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title: "OHB \u0026 Rheinmetall Space Networks GmbH errichtet Produktion in Bremen; SATCOMBw Stufe 4-Verhandlungen vertieft"
sdDatePublished: "2026-09-15T13:47:00Z"
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OHB & Rheinmetall Space Networks GmbH errichtet Produktion in Bremen; SATCOMBw Stufe 4-Verhandlungen vertieft

Landtag der Freien Hansestadt Bremen
Haus der Bürgerschaft | Am Markt 20 | 28195 Bremen
Drucksache Land - Drucksache 21/2000
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Landtag
21. Wahlperiode
Drucksache 21/2000
(zu Drs. 21/1922)
15. September 2026
Mitteilung des Senats
Wachstum ermöglichen: Welche Standortperspektive bietet Bremen OHB?

Kleine Anfrage
der Fraktion der FDP vom 05.08.2026
und Mitteilung des Senats vom 15.09.2026
Vorbemerkung der Fraktion der FDP:
Die OHB SE ist ein Schlüsselunternehmen des Bremer Luft- und Raumfahrtstandorts. Ihre
Investitionen sichern hochqualifizierte Arbeitsplätze, technologische Kompetenz und private
Wertschöpfung. Gerade angesichts wachsender nationaler und europäischer
Raumfahrtinvestitionen muss Bremen ein Standort sein, an dem Unternehmen schnell,
eigenverantwortlich und rechtssicher investieren können.
Nach einem Bericht von buten un binnen und MDR Investigativ vom 3. August 2026 prüft OHB
zusätzliche Produktionskapazitäten in Deutschland und weiteren europäischen Ländern.
Sachsen gilt demnach als ernsthafter Kandidat. Aus dem Umfeld der sächsischen
Staatsregierung und aus Wirtschaftskreisen wird berichtet, OHB sehe Defizite bei der
Unterstützung der Flächensuche und bei der Dauer von Genehmigungsverfahren in Bremen.
Nach Veröffentlichung des Berichts erklärte die Wirtschaftsförderung Bremen, OHB eine
Erweiterungsfläche in unmittelbarer Nähe des Hauptsitzes angeboten zu haben. Die
Unternehmensspitze wolle voraussichtlich Mitte August über den Investitionsstandort
entscheiden.
Unternehmen benötigen keine unverbindlichen Standortbekenntnisse, sondern geeignete
Flächen, verlässliche Zeitpläne, klare Ansprechpartner und zügige Genehmigungen. Bremen
sollte im Standortwettbewerb vor allem durch gute Rahmenbedingungen überzeugen und
nicht erst reagieren, wenn private Investitionen bereits in andere Länder abzuwandern
drohen.

Der Senat beantwortet die Kleine Anfrage wie folgt:
1. Seit wann sind dem Senat, dem Wirtschaftsressort und der Wirtschaftsförderung
Bremen die allgemeinen Expansionspläne sowie die konkreten Flächen- und
Produktionsbedarfe von OHB bekannt, und wann, durch wen und in welcher Form
wurden diese erstmals gegenüber Stellen des Landes Bremen mitgeteilt?

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Am 25.09.2025 kündigte der Bundesminister für Verteidigung auf dem
Weltraumkongress des Bundesverbandes der Deutschen Industrie e.V. in Berlin eine
Investition von 35 Mrd. € bis 2030 für Weltraumprojekte und eine
Sicherheitsarchitektur im All an.
Diese Aussage wurde in der am 19.11.2025 vorgestellten
Weltraumsicherheitsstrategie der Bundesregierung konkretisiert.
Die Weltraumsicherheitsstrategie trägt den zunehmend komplexen Bedrohungen in
der Dimension Weltraum Rechnung, indem sie das politisch-strategische Fundament
für die gesamtstaatliche deutsche Weltraumsicherheitsarchitektur legt. Kern dessen
ist die militärische Weltraumarchitektur der Bundeswehr. Übergeordnetes Ziel ist es,
die Handlungsfähigkeit Deutschlands im Weltraum sowohl im zivilen als auch im
militärischen Bereich, in Friedens- wie in Krisenzeiten nachhaltig zu sichern.

Am 11.06.2026 gaben OHB und Rheinmetall die Gründung des Joint Ventures „OHB
Rheinmetall Space Networks GmbH“ mit Sitz in Bremen bekannt.
Dahinter steht das Ziel, der Bundeswehr im Zuge von SATCOMBw Stufe 4 eine
leistungsfähige, geschützte und dauerhaft verfügbare Kommunikationsarchitektur zu
liefern. Das neue Unternehmen soll dabei die Gesamtverantwortung übernehmen –
von der Entwicklung und Integration über die Lieferung bis hin zum Betrieb,
einschließlich IT-Sicherheit und Cyber Operation Center. Durch das System sollen
Soldat:innen, Fahrzeuge, Plattformen und Drohnen vernetzt und Sprache, Daten und
Echtzeitinformationen über alle Führungsebenen hinweg sicher übertragen werden.

