Marsch fürs Läbe Zürich Oerlikon; Petition fordert öffentliche Route, Gleichbehandlung
Together for Life! Männer übernehmen Verantwortung für das Leben - Stiftung Zukunft CH
Together for Life! Männer übernehmen Verantwortung für das Leben
Unter dem Motto „Together for Life!“ werden am Samstag, 19. September 2026, erneut mehrere Tausend Menschen am Marsch fürs Läbe in Zürich erwartet. Im Zentrum stehen in diesem Jahr Männer und Väter und die Frage, was es bedeutet, Verantwortung für ungeborene Kinder, für die Partnerin und für die eigene Familie zu übernehmen.
Auf der Bühne berichten Männer von ihren persönlichen Erfahrungen. Ihre Geschichten zeigen: Verantwortung wahrzunehmen ist nicht immer selbstverständlich – aber Umdenken ist möglich. Neben Männercoach Georg Winkler von SaveOneEurope wird auch Nicolas Kolly, SVP-Nationalrat aus Freiburg, verschiedene Aspekte der Verantwortung beleuchten.
Abtreibung betrifft nicht nur Frauen
Seit Einführung der Fristenregelung wurden in der Schweiz mehr als 275’000 Kinder abgetrieben. Bis Ende 2026 dürfte die Zahl gegen 290’000 steigen – eine Grössenordnung, die etwa der Einwohnerzahl des Kantons Thurgau entspricht. Von einer Abtreibung sind jedoch nicht nur die Kinder und ihre Mütter betroffen. Auch Väter, Grosseltern, Geschwister, medizinisches Personal, Freunde und weitere Bezugspersonen können unmittelbar oder mittelbar beteiligt sein. Sie waren mit der Entscheidung konfrontiert, haben beraten, zugeredet oder davon abgeraten – oder die Folgen miterlebt.
Der „Marsch fürs Läbe“ will deshalb den Blick weiten: Schwierige Schwangerschaftssituationen sind eine gesellschaftliche Realität, die Frauen und Männer gemeinsam betrifft. Unterstützung und Verantwortung sollen gemeinsam getragen und dem Kind damit das Leben ermöglicht werden.
Petition gegen die „Zürcher Doppelmoral“
Zum sechsten Mal in Folge findet der „Marsch fürs Läbe“ in Zürich Oerlikon statt. Eine Route durch die Zürcher Innenstadt wurde von der Stadt wiederholt verweigert, jeweils mit Verweis auf Sicherheitsrisiken. Der „Marsch fürs Läbe“ kritisiert dies als Ungleichbehandlung und hat daher die Petition „Schluss mit der Zürcher Doppelmoral“ lanciert. Denn anderen Demonstrationen wurden zentrale Routen oder Aufenthaltsorte trotz erheblicher Störungen ermöglicht.
So bewilligte die Stadt am 1. Mai 2026 eine Demonstration mit mehreren Tausend Teilnehmern durch die Zürcher Innenstadt. Gemäss Angaben der Stadtpolizei Zürich waren dabei vermummte Personen aus der linksradikalen Szene beteiligt; es kam zu Sachbeschädigungen und dem Einsatz von Knallkörpern und Rauchpetarden. Bei einer anschliessenden Demonstration im Kreis 4 wurden Polizisten angegriffen, zwei Polizisten verletzt und acht Personen festgenommen. Auch beim feministischen Streik im Juni 2026 war eine zentrale Route über die Bahnhofstrasse und den Paradeplatz möglich. Die Stadt berichtete dabei unter anderem von Sprayereien, gezündeten Fackeln und einer beschädigten Schaufensterscheibe.
Der „Marsch fürs Läbe“ sieht darin einen Widerspruch: Wenn zentrale Demonstrationsrouten trotz erwartbarer oder tatsächlicher Störungen möglich sind, darf eine friedliche Demonstration nicht deshalb aus der Innenstadt verbannt werden, weil mit Gegenprotesten gerechnet wird. Beim dem Lebensrechtsmarsch geht die Bedrohung nicht von den Teilnehmern aus. Dennoch müssen sie seit Jahren die Konsequenzen der Drohungen und Störversuche ihrer Gegner tragen. Die Veranstalter hatten bereits im September 2025 und erneut im Februar 2026 eine Bewilligung für einen Umzug durch die Zürcher Innenstadt beantragt. Beide Gesuche wurden abgelehnt. Der „Marsch fürs Läbe“ hat dagegen Rekurs beim Bezirksrat eingelegt.
Drei Forderungen an die Stadt Zürich
Mit der Petition fordert der „Marsch fürs Läbe“ von Sicherheitsvorsteherin Karin Rykart und der zuständigen Gemeinderatskommission eine öffentlich gut sichtbare Route, transparente Kriterien (die Stadt soll offenlegen, nach welchen Kriterien Demonstrationsrouten durch die Innenstadt bewilligt oder abgelehnt werden) und eine Gleichbehandlung. Die wiederkehrende Verweisung des „Marschs fürs Läbe“ nach Oerlikon soll damit beendet und Sicherheitsauflagen sollen verhältnismässig angewendet werden.
Auch auf politischer Ebene ist Bewegung in die Frage gekommen. Im Juli 2026 reichten Mitglieder der AL, Grünen und SP im Zürcher Gemeinderat eine parlamentarische Initiative ein, die standardisierte Demonstrationsrouten fordert. Für grössere Demonstrationen sieht der Vorschlag ausdrücklich längere Routen durch die Zürcher Innenstadt vor. Das Fazit des „Marsch fürs Läbe“: Wenn zentrale Routen künftig allen offenstehen, müssen die Regeln transparent sein und für alle gleich gelten.
Jetzt Petition unterschreiben: „ Schluss mit der Zürcher Doppelmoral“
Quelle: Medienmitteilung Marsch fürs Läbe vom 14. September 2026
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