RBB-Beschäftigte blockieren Tarifverhandlungen in Berlin (Fernsehzentrum); Reallohnverlust droht durch Angebot der RBB-Leitung
Seit vier Monaten: Blockade bei den Tarifverhandlungen beim RBB - Beschäftigte machen mit Kundgebung Druck | ver.di
Seit vier Monaten: Blockade bei den Tarifverhandlungen beim RBB - Beschäftigte machen mit Kundgebung Druck
Seit dem 7. Mai verhandeln ver.di und der RBB über die Gehälter der rund 3000 festen und freien Beschäftigten. Zuvor hatte der RBB 2024 und 2025 die Verhandlungen komplett verweigert. Sieben Verhandlungsrunden liegen inzwischen hinter den Tarifparteien – doch die RBB-Leitung bewegt sich kaum. Ihr jüngstes Angebot bedeutet für die Beschäftigten einen Reallohnverlust und damit weiteren Angriff auf ihre Kaufkraft.
Vorgesehen sind lediglich 2,25 Prozent mehr Gehalt ab dem 1. Oktober 2026. Zum 1. Oktober 2027 sollen weitere 1,25 Prozent und zum 1. Oktober 2028 gerade einmal 0,5 Prozent folgen. Weitere 1,5 Prozent sollen nur dann folgen, wenn die Länder den Rundfunkbeitrag erhöhen und in der ARD eine Einigung zum Personaltransfer erzielt werden kann.
Bei prognostizierten Preissteigerungsraten von bis zu drei Prozent für 2026 bedeutet allein schon dieses Angebot für die Beschäftigten einen deutlichen Verlust an Kaufkraft. Hinzu kommen die Jahre 2024 und 2025, in denen der rbb zu keiner Gehaltserhöhung bereit war. Wer angesichts steigender Lebenshaltungskosten solche Zahlen vorlegt, nimmt Reallohnverluste bewusst in Kauf.
Angesichts des völlig unzureichenden Angebots rief die Tarifkommission von ver.di und der DJV am Mittwoch, den 9. September, zu einer aktiven Mittagspause vor dem Fernsehzentrum Berlin auf. Dem Aufruf folgten rund 100 Kolleg*innen. Bei der Kundgebung informierte die Tarifkommission über den Stand der Verhandlungen. Das Angebot der RBB-Leitung stieß bei den Beschäftigten auf großes Unverständnis und deutlichen Protest.
Von der Kundgebung geht die Botschaft aus, dass die Beschäftigten nicht bereit sind, Reallohnverluste hinzunehmen. Die breite Beteiligung zeigt, dass die Belegschaft bereit ist, in den kommenden Wochen den Druck deutlich zu erhöhen.
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 25.09. angesetzt. Jetzt ist die RBB-Leitung am Zug.
„Die RBB-Leitung sollte die Botschaft von dieser Kundgebung ernst nehmen. Wer am Verhandlungstisch blockiert und ein Angebot unterbreitet, das die Beschäftigten real ärmer macht, darf nicht mit Ruhe in der Belegschaft rechnen“, erklärt Thomas Sauer von der ver.di-Tarifkommission.
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