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title: "Breites Bündnis fordert Verbot des Inverkehrbringens von Nikotinbeuteln in Deutschland; Ban bleibt; verhindert gestiegene Nikotinaufnahme bei Jugendlichen"
sdDatePublished: "2026-09-15T11:32:00Z"
source: "https://www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/BAEK/Politik/Programme-Positionen/Appell_Nikotinbeutel_14.09.2026.pdf"
topics:
  - name: "health"
    identifier: "medtop:07000000"
  - name: "government policy"
    identifier: "medtop:20000621"
  - name: "medical profession"
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locations:
  - "France"
  - "Netherlands"
  - "Belgium"
  - "Germany"
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Breites Bündnis fordert Verbot des Inverkehrbringens von Nikotinbeuteln in Deutschland; Ban bleibt; verhindert gestiegene Nikotinaufnahme bei Jugendlichen

Appell Nikotinbeutel (14.09.2026)

Nikotinbeutel dürfen in Deutschland derzeit auf-
grund ihrer Einordnung als neuartige Lebensmittel
nicht in den Verkehr gebracht werden. Das Verbot
muss bestehen bleiben. Eine Aufhebung würde die
Verfügbarkeit, Sichtbarkeit und Vermarktungsmöglich -
keiten dieser Nikotinprodukte erhöhen und damit
den Einstieg in den Nikotinkonsum erleichtern,
 insbesondere auch für Menschen, für die andere Tabak-
und Nikotinprodukte bislang nicht attraktiv sind.
 Zugleich würde sie die Anstrengungen zur Prävention
von Nikotinabhängigkeit, insbesondere bei Kindern,
Jugendlichen und jungen Erwachsenen, erschweren.
Nikotinbeutel bergen erhebliche
 gesundheitliche Risiken
Besonders besorgniserregend ist die Verbreitung
von Nikotinbeuteln unter Kindern, Jugendlichen
und jungen Erwachsenen. Nach Angaben des
 Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
hatten im Jahr 2025 bereits 5,5 Prozent der 12- bis
17-Jährigen sowie 18,9 Prozent der 18- bis 25-Jährigen
Erfahrungen mit Nikotinbeuteln gemacht.
Nikotin besitzt ein hohes Abhängigkeitspotenzial und
kann insbesondere bei Kindern und Jugendlichen die
Gehirnentwicklung beeinträchtigen. Unabhängig
vom Alter birgt der Konsum zudem kardiovaskuläre
Risiken; auch Schädigungen der Mundgesundheit
durch Nikotinbeutel sind bereits bekannt. Die
 langfristigen gesundheit lichen Auswirkungen des
Konsums von Nikotin beuteln können derzeit noch
nicht ausreichend beurteilt werden.
Auch die Nikotinaufnahme kann erheblich sein.
Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung
(BfR) können Nikotinbeutel Nikotinspiegel im Blut
erzeugen, die mit denen nach dem Konsum einer
Appell
Breites Bündnis fordert:
Kein Verkauf
von Nikotinbeuteln
in Deutschland
Ein breites Bündnis aus Verbänden, Organisationen und Fachgesellschaften appelliert an die Bundesregierung,
das bestehende Verbot des Inverkehrbringens von Nikotinbeuteln in Deutschland beizubehalten und konsequent
durchzusetzen. Eine Aufhebung des Verbots wäre aus Sicht des Jugend- und Gesundheitsschutzes das falsche
 Signal. Mit großer Sorge beobachten wir deshalb konkrete Bestrebungen, die Zulassung des Verkaufs von
 Nikotinbeuteln in Deutschland voranzutreiben.
© Andrey Popov/stock.adobe.com
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herkömmlichen Zigarette vergleichbar sind. Bei
hochdosierten Produkten wurden sogar höhere
 Werte festgestellt.
Nikotinbeutel werden
gezielt attraktiv gemacht
Die gesundheitlichen Risiken werden dadurch ver-
schärft, dass Nikotinbeutel insbesondere für junge
Menschen attraktiv vermarktet werden. Über soziale
Medien und eine jugendaffine Produktgestaltung
werden sie als Lifestyleprodukte präsentiert.
 Fruchtige Aromen sowie die Möglichkeit eines
 geruchsfreien und diskreten Konsums können
die Hemmschwelle für den Gebrauch zusätzlich
 senken.
Gerade die Kombination aus hoher Nikotinaufnahme,
einfacher und diskreter Anwendung sowie
 einer auf junge Zielgruppen ausgerichteten
 Vermarktung ist aus Sicht des Jugend- und
 Gesundheitsschutzes besonders problematisch.
 Eine größere Verfügbarkeit und stärkere Sichtbarkeit
von Nikotinbeuteln würde diese Entwicklung
 zusätzlich begünstigen.
Nikotinbeutel sind neuartige, tabakfreie Nikotinprodukte,
die meist zwischen Lippe und Zahnfleisch platziert
werden. Das darin enthaltene Nikotin wird über die
Mundschleimhaut aufgenommen. Der Nikotingehalt
kann dabei erheblich variieren und ist nicht immer
 eindeutig aus den Herstellerangaben ersichtlich.
Obwohl Nikotinbeutel keinen Tabak enthalten,
 handelt es sich keineswegs um gesundheitlich
 unbedenkliche Produkte. Vielmehr ermöglichen sie
die Aufnahme teilweise erheblicher Mengen des
stark abhängig machenden Wirkstoffs Nikotin.
Auch andere europäische Staaten haben auf die
 gesundheitlichen Risiken und die besondere
 Problematik des Jugendschutzes reagiert. In Belgien
und den Niederlanden wurde der Verkauf von
 Nikotinbeuteln untersagt. Frankreich hat ein weit -
reichendes Verbot oraler Nikotinprodukte eingeführt.
Wir appellieren an die Bundesregierung: Keine Liberalisierung von Nikotinbeuteln. Das bestehende Verbot
des Inverkehrbringens muss im Interesse des Jugend- und Gesundheitsschutzes beibehalten und konsequent
durchgesetzt werden.
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