Der Senat, die zuständigen Stellen in der Verwaltung und bei der WFB stehen in
ständigem Kontakt mit OHB. Seit der Ankündigung von Bundesminister Pistorius
wurden diese Aktivitäten weiter verstärkt und insbesondere die Auswirkungen auf OHB
und den Standort Bremen vertiefend bearbeitet. Erste persönliche Gespräche haben
bereits während des IAC International Astronautical Congress vom 29.09.-03.10.2025
in Sydney durch Senatorin Vogt mit dem OHB-Vorstand stattgefunden.

Die Gespräche wurden im Laufe der ersten Jahreshälfte 2026 parallel zur Gründung
des vorgenannten Joint Ventures und der Vorbereitung eines Angebotes des Joint
Ventures an das BMVg (Bundesministerium für Verteidigung) zur Realisierung von
SATCOMBw Stufe 4 weiter vertieft.
Über konkrete Flächen und die Rahmenbedingungen zum Aufbau einer Produktion im
Zusammenhang mit SATCOMBw 4 wird seitens des Senats mit der für die Suche eines
neuen Produktionsstandortes bei OHB zuständigen Person seit Mitte Mai intensiv
diskutiert.
Der Prozess steht aufgrund der vom Auftraggeber BMVg geforderten zeitnahen
Realisierung einer aktuellen Weltraumsicherheitsinfrastruktur unter erheblichem
Zeitdruck.
Daher laufen die Gespräche über den Auftrag an sich sowie die für die Umsetzung des
Auftrags notwendigen Flächen und Infrastrukturen parallel.

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Von OHB wurde eine zweistellige Zahl von potentiellen Standorten für eine zukünftige
Satellitenproduktion geprüft und bewertet. Auf einer Shortlist als Basis für die finale
Entscheidung des OHB-Vorstandes stehen nur noch wenige Standorte. Nach Kenntnis
des Senats handelt es sich um Standorte in Sachsen und Bremen.
Nach aktuellen Aussagen von OHB soll die Standortentscheidung noch im Herbst
2026 fallen.

2. Welche Anforderungen hat OHB nach Kenntnis des Senats hinsichtlich
a) Flächengröße und Erweiterungsmöglichkeiten,
b) planungsrechtlicher Zulässigkeit,
c) zeitlicher Verfügbarkeit,
d) Energie- und Medienversorgung,
 e) Verkehrserschließung,
f) Sicherheitsanforderungen sowie
g) Planungs- und Genehmigungszeiten
an einen möglichen Produktionsstandort gestellt?

Die konkreten Anforderungen an eine neue Produktionsstätte für Satelliten wurden
von OHB gegenüber dem Senat in den seit Mitte Mai laufenden Abstimmungen
mitgeteilt. Über Details kann aufgrund der noch laufenden Verhandlungen zwischen
OHB und Bremen bzw. der WFB zum jetzigen Zeitpunkt keine Auskunft gegeben
werden.
Von großer Bedeutung sind neben einer ausreichenden Flächengröße insbesondere
eine schnelle Verfügbarkeit von Flächen und schnelle Genehmigungsverfahren, da
nach Auftragserteilung vom BMVg an das Joint Venture sehr zeitnah mit der Produktion
begonnen werden soll. Bremen verfügt über Flächen, die den von OHB gestellten
Anforderungen entsprechen und hat sie dem Unternehmen angeboten.

3. Welche konkreten Grundstücke oder Flächen im Land Bremen wurden OHB seit
dem 1. Januar 2024 angeboten oder als grundsätzlich geeignet vorgestellt? Bitte
jeweils Standort, Nettofläche, Eigentumsverhältnisse, planungsrechtlichen
Status, frühestmögliche Verfügbarkeit und bestehende
Nutzungseinschränkungen angeben.

Vor und auch nach dem Eintritt in konkrete Gespräche über Flächenoptionen für die
Realisierung einer neuen Satellitenproduktion in Bremen Mitte Mai, fand nach
Kenntnis des Senats eine Marktsondierung durch OHB unter Einbeziehung privater
Anbieter und auch der WFB sowohl in Bremen wie auch dem bremischen Umland
statt. Hierbei wurden nach Kenntnis des Senats zahlreiche Greenfield- (also
unbebaute Flächen) und Brownfield-Optionen (also bebaute Flächen) sondiert. Da es
sich um einen unternehmensinternen Prozess bei OHB handelt, liegen dem Senat
keine detaillierten Informationen über konkret sondierte Flächen oder Objekte vor.

