15-jähriger Schüler setzt Reizgas am Fürstenberg-Gymnasium in Donaueschingen; 1–2 kurze Sprühstöße

Drucksache 18 / 368

Landtag von Baden-Württemberg 18. Wahlperiode 1 Drucksachen und Plenarprotokolle sind im Internet abrufbar unter: www.landtag-bw.de/Dokumente Der Landtag druckt auf Recyclingpapier, ausgezeich- net mit dem Umweltzeichen „Der Blaue Engel“. Kleine Anfrage des Abg. Kay Rittweg AfD und Antwort des Ministeriums des Inneren, für Digitalisierung und Europa Reizgasalarm am Fürstenberg-Gymnasium in Donaueschin­ gen Kleine Anfrage Ich frage die Landesregierung:   1. Wie alt war der tatverdächtige Schüler?   2. Welche Staatsangehörigkeit besitzt der Tatverdächtige?   3. Ist der Tatverdächtige polizeibekannt?   4. Stand der tatverdächtige Schüler unter Drogen?   5. Wurde der Tatverdächtige verhaftet oder nur seinen Eltern zugeführt?   6. Waren die beiden angegriffenen Mädchen bewusst vom Täter ausgewählt?   7. Welches Motiv hatte der Täter?   8. Welche Verletzungen gab es noch außer Atemwegsverletzungen?   9. Wie verlief das Abholen der unverletzten Schüler am Sammelpunkt, der sich an einem THW-Fahrzeug befand? 10. Welche Menge an Reizgas wurde vom Täter eingesetzt? 7.8.2026 Rittweg AfD Eingegangen: 7.8.2026 / Ausgegeben: 11.9.2026 Drucksache 18 / 368 7.8.2026

Landtag von Baden-Württemberg Drucksache 18 / 368 2 Begründung Nach einem Pressebericht des Schwarzwälder Boten kam es am 16. Juli 2026 am Fürstenberg-Gymnasium zu einem Reizgasangriff mit mehrfachem Personenscha­ den. Ein Schüler aus der Klassenstufe 9 soll zwei Mädchen direkt angegriffen haben und zudem Reizgas im Schulhaus verteilt haben. Die Kleine Anfrage dient zur Klärung des staatsangehörigkeitsrechtlichen Hintergrunds, sowie mögliche polizeiliche Vorerkenntnisse des tatverdächtigen Schülers und was die Schule gegen solche Attacken zukünftig unternehmen will. Antwort Mit Schreiben vom 8. September 2026 Nr. IM3-0141.5-695/66 beantwortet das Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Europa im Einvernehmen mit dem Ministerium der Justiz und für Migration und dem Ministerium für Kultus die Kleine Anfrage wie folgt:

  1. Wie alt war der tatverdächtige Schüler? Der tatverdächtige Schüler war 15 Jahre alt.
  2. Welche Staatsangehörigkeit besitzt der Tatverdächtige? Der Tatverdächtige besitzt die deutsche Staatsangehörigkeit.
  3. Ist der Tatverdächtige polizeibekannt? Nein.
  4. Stand der tatverdächtige Schüler unter Drogen? Nein.
  5. Wurde der Tatverdächtige verhaftet oder nur seinen Eltern zugeführt? Der Tatverdacht erhärtete sich erst im Laufe des Tages. Der Tatverdächtige kam noch am Tattag unaufgefordert in Begleitung seiner Eltern auf das Polizeirevier Donaueschingen und legte ein Geständnis ab.
  6. Waren die beiden angegriffenen Mädchen bewusst vom Täter ausgewählt? Nein.
  7. Welches Motiv hatte der Täter? Nach bisherigen Erkenntnissen handelte er aus Neugier hinsichtlich der Funktions­ weise des Pfeffersprays. Es ist nach jetzigem Stand von jugendlichem Leichtsinn auszugehen, wobei sich der Tatverdächtige der möglichen Tragweite und Folgen des eigenen Handelns nicht bewusst war. Im Nachgang zeigte er sich schockiert darüber, dass durch sein Handeln andere Menschen verletzt wurden.
  8. Welche Verletzungen gab es noch außer Atemwegsverletzungen? Es sind keine anderen Verletzungen bekannt.
  9. Wie verlief das Abholen der unverletzten Schüler am Sammelpunkt, der sich an einem THW-Fahrzeug befand? Nach Ausschluss einer möglicherweise fortbestehenden Gefahrenlage wurden die unverletzten Schüler bei Bedarf durch Kräfte des Rettungsdienstes und Kräfte der Psychosozialen Notfallversorgung betreut. Hiernach wurden die Schüler an den Sammelpunkt gelotst, wo sie den eintreffenden Eltern übergeben oder auf Schul­

Landtag von Baden-Württemberg Drucksache 18 / 368 3 busse verteilt wurden. Aufgrund der Vielzahl eingesetzter Hilfskräfte sowie der eintreffenden Busse und Eltern waren Verkehrslenkungsmaßnahmen erforderlich. Unter Berücksichtigung dieser besonderen Umstände verlief die Abholung geord­ net. Die Hilfskräfte und die Schulleitung waren gut vorbereitet und bewahrten die Übersicht. 10. Welche Menge an Reizgas wurde vom Täter eingesetzt? Es handelte sich nach bisherigen Erkenntnissen um 1 bis 2 kurze Sprühstöße. In Vertretung Steinbacher Staatssekretär