MHB startet Scholars-at-Risk-Programm für gefährdete Wissenschaftler*innen in Rüdersdorf zur Förderung unabhängiger Forschung; Erster Scholar at Risk an der MHB aufgenommen.
Programm für gefährdete Wissenschaftler*innen an der MHB gestartet - MHB Fontane
Programm für gefährdete Wissenschaftler*innen an der MHB gestartet
Rüdersdorf, den 08. September 2026
Wissenschaftsfreiheit ist eine zentrale Voraussetzung für unabhängige Forschung und eine offene Gesellschaft. Mit einem eigenen Scholars-at-Risk (SAR)-Programm engagiert sich die Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) künftig stärker für den Schutz gefährdeter Wissenschaftler*innen. Geleitet wird das Programm von Dr. Samia Akhter-Khan. Das Programm richtet sich an Forschende und Lehrende, die in ihren Heimatländern aufgrund von Krieg, politischer Verfolgung oder anderer gravierender Bedrohungen ihre wissenschaftliche Tätigkeit nicht sicher fortführen können. Die MHB möchte ihnen die Möglichkeit geben, ihre Forschung in einem geschützten Umfeld weiterzuführen, wissenschaftliche Kontakte auszubauen und ihre akademische Laufbahn in Deutschland fortzusetzen. 2026 wurde die
der erste Postdoctoral Scholar at Risk an der MHB aufgenommen. „Viele Wissenschaftlerinnen können in ihrem Heimatland aufgrund von Krieg, Verfolgung und eingeschränkter Wissenschaftsfreiheit nicht mehr sicher forschen. Mit unserem Scholars-at-Risk-Programm wollen wir als Universität Verantwortung übernehmen und gefährdeten Kolleginnen eine Perspektive eröffnen“, sagt Dr. Samia Akhter-Khan , Leiterin des SAR-Programms an der MHB und wissenschaftliche Mentorin von gefährdeten Forschenden. Förderung durch die Philipp Schwartz-Initiative Ein wichtiger Schritt für den Aufbau des Programms ist die von Dr. Samia Akhter-Khan erfolgreiche Einwerbung einer Förderung für einen gefährdeten Wissenschaftlerin im Rahmen der Philipp Schwartz-Initiative der Alexander von Humboldt-Stiftung. Die Initiative ermöglicht gefährdeten Forschenden, ihre wissenschaftliche Arbeit an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen fortzusetzen. Die Förderung ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Die Philipp Schwartz-Initiative wurde 2015 von der Alexander von Humboldt-Stiftung und dem Auswärtigen Amt ins Leben gerufen. Seit 2016 unterstützt sie deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen bei der Aufnahme gefährdeter Wissenschaftlerinnen. Inzwischen haben 147 Hochschulen und Forschungseinrichtungen Geförderte aufgenommen; mehr als 670 gefährdete Forschende aus über 30 Ländern konnten auf diesem Weg eine wissenschaftliche Heimat in Deutschland finden. Für die MHB ist die Aufnahme einers Scholars at Risk zugleich ein Impuls, die Unterstützung innerhalb der Hochschule breit aufzustellen. Neben der wissenschaftlichen Betreuung und der Einbindung in bestehende Forschungsstrukturen spielt auch die soziale Integration eine wichtige Rolle. Unterstützung für Buddy-Programm und wissenschaftliche Begleitung gesucht Um neu aufgenommene Scholars at Risk auch im Alltag beim Ankommen in Deutschland und an der MHB zu unterstützen, möchte die Hochschule ein Buddy-Programm aufbauen. Interessierte Mitglieder der MHB, die sich vorstellen können, einen Scholar at Risk persönlich zu begleiten und beispielsweise bei der Orientierung im Hochschul- und Alltagsleben zu unterstützen, sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Darüber hinaus freut sich die MHB über Wissenschaftlerinnen, die Interesse daran haben, zukünftige Scholars at Risk wissenschaftlich zu begleiten, fachlich zu beraten oder in Forschungsprojekte und akademische Netzwerke einzubinden. „Die Aufnahme eines gefährdeten Wissenschaftlers oder einer gefährdeten Wissenschaftlerin ist eine gemeinsame Aufgabe und setzt ein wichtiges Zeichen für die globale Wissenschaftsfreiheit. Wir freuen uns deshalb über Kolleginnen, die sich mit ihrer Zeit, ihrer Expertise und ihrer persönlichen Unterstützung einbringen möchten“, so Dr. Samia Akhter-Khan. Interessierte an einem Buddy-Programm sowie Wissenschaftlerinnen, die gerne die wissenschaftliche Betreuung für einen Scholars at Risk übernehmen möchten, können sich an Dr. Samia Akhter-Khan wenden. Mit dem neuen Programm setzt die MHB ein Zeichen für Wissenschaftsfreiheit, internationale Solidarität und die Verantwortung von Hochschulen, gefährdeten Forschenden Schutz und neue wissenschaftliche Perspektiven zu bieten. Kontakt: Dr. Samia C. Akhter-Khan, Ph.D. E-Mail: Samia.Akhter-Khan@mhb-fontane.de Web: www.mhb-fontane.de