Domdekan Hans Bauernfeind verfasst Impuls zum 13. September 2026 in Bistum Passau über Vergebung; Gott vergibt grenzenlos Reue und Umkehr erwünscht

Grenzenlose Vergebung - Impuls zum 13. September 2026 | Bistum Passau

Grenzenlose Vergebung - Impuls zum 13. September 2026

Gott braucht keine Zahlenspiele. Keine 70-Mal-7-Mal-Vergebung, wie Jesus sagt. Gott vergibt Sünden, will unsere Reue und Umkehr. Er hilft uns, weiterzuleben und immer wieder neu anzufangen. Gott will keine Rache, sondern grenzenlose Vergebung. Ein Impuls zum 13. September 2026 von Domdekan Hans Bauernfeind.

Jesus erzählt. Ein König for­dert von sei­nen Knech­ten Rechen­schaft. Einer ist ihm 10 . 000 Talen­te schul­dig. Für die­se Geld­sum­me müss­te der Knecht 200 . 000 Jah­re arbei­ten. Es ist also sinn­los, über­haupt zu begin­nen, die Geld­schuld zurück­zah­len zu wol­len. Der König beschließt, den Knecht und die gan­ze Fami­lie zu ver­kau­fen, damit wie­der etwas Geld in die Kas­se zurück­kommt. Doch der Schuld­ner bit­tet so fle­hent­lich um Gna­de und Ver­ständ­nis, dass der König ihm die rie­si­ge Schuld erlässt. Was für ein König, der so gro­ßes Mit­leid hat.

Dann pas­siert das Unglaub­li­che. Der Groß­schuld­ner, der gera­de so viel Ver­ständ­nis erfah­ren durf­te, hat sel­ber einen Schuld­ner. Der ist ihm 100 Dena­re schul­dig. Das ent­spricht dem Lohn von 100 Arbeits­ta­gen. Jetzt meint die Hörer­schaft Jesu, dass der Groß­schuld­ner eben­so die­sem Klein­schuld­ner die Geld­rück­zah­lung erlässt. Aber nein. Gemein und schroff lässt er die­sen ins Gefäng­nis wer­fen, bis er dort die Schul­den abge­ar­bei­tet habe. Das regt die ande­ren Knech­te so sehr auf, dass sie den ehe­ma­li­gen Groß­schuld­ner beim König anzei­gen. Die­ser über­gibt ihn den Pei­ni­gern, bis er alle Schuld, was ja nicht geht, abge­zahlt habe.

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Jesus ant­wor­tet mit die­sem Gleich­nis auf die Fra­ge des Petrus, wie oft einer sei­nem Bru­der ver­ge­ben müs­se, wenn sich die­ser gegen ihn ver­sün­digt habe. Petrus gibt auch gleich die Ant­wort als Fra­ge mit: Sie­ben­mal? – Doch Jesus ant­wor­tet: Nicht sie­ben­mal, son­dern bis zu sieb­zig­mal sie­ben­mal. So denkt Gott. Der, so Jesus, braucht kei­ne Zah­len­spie­le. Gott ver­gibt, lässt Sün­de nach, sehnt sich nach Reue und Umkehr, hilft wei­ter­le­ben und neu anfan­gen. Gott will kei­ne Rache. Was Gott will, lau­tet: Gren­zen­lo­se Ver­ge­bung. Er sel­ber ist dar­in grenzenlos.

Wir Men­schen sind nicht per­fekt wie Gott. Aber wir sind den­noch von Jesus auf­ge­ru­fen, uns dem Wil­len Got­tes und sei­nem Wort anzu­nä­hern. In der Ver­ge­bung liegt kein Ver­ges­sen, kei­ne Ver­harm­lo­sung der Schuld. Erfah­re­ne Schuld hin­ter­lässt nicht sel­ten Nar­ben, die das Leben behin­dern. Doch auf Jesus zu hören, ver­mag ein ers­tes Pflänz­chen zu sein, das Frie­den sät, das Gespräch und Auf­ar­bei­tung ermög­licht, die Spi­ra­le von Hass und Feind­schaft über­win­det, das dem, der Schuld erfah­ren hat, und dem Schul­di­gen selbst neue Hoff­nung gibt. Die­ser Gedan­ke hat die Macht, das Mit­ein­an­der der Men­schen zu ver­än­dern, wie Gott es will.

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