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title: "Stadt Halle; Rückbau Hochhaus Richard-Paulick-Straße, Campus Halle-Neustadt; Kostenüberschreitung und Verzögerung unklar"
sdDatePublished: "2026-09-15T17:37:00Z"
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  - name: "construction and property"
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  - name: "environmental pollution"
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locations:
  - "Halle (Saale)"
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Stadt Halle; Rückbau Hochhaus Richard-Paulick-Straße, Campus Halle-Neustadt; Kostenüberschreitung und Verzögerung unklar

Beschlussvorlage

Anfrage

Beratungsfolge
Termin
Status
Stadtrat
30.09.2026
öffentlich
Kenntnisnahme

Betreff:
Anfrage der Fraktion Hauptsache Halle & FDP zum Rückbau des
Hochhauses an der Richard-Paulick-Straße („Campus Halle-Neustadt“) –
hier: Nachfrage

Die Antwort der Verwaltung auf die Anfrage der Fraktion Hauptsache Halle & FDP zum
Rückbau des Hochhauses an der Richard-Paulick-Straße („Campus Halle-Neustadt“) (Vorl.-
Nr.: VIII/2026/02952) lässt bei mehreren zentralen Punkten wesentliche Fragen offen.
Insbesondere fehlen konkrete Angaben dazu, warum trotz eines bereits 2020 vorliegenden
Schadstoffgutachtens weitere erhebliche Belastungen erst nach dem Baubeschluss
festgestellt wurden, welche tatsächlichen Mehrkosten dadurch entstehen und ob die
behauptete Unbedenklichkeit für das Umfeld durch konkrete Messungen belegt werden
kann.

Vor diesem Hintergrund fragen wir die Stadtverwaltung:
1. Im Jahr 2020 lag bereits ein Schadstoffgutachten vor, welches unter anderem Asbest,
PAK und KMF feststellte. Dennoch wurden zusätzliche und erhebliche Belastungen
erst im weiteren Planungsprozess bzw. bei der Demontage registriert. Warum waren
die Schadstoffbelastungen vor dem Baubeschluss nicht vollständig bekannt?
2. Warum wurde vor dem Baubeschluss im Mai 2025 keine Untersuchung durchgeführt,
die den für den geplanten Rückbau erforderlichen tatsächlichen Schadstoffumfang
hinreichend erfasst? Wer hat den damaligen Untersuchungsumfang fachlich
festgelegt und wer trug hierfür die Verantwortung?
3. Wie groß war das tatsächliche Schadstoffproblem, d.h. welche konkreten Mengen
und Belastungswerte wurden für Asbest, PAK und KMF festgestellt und welche
Mengen wurden tatsächlich ausgebaut und entsorgt? (Bitte nach Schadstoff, Bauteil
und Etage aufschlüsseln) Falls für Asbest und KMF keine Konzentrationswerte
erhoben wurden, warum nicht?
TOP:
Vorlagen-Nummer:
VIII/2026/03090
Datum:
09.09.2026
Bezug-Nummer.
PSP-Element/ Sachkonto:
Verfasser:
Wels, Andreas
Plandatum:

4. Was kostet die verspätet erkannte Schadstoffbelastung die Stadt, d.h. wie hoch sind
die bislang entstandenen und aktuell noch erwarteten zusätzlichen Kosten, die
unmittelbar oder mittelbar auf die Schadstoffbelastungen zurückzuführen sind? (Bitte
getrennt ausweisen für: zusätzliche Untersuchungen, Schadstoffsanierung,
Entsorgung, zusätzliche Abbruch- bzw. Demontageleistungen und sonstige
Folgekosten)
5. In welcher Höhe wurde das ursprüngliche Projektbudget dadurch überschritten bzw.
wird voraussichtlich überschritten?
6. Die Verwaltung nennt eine Verzögerung von etwa acht Monaten und verweist neben
der Schadstoffsanierung auch auf schwierige Witterungsbedingungen. Was hat die
Verzögerung von acht Monaten tatsächlich verursacht, d.h. wie viele Wochen bzw.
Monate der Verzögerung sind jeweils auf Schadstoffsanierung, Witterung und
sonstige Ursachen zurückzuführen? (Bitte den ursprünglichen Bauzeitenplan zum
Zeitpunkt des Baubeschlusses dem aktuellen Bauzeitenplan gegenüberstellen)
7. Die Verwaltung erklärt, aufgrund der Einhaltung der technischen Regelwerke sei
davon auszugehen, dass keine messbare Belastung des Umfelds entstanden sei. Wo
ist der Nachweis, dass Anwohner und Schulen nicht belastet wurden? Welche
konkreten Messungen wurden außerhalb des Gebäudes durchgeführt, insbesondere
im Umfeld der benachbarten Schulen und Wohnbebauung? (Bitte Messstellen,
Zeitpunkte, untersuchte Schadstoffe und sämtliche relevanten Messwerte
einschließlich der jeweiligen Grenz- bzw. Vergleichswerte angeben)
8. Falls keine Außenmessungen durchgeführt wurden, auf welcher konkreten fachlichen
Grundlage wird die Belastungsfreiheit des Umfelds behauptet?
9. Die Verwaltung verweist auf Freimessungen und Kontrollmessungen, nennt jedoch
keine konkreten Messwerte und keine unabhängige Überprüfung. Welche
unabhängige Kontrolle der Schadstoffsanierung hat stattgefunden? Wer hat die
ordnungsgemäße Durchführung und den Abschluss der Schadstoffsanierung
unabhängig kontrolliert bzw. bestätigt? Wie viele Freimessungen wurden insgesamt
durchgeführt, welche konkreten Werte wurden dabei festgestellt und liegen der
Verwaltung vollständige Prüf- und Messprotokolle vor, die dem Stadtrat zur
Verfügung gestellt werden können?

gez. Andreas Wels
Vorsitzender
Fraktion Hauptsache Halle & FDP