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4. Um welche Fläche handelt es sich bei dem von der Wirtschaftsförderung Bremen
öffentlich erwähnten Erweiterungsareal in unmittelbarer Nähe des OHB-
Hauptsitzes, wann wurde dieses OHB erstmals angeboten und welche
planerischen, eigentumsrechtlichen, erschließungstechnischen oder
genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen müssen noch erfüllt werden, bevor
dort mit einer gewerblichen Nutzung begonnen werden könnte?

In einem Termin am 03.06.2026 hat OHB gegenüber dem Senat und der WFB eine
aktuell unbebaute Fläche zwischen Otto-Hahn-Allee, Konrad-Zuse-Straße und
Hildegard-von-Bingen-Straße als aus OHB-Sicht am Standort Bremen optimal
geeignete Fläche für die geplante Satellitenproduktion definiert.
Diese Fläche befindet sich im Eigentum der WFB. Sie ist sofort verfügbar,
kampfmittelgeräumt, altlastenfrei, erschlossen und mit gültigem Baurecht versehen.
Voraussetzung für eine Bebauung und den Beginn einer gewerblichen Nutzung ist die
Erteilung einer Baugenehmigung.
Die WFB hat OHB die Fläche für die Errichtung einer Satellitenproduktion in
Abstimmung mit der Senatorin für Wirtschaft, Häfen und Transformation angeboten.
Die Fläche ist seit dem 30.06.2026 für OHB reserviert.
Der Senat ist der Überzeugung, ein attraktives und konkurrenzfähiges Angebot zur
Realisierung einer Satellitenproduktion für OHB bzw. die OHB Rheinmetall Space
Networks GmbH vorgelegt zu haben, das insbesondere auch die Vorteile des
gewachsenen Raumfahrtstandortes Bremen herausstellt.

5. Welche weiteren öffentlichen oder privaten Flächen wurden als mögliche
Standorte geprüft, aus welchen Gründen wurden sie nicht weiterverfolgt und
welche der geprüften Flächen wären aus Sicht des Senats innerhalb der nächsten
zwölf, 24 beziehungsweise 36 Monate tatsächlich bebaubar?

Wie bereits aus den Antworten auf die Fragen 1 und 3 hervorgeht, hat OHB nach
Kenntnis des Senats in den letzten Monaten diverse Flächenoptionen in Deutschland,
konkret auch in Bremen und dem bremischen Umland sondiert und tut dies auch
weiterhin. Dies ist ein unternehmensinterner Prozess. Gründe für oder gegen die
jeweiligen Flächenoptionen sind dem Senat nicht bekannt.
Im Zuge der weiteren Sondierung wurde seitens der WFB über die Fläche im
Technologiepark hinaus eine größere, ebenfalls sofort verfüg- und bebaubare Fläche
im Besitz der WFB OHB offeriert und aus der sonstigen Vermarktung genommen.
Weiterführende Gespräche zu dieser Fläche finden aktuell zwischen OHB und WFB
statt.

6. Seit wann ist dem Senat ein mögliches Interesse von OHB an der Horner Spitze
bekannt, welche Gespräche wurden darüber mit dem Unternehmen geführt und
welche hinsichtlich Lage, Größe und Verfügbarkeit gleichwertigen Alternativen
wurden nach der Entscheidung gegen eine gewerbliche Entwicklung der Horner
Spitze angeboten?

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Eine gewerbliche Entwicklung der Horner Spitze spielt für die aktuelle Diskussion über
eine mögliche Realisierung einer Satellitenproduktionsstätte für das Projekt
SATCOMBw 4 in Bremen keine Rolle, da die Flächen hierfür kurzfristig zur Verfügung
stehen müssen.

Im Übrigen führt die WFB im Rahmen des Key Account Managements aber auch
informell regelmäßig Gespräche mit OHB u. a. auch zum Thema flächenmäßige
Expansionsmöglichkeiten. In diesem Zusammenhang wurde mit dem Unternehmen
auch über eine mögliche Entwicklung der Horner Spitze gesprochen. Grundsätzlich
hält die WFB das Unternehmen OHB hinsichtlich möglicher öffentlicher wie auch
privat verfügbarer Flächenpotentiale auf dem Laufenden. Die Gespräche selbst laufen
auf Geschäftsführungsebene wie auch parallel auf operativer Ebene.

7. Welche Gespräche über die aktuellen Expansionspläne von OHB haben seit dem
1. Januar 2025 zwischen Vertreterinnen oder Vertretern von OHB und Mitglieder