Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und Diakonia Polska schließen Partnerschaftsvereinbarung in Breslau; Schritt zur Versöhnung zwischen Polen und Deutschland
Grenzenlose Nächstenliebe - Diakonie - DWBO
Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und Diakonia Polska schließen Partnerschaftsvereinbarung
Wroclaw – Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und die Diakonia Polska schließen heute im Rahmen einer Andacht in der Breslauer Hofkirche eine formelle Partnerschaftsvereinbarung. In Anwesenheit der Bischöfe Ryszard Bogusz, Jerzy Samiec und Marcin Orawski besiegeln die Direktorinnen Dr. Ursula Schoen und Wanda Falk die langjährige Zusammenarbeit als sichtbares Zeichen der Versöhnung zwischen Polen und Deutschland sowie der Verständigung und des friedlichen Miteinanders der Menschen in Europa.
Die Partnerschaftsvereinbarung umfasst neben fachlichem Austausch, Bildung und Qualifizierung, Innovation und europäische Zusammenarbeit, Nothilfe und Solidarität. Sie ist Ausdruck einer schon seit Jahren gelebten Realität: So unterstützte die deutsche Diakonie ihre polnische Partnerin 2022 – 2025 bei der Versorgung von über 100.000 ukrainischen Geflüchteten.
Wanda Falk, Generaldirektorin Diakonie Polen: „Wir sehen gemeinsam den vielfältigen Anforderungen, vor die uns unsere sich rasant verändernde Welt stellt, ins Auge. Ich nenne nur die Stichworte Klimawandel, Polarisierung, soziale Spannungen und auch Kriege, selbst vor unserer Haustür. Wir können zeigen, wie wichtig Dialog, Verständnis und gegenseitiges Vertrauen sind, um eine andere Welt zu befördern. Deshalb brauchen wir unser gemeinsames Handeln, das darauf ausgerichtet ist, dauerhaften Frieden und Versöhnung aufzubauen und reale Probleme effektiv zu lösen. Indem wir Solidarität und Respekt zeigen und uns für die Unterstützung der Bedürftigen engagieren, können wir eine bessere und sicherere Welt schaffen.“
Dr. Ursula Schoen, Direktorin Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz: „Über die Grenze hinweg verbindet uns der christliche Glauben und unser diakonischer Auftrag, für Menschen da zu sein, die besondere Unterstützung und Begleitung brauchen. Diese Hilfeleistung steht hier wie dort unter einem immensen Druck: eine alternde Gesellschaft, Fachkräftemangel, hohe Transferausgaben und Verteidigungskosten schüren Debatten um die Relevanz des Sozialstaats. Die nun besiegelte Kooperation ist eine große Chance für gegenseitige Ermutigung und innovative Ideen in einer sozial und politisch angefochtenen Welt. In der Kooperation ist der Landesverband federführend, gelebt wird die nachbarschaftliche Solidarität schon jetzt intensiv durch unsere Mitgliedseinrichtungen.“
So ermöglicht das Krankenhaus des Naemi-Wilke-Stifts schon seit 2021 in der Eurostadt Gubín
Guben eine grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung mit einem internationalen Patientenbüro, einem mobilen Beratungsdienst in Zielona Góra und einem Netzwerk an Gesundheitskoordinationen. Im Mai 2026 feierten im Brandenburgischen Liepe 750 Kinder „25 Jahre deutsch-polnische Zusammenarbeit des Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerks. Teilnehmer aus den Landkreisen Barnim und Uckermark und Kulturhäusern und Schulen der polnischen Wojewodschaft Westpommern präsentierten ein buntes Bühnenprogramm und gestalteten ein großes Kinderfest. Die Berliner Stephanus Stiftung unterhält seit 10 Jahren partnerschaftliche Kontakte zu polnischen Sozialhilfeeinrichtungen, insbesondere in der Region Lubuskie und zum Sozialhilfeheim in Kamień Wielki bei Witnica. Heute hat die Fundacja Stephanus betreute Wohngemeinschaften (WSM) für Menschen eröffnet, die ein hohes Maß an Unterstützung benötigen. Diese hochmoderne, in Polen einzigartige Alternative zu den Pflegeheimen (DPS) für beeinträchtige Menschen ermöglicht mehr Selbstbestimmung und Teilhabe.
Dies sind nur einige Beispiele einer gewachsenen Partnerschaft, die schon weit über die Grenzregionen hinausgeht und die mit der heutigen Kooperationsvereinbarung eine neue, zukunftsfeste und hoffnungsvolle Grundlage hat. Für ein gemeinsames Europa der Vielfalt und Solidarität aus dem Geist der Nächstenliebe.
Hintergrund Diakonia Polska Die Diakonie der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen (Diakonia Polska) ist die zentrale diakonische Organisation der lutherischen Kirche in Polen. Sie unterstützt die diakonische Arbeit von sechs Diözesen und zahlreichen Gemeinden im ganzen Land. Gemeinsam mit Hunderten haupt- und ehrenamtlich Engagierten setzt sie sich für ältere, kranke und behinderte Menschen, Kinder, Jugendliche und Familien in schwierigen Lebenslagen ein. Darüber hinaus koordiniert sie Flüchtlings- und Katastrophenhilfe sowie internationale Freiwilligenprojekte. Allein in den Jahren 2022 bis 2025 erreichten ihre Ukraine-Hilfsprogramme mehr als 100 000 Menschen.
Hintergrund Diakonie Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist ein Verband der Freien Wohlfahrtspflege. Als Dach- und Spitzenverband vertritt das Werk ca. 380 Träger mit 1.900 Sozial-, Bildungs- und Gesundheitsdiensten in Berlin, Brandenburg und Ostsachsen. Gemeinsam mit ca. 53.000 Mitarbeitenden engagiert sich das Diakonische Werk für Teilhabe und Vielfalt und setzt sich im Sinne der Nächstenliebe auf landes- und kommunalpolitischer Ebene für benachteiligte und ausgegrenzte Menschen ein.
Dla wzmocnienia, inkluzji i partycypacji | Stephanus-Stiftung
Leiter Politik und Kommunikation Pressesprecher