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title: "EU entwickelt Dünnschichtphotovoltaik als Innovationsplattform in Europa; robuste europäische PV-Wertschöpfungskette neue Wachstumsmärkte"
sdDatePublished: "2026-09-09T12:02:00Z"
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  - name: "solar power"
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locations:
  - "Germany"
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EU entwickelt Dünnschichtphotovoltaik als Innovationsplattform in Europa; robuste europäische PV-Wertschöpfungskette neue Wachstumsmärkte

Dünnschichtphotovoltaik als Innovationsplattform für resiliente
industrielle Wertschöpfung in Europa
Strategischer Impuls zur Weiterentwicklung des 8.
Energieforschungsprogramms und der SWOT Analyse von 2025
Präambel: Das vorliegende Strategiepapier setzt einen besonderen Fokus auf die
Dünnschichtphotovoltaik und ihre strategische Bedeutung für die zukünŌige Entwicklung der
europäischen Photovoltaikindustrie. Es versteht sich dabei ausdrücklich als Ergänzung zu den
bereits vorliegenden Strategiepapieren. Die darin formulierten Zielsetzungen und
Handlungsempfehlungen behalten ihre GülƟgkeit. Ihre Dringlichkeit hat sich angesichts der
aktuellen technologischen, wirtschaŌlichen und geopoliƟschen Entwicklungen vielmehr
weiter erhöht.
1. Abstract
Die Transformation des Energiesystems erfordert nicht nur einen beschleunigten Ausbau
erneuerbarer
Energien,
sondern
auch
die
Fähigkeit,
die
dafür
notwendigen
Schlüsseltechnologien nachhaltig, wettbewerbsfähig und resilient in Europa zu entwickeln
und industriell umzusetzen. Das 8. Energieforschungsprogramm bietet die Chance,
Energieforschung nicht ausschließlich als Entwicklung einzelner Technologien zu verstehen,
sondern als strategisches Instrument für Transformation, Transfer, Technologiesouveränität,
Resilienz und langfristige industrielle Wertschöpfung.
Die Dünnschichtphotovoltaik stellt hierfür eine besonders geeignete Innovationsplattform
dar.
Sie
verbindet
Materialwissenschaft,
nachhaltige
Chemie,
industrielle
Fertigungstechnologien, Maschinenbau, Digitalisierung und Systemintegration. Technologien
wie CIGS, Perowskite, OPV sowie darauf aufbauende Tandemkonzepte eröffnen neue
Möglichkeiten für hocheffiziente, leichte, flexible und integrierbare Photovoltaiksysteme.
Dadurch können neue Wachstumsmärkte erschlossen werden, insbesondere in den Bereichen
gebäudeintegrierte Photovoltaik (BIPV), fahrzeugintegrierte Photovoltaik (VIPV), Agrivoltaik,
Raumfahrtanwendungen
und
dezentrale
intelligente
Energiesysteme.
Gleichzeitig
ermöglichen sie den Aufbau einer wettbewerbsfähigen europäischen Wertschöpfungskette:
von der Material- und Prozessentwicklung über Produktions- und Fertigungstechnologien bis
hin zu innovativen Anwendungen und kreislauffähigen Produkten.
Die strategische Bedeutung liegt daher nicht allein in höheren Wirkungsgraden von
Solarzellen. Entscheidend ist die Fähigkeit, neue Materialsysteme in skalierbare,
ressourceneffiziente und wirtschaftlich tragfähige Produktionsprozesse zu überführen und die
dafür notwendigen industriellen Kompetenzen in Europa langfristig zu sichern. Europa besitzt
hierfür einzigartige Stärken in Forschung, Maschinen- und Anlagenbau, Prozesstechnik,
Automatisierung und Qualitätssicherung. Diese Kompetenzen sollten gezielt genutzt werden,
um eine resiliente europäische Wertschöpfungsstruktur für die nächste Generation
photovoltaischer Technologien aufzubauen. Dieses sollte auch Life Cycle Analysen (LCA) und
das Entwickeln von Recycling Strategien beinhalten.

