.2
Industrienahe Forschung weiter stärken
Weiterhin im Fokus: Förderung