Rund 150 Osnabrücker Schülerinnen und Schüler diskutieren Steuergerechtigkeit an der Uni Osnabrück; Niederländische Perspektive zeigt Unterschiede in Steuerkonzepten

Wer zahlt wie viel? Schüler*innen diskutieren über Steuergerechtigkeit: Uni Osnabrück

Wer zahlt wie viel? Schüler*innen diskutieren über Steuergerechtigkeit

Wie gerecht ist unser Steuersystem? Wie hoch sollte die Belastung von Einkommen, Vermögen und Erbschaften sein? Mit diesen und weiteren Fragen haben sich rund 150 Osnabrücker Schülerinnen und Schüler aus den gymnasialen Oberstufen bei einer Podiumsdiskussion an der Uni Osnabrück auseinandergesetzt.

Die Veranstaltung fand im Rahmen der „Woche der Gerechtigkeit“ des Niedersächsischen Justizministeriums statt und wurde gemeinsam von Prof. Dr. Steffen Lampert vom Institut für Staats-, Verwaltungs- und Wirtschaftsrecht der Uni Osnabrück und dem Niedersächsischen Finanzministerium durchgeführt.

In der Aula des Osnabrücker Schlosses diskutierten die Schülerinnen und Schüler, die alle den Leistungskurs Politik und Wirtschaft besuchen, mit Dr. Alexander Dütz vom Niedersächsischen Finanzministerium, Stefan Przybilka, Richter am Niedersächsischen Finanzgericht und derzeit im Bundesministerium für Finanzen tätig, sowie Prof. Dr. Steffen Lampert von der Uni Osnabrück unter anderem über Steuergerechtigkeit, Steuerhinterziehung sowie die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands im internationalen Vergleich. Auch ganz konkrete Fragen des Steueralltags kamen zur Sprache, etwa der Steuerrabatt auf Kraftstoffe oder die Einführung einer Zuckersteuer.

„Steuergerechtigkeit ist keine Frage, auf die es eine einzige und für alle Zeiten gültige Antwort gibt. Sie berührt grundlegende Fragen danach, wie wir als Gesellschaft Lasten verteilen und welche Maßstäbe wir dabei anlegen“, erklärt Steffen Lampert, Professor für Öffentliches Recht, Finanz- und Steuerrecht der Universität Osnabrück. „Gerade deshalb ist es wichtig, junge Menschen frühzeitig mit diesen Fragen in Berührung zu bringen und ihnen die Möglichkeit zu geben, kritisch nachzufragen und unterschiedliche Positionen miteinander abzuwägen. Sie sind schließlich diejenigen, die diesen Staat eines Tages finanzieren werden.“

Eine besondere Perspektive brachte Steuerberater Marcel Verwaal aus den Niederlanden in die Diskussion ein. Er kommentierte die einzelnen Themen aus niederländischer Sicht und zeigte dabei sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede zwischen den beiden Ländern auf. Die Schülerinnen und Schüler erhielten so einen unmittelbaren Einblick darin, dass Staaten vor ähnlichen Herausforderungen stehen, darauf aber teilweise mit unterschiedlichen steuerpolitischen Konzepten reagieren.

„Der Blick über die deutsche Grenze macht deutlich, dass Steuerpolitik immer auch eine Frage politischer Entscheidungen und gesellschaftlicher Prioritäten ist“, so Lampert. „Der internationale Vergleich hilft dabei, das eigene Steuersystem nicht als selbstverständlich zu betrachten, sondern nach seinen Zielen, Wirkungen und möglichen Alternativen zu fragen.“

Weitere Informationen für die Medien: Prof. Dr. Steffen Lampert, Universität Osnabrück Fachbereich Rechtswissenschaften

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