2. Energieforschung als Grundlage technologischer Souveränität und industrieller
TransformaƟon
Die Energiewende ist eine technologische und industrielle Transformation. Der langfristige
Erfolg wird nicht allein durch die Verfügbarkeit erneuerbarer Energiequellen bestimmt,
sondern durch die Fähigkeit, Schlüsseltechnologien kontinuierlich weiterzuentwickeln,
industriell zu skalieren und in neue Anwendungen zu integrieren.
Globale Entwicklungen zeigen, dass etablierte Photovoltaikmärkte zunehmend durch
großskalige Produktion standardisierter Module geprägt sind. Europa sollte seine strategische
Stärke daher nicht ausschließlich in diesem bestehenden Markt suchen, sondern dort
ansetzen, wo neue Innovationszyklen entstehen: bei neuen Materialien, neuen
Fertigungstechnologien und neuen integrierten Anwendungen.
Das Ziel muss sein, europäische Kompetenz entlang der gesamten Innovationskette auf- und
auszubauen:
Materialentwicklung → Prozessentwicklung → Pilotfertigung → industrielle Skalierung →
Anwendung → Recycling
Diese ganzheitliche Betrachtung entspricht den zentralen Zielsetzungen des 8.
Energieforschungsprogramms. Zusätzlich zu der Mission Strom, wie in aktuellen Papieren
beschrieben, werden insbesondere die Themen Technologietransfer, industrielle Umsetzung,
nachhaltige Wertschöpfung, Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit durch eine gezielte
Stärkung industrienaher Photovoltaikforschung adressiert.
3. Dünnschichtphotovoltaik als europäische InnovaƟonsplaƪorm
Die nächste Generation der Photovoltaik wird durch ein Portfolio unterschiedlicher
Technologien geprägt sein. Europa sollte daher nicht einzelne Technologiepfade isoliert
betrachten, sondern komplementäre Entwicklungsrichtungen unterstützen.
CIGS: etablierte europäische Dünnschichtkompetenz
CIGS-Technologien stellen eine der am weitesten entwickelten Dünnschichtplattformen dar
und verfügen über eine langjährige europäische Forschungs- und Industriehistorie. Die
Kombination aus hoher Materialeffizienz, guter Temperatur und Langzeitstabilität und der
Möglichkeit zur Herstellung auf flexiblen Substraten eröffnet besondere Potenziale für
spezialisierte Anwendungen. Unternehmen wie Roltec zeigen, dass in Europa weiterhin
industrielle Aktivitäten und Innovationspotenzial im Bereich CIGS vorhanden sind. Auch für
Anwendungen im Weltall wird CIGS interessant (siehe Flexcell - Flexell Space and
NanoAvionics Sign Multi-million Euro Solar Array Supply Contract for Korean Satellite
Programme - NanoAvionics). Hier gilt es durch gezielte Förderung das Know-How zu halten
und auszubauen.
Perowskite: neue Möglichkeiten für nachhalƟge HochdurchsatzferƟgung
Perowskit-Solarzellen bieten aufgrund ihrer Materialeigenschaften und Prozessierbarkeit ein
hohes Innovationspotenzial. Besonders relevant sind dabei skalierbare, kostengünstige und
ressourceneffiziente Herstellungsverfahren.
Ein wichtiger Forschungsansatz ist die Entwicklung möglichst nachhaltiger Prozessketten,
beispielsweise durch nasschemische Fertigung unter Einsatz geeigneter grüner Lösungsmittel.
Dadurch kann bereits auf Material- und Prozessebene ein Beitrag zu Nachhaltigkeit,
Ressourceneffizienz und langfristig wettbewerbsfähiger Produktion geleistet werden.

Tandemtechnologien: Kombination komplementärer Materialsysteme
Die Entwicklung von Silizium-Perowskit-Tandemstrukturen schafft zusätzliche Perspektiven
für den europäischen Silizium-PV-Standort und macht Investitionen in bestehende sowie neue
Si-Kapazitäten
weiterhin
strategisch
sinnvoll.
Durch
die
Weiterentwicklung
der
Siliziumtechnologie hin zu hocheffizienten Tandemzellen können bestehende Kompetenzen,
Produktionsinfrastrukturen und Wertschöpfungsketten genutzt und zugleich neue
technologische Potenziale erschlossen werden. Damit tragen Tandemstrukturen dazu bei,
Investitionsrisiken zu reduzieren und die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der
europäischen Si-PV-Industrie zu sichern.
Neben Perowskit/Silizium-Tandemstrukturen sollten insbesondere flexible Anwendungen
von Perowskit-Solarzellen sowie vollständig dünnschichtbasierte CIGS/Perowskit- und
Perowskit/Perowskit Tandems als strategisch interessante Entwicklungsrichtungen
berücksichtigt werden. Gerade die Kombination aus geringem Flächengewicht, mechanischer
Flexibilität und potenziell großflächiger, ressourceneffizienter Herstellung eröffnet für
Perowskit-Technologien attraktive Anwendungsfelder, die mit konventionellen kristallinen
Siliziumtechnologien nur eingeschränkt erschließbar sind. Hierzu zählen beispielsweise
Anwendungen auf gekrümmten oder gewichtssensitiven Oberflächen sowie perspektivisch
mobile
und
integrierte
Photovoltaiklösungen.
Gleichzeitig
bieten
Perowskit-
Tandemtechnologien ein erhebliches Innovations- und Forschungspotenzial. Neben der
weiteren Steigerung der Wirkungsgrade sind insbesondere die Entwicklung stabiler Schicht-
und Grenzflächenstrukturen, die Skalierung der Prozessführung sowie die Herstellung
großflächiger und langlebiger Bauelemente zentrale Fragestellungen. Die Kombination aus
flexiblen Perowskit-Einfachzellen und flexiblen Tandemstrukturen sollte daher als wichtiges
Innovationsfeld mit erheblichem Potenzial für zukünftige Forschungs-, Entwicklungs- und
Industrieaktivitäten betrachtet werden.
4T-Architekturen als modulare Innovationsplattform
Elektrisch
entkoppelte
Vier-Terminal-(4T)-Architekturen
bieten
einen
zusätzlichen
strategischen Vorteil. Die unabhängige Entwicklung einzelner Zellkomponenten ermöglicht
kürzere Innovationszyklen, ermöglicht schnelleren Industrietransfer und stärkt somit
deutsche Maschinenbauer und reduziert zudem technologische Abhängigkeiten.
Neue Perowskitmaterialien können integriert werden, ohne etablierte Siliziumplattformen
grundlegend zu verändern. Gleichzeitig bleiben unterschiedliche Siliziumtechnologien
kompatibel. Diese Modularität unterstützt Transfer, Skalierung und Technologieflexibilität.
Vor allem für die Back Contact Technologie im Si Bereich sind 4T Anwendungen äußerst
interessant und Innovationen im Bereich der Modulelektronik führen zu geringeren
Systemkosten und somit vergleichbaren Kosten wie im 2T Bereich. Zudem zeigen erste
Publikationen, dass das Alterungsverhalten von 4T Modulen möglicherweise das von 2T
übertrifft (Comparison on Module Performance and Degradation Robustness 2T, 3T and 4T
Pero-Si Tandems).

