Bundesministerium unter Leitung von Karin Prien streicht GF-H Bildungsberatung in Deutschland; Petition hat über 100.000 Unterschriften erreicht

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Bundesbildungsministerin Prien will Beratungsprogramm streichen

Die GEW kritisiert das geplante Aus für das Bundesprogramm „Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule“ und unterstützt die Petition dagegen – über 100.000 Menschen haben schon unterschrieben.

Die GEW kritisiert die geplante Streichung des Bundesprogramms „Bildungsberatung Garantiefonds Hochschule (GF-H)“ zum Jahresende und unterstützt die Petition „Bildungsberatung GF-H – stärken statt streichen!“ Seit mehr als 50 Jahren fördert das Programm junge Zugewanderte, Geflüchtete und Spätaussiedler*innen auf ihrem Weg ins Studium – mit unabhängiger Beratung, Sprachförderung und finanzieller Unterstützung.

Zuständig ist das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) mit Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) an der Spitze. Ende Mai hatte das Ministerium mitgeteilt, die Finanzierung zum 31. Dezember 2026 einzustellen. Dabei ist die Bildungsberatung GF-H die einzige kostenfreie, unabhängige und fachübergreifende Studienberatung mit bundesweiter Reichweite – mit 21 festen und über 130 mobilen Standorten.

„Das Programm eröffnet seit Jahrzehnten jungen Menschen mit Migrationsgeschichte konkrete Wege ins Studium (…).“ (Andreas Keller)

„Wer Integration, Chancengerechtigkeit und den Bedarf nach Fachkräften ernst nimmt, darf ein solch bewährtes Angebot nicht ersatzlos streichen“, mahnt Andreas Keller, GEW-Vorstandsmitglied für Hochschule und Forschung. „Das Programm eröffnet seit Jahrzehnten jungen Menschen mit Migrationsgeschichte konkrete Wege ins Studium und damit zu Bildungsaufstieg und beruflicher Perspektive. Eine bundesweit einzigartige und bewährte Unterstützungsleistung für diesen Personenkreis einfach fallen zu lassen ist ein Zeichen, dass der harte Sparkurs derzeit insbesondere diejenigen in der Gesellschaft trifft, die es ohnehin schon schwerer haben.“

Im Herbst berät der Bundestag den Bundeshaushalt 2027. Laut Petitionsinitiative fällt die Entscheidung voraussichtlich Ende November in der Haushaltsbereinigung. Dann steht auch fest, ob die Bildungsberatung GF-H weiterläuft.

„Es ist ein absolut falsches Signal, wenn das Programm nun sang- und klanglos gestrichen wird. Bildungschancen entstehen nicht dadurch, dass Unterstützungsangebote gestrichen, sondern Hürden für die Aufnahme eines Studiums abgebaut werden. Gerade junge Menschen, deren Bildungsbiografien durch Migration, Flucht oder unterschiedliche Bildungssysteme geprägt sind, brauchen verlässliche Beratung, Sprachförderung und Unterstützung bei der Anerkennung ihrer Qualifikationen“, sagt Keller.

„Die Bildungsberatung GF-H schließt eine wichtige Lücke“, erklärt der GEW-Hochschulexperte. „Das Programm begleitet Ratsuchende auf dem Weg zur Hochschulzugangsberechtigung, ins Studium und darüber hinaus. Der GF-H eröffnet wichtige Bildungswege und trägt dazu bei, dass das Potenzial und die Talente von jungen Zugewanderten gefördert werden. Eine Unterstützung, die die notorisch unterfinanzierten Hochschulen und die Länder selbst kaum leisten können – erst recht nicht, wenn die Hochschulen selbst von finanziellen Kürzungen betroffen sind. Die Abschaffung eines verlässlichen bundesweiten Programms wäre daher fatal – sowohl für die jungen Menschen als auch für die Gesellschaft.“

Die Petition hat bereits über 100.000 Unterschriften gesammelt. Die GEW ruft ihre Mitglieder deshalb auf, sie zu unterzeichnen. Gefordert werden der Erhalt und eine langfristige finanzielle Absicherung des Programms.

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