FC St. Pauli Museum diskutiert Rechtsruck im Museum; ergebnisoffene Debatte über Zukunft des Vereins
Nie wieder Faschismus? Wie stellt sich ein Verein wie der FC St. Pauli für die Zukunft auf?
Nie wieder Faschismus? Wie stellt sich ein Verein wie der FC St. Pauli für die Zukunft auf?
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat mehr als deutlich gezeigt: Der Rechtsruck in Deutschland und Europa ist längst keine abstrakte Entwicklung mehr. Autoritäre, rechtsradikale und faschistische Positionen gewinnen an Einfluss, gesellschaftliche Freiräume werden enger und Errungenschaften einer offenen, solidarischen und diskriminierungsfreien Gesellschaft zunehmend infrage gestellt.
„Nie wieder“ ist deshalb keine historische Formel, sondern eine aktuelle Herausforderung. Doch was bedeutet das konkret für einen Verein wie