4. ProdukƟonskompetenz als strategische Ressource Europas
Der entscheidende Wettbewerbsvorteil zukünftiger Energietechnologien wird nicht allein in
den Materialien liegen, sondern in der Fähigkeit, diese Materialien zuverlässig und
wirtschaftlich in industrielle Prozesse zu überführen.
Europa verfügt über herausragende Kompetenzen in Bereichen wie:
•
Maschinen- und Anlagenbau,
•
Beschichtungstechnologien,
•
Lasertechnik,
•
Digitalisierung,
•
Automatisierung,
•
Prozesskontrolle,
•
Messtechnik,
•
Spezialmaterialien.
Gerade Dünnschichtphotovoltaik verbindet diese Kompetenzen in besonderer Weise.
Forschungsaktivitäten sollten daher verstärkt die industrielle Umsetzung adressieren:
•
Rolle-zu-Rolle-Prozesse,
•
skalierbare Beschichtungstechnologien,
•
Inline-Metrologie,
•
KI-basierte Prozessregelung,
•
digitale Zwillinge,
•
nachhaltige Fertigungskonzepte,
•
Recycling und Kreislaufwirtschaft.
Die strategische Ressource Europas ist nicht nur Produktionskapazität, sondern
Produktionskompetenz:
die
Fähigkeit,
Herstellungsverfahren
kontinuierlich
weiterzuentwickeln und neue Technologien schneller als andere Regionen zu industrialisieren.
5. Strategische Empfehlungen und Schlussfolgerung
Dünnschichtphotovoltaik bietet Europa die Möglichkeit, Energieforschung, industrielle
Transformation und technologische Resilienz miteinander zu verbinden. Um dieses Potenzial
auszuschöpfen, sollte das 8. Energieforschungsprogramm die Entwicklung dieser
Technologieplattform ganzheitlich unterstützen und den Fokus stärker auf den Übergang von
Forschung zu industrieller Umsetzung legen.
1) Dünnschichtphotovoltaik als Europäische Innovationsplattform: Die Vernetzung von
Forschung,
Start-ups,
Maschinenbau,
Industrie
und
Anwendern
stärkt
Dünnschichtphotovoltaik als Treiber für Dekarbonisierung und neue industrielle
Wertschöpfung in Zukunftsmärkten wie BIPV, VIPV, Agrivoltaik, IoT und Raumfahrt.
2) Neue, materialeffiziente Tandemmodule, wie Pero/CIGS und Pero/Pero stellen die
Zukunft
hocheffizienter
Dünnschichtmodule
mit
vielfältigen
Anwendungsmöglichkeiten dar und können zudem zur Europäischen Ressourcen und
Energie Resilienz beitragen.
3) Industrienahe Forschung: Verbindung von Materialentwicklung, Prozessinnovation,
Pilotfertigung, Demonstratoren und Skalierung – technologieoffen für CIGS,
Perowskite und Tandemarchitekturen, inklusive 4T Technologien.

4) Nachhaltige