Anne Embser, Bundesvorsitzende der Katholischen Elternschaft Deutschlands, warnt vor Pisa-Schock in Köln; Bildung muss gesamtgesellschaftliche Aufgabe werden.

Katholische Eltern zu Pisa-Studie: “Längst später als fünf vor zwölf” | katholisch.de

Katholische Eltern zu Pisa-Studie: “Längst später als fünf vor zwölf”

VERÖFFENTLICHT AM 09.09.2026 UM 11:55 UHR – LESEDAUER: 2 MINUTEN

KÖLN - Fünf vor zwölf war gestern: Nach dem neuen Pisa-Schock warnt Anne Embser vor einer kritischen Zukunft. Wo die Bundesvorsitzende der Katholischen Elternschaft jetzt den größten Handlungsbedarf sieht.

Nach dem historisch schlechten Abschneiden Deutschlands bei der Pisa -Studie ist es laut Anne Embser “längst später als fünf vor zwölf”. Die Bundesvorsitzende der Katholischen Elternschaft Deutschlands (KED) sagte am Mittwoch im “domradio.de”-Interview : “Bildung muss zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe werden. Wenn das nicht gelingt, sehe ich die Zukunft sehr kritisch.”

Embser wünscht sich mehr Optimismus in der Politik. Eltern, Schülerinnen und Schüler bräuchten ein Ziel, auf das sie hinarbeiten könnten. Außerdem müsse Bürokratie abgebaut werden, um die “durchaus guten Programme”, etwa das Bildungs- und Teilhabepaket für bildungsbenachteiligte Familien, unkompliziert für alle Adressaten verfügbar zu machen. Zudem brauche es bessere Kommunikation. Der Zusammenhang zwischen dem familiären Hintergrund und dem schulischen Erfolg sei noch immer viel zu stark.

Die Bundesvorsitzende betont, bei frühen Förderungen im Kita-Bereich müsse die Politik Schwerpunkte setzen: “Wir wissen, dass beispielsweise die Sprachförderung möglichst früh beginnen muss. Es gibt gute Ansätze – aber es muss noch deutlich mehr passieren.” Die Corona-Zeit ist laut Embser im schulischen Bereich noch nicht vergessen: “Die lange Zeit der Schulschließungen und der fehlende direkte Kontakt zwischen den Lehrkräften und den Schülerinnen und Schülern haben Spuren hinterlassen.” Derartige Phasen sollten sich aus ihrer Sicht nicht wiederholen.

Katholische Schulen versuchten, über Förderprogramme und Fördervereine finanziell benachteiligte Familien gezielt zu unterstützen, so Embser. Ergänzend präge das christliche Menschenbild an katholischen Schulen häufig ein anderes Miteinander. Die Persönlichkeitsentwicklung der Schülerinnen und Schüler habe einen hohen Stellenwert. Nicht allein die akademische Leistung zähle, sondern auch die Wertevermittlung. “Ich denke, dass sich damit viel erreichen lässt – auch mit Blick auf den Bildungserfolg”, sagt die Elternvertreterin. – Die KED setzt sich als Zusammenschluss von katholischen Eltern und Interessierten auf der Basis eines christlichen Menschenbildes für eine chancengerechte, ganzheitliche und wertorientierte Bildung und Erziehung der Kinder und Jugendlichen ein. (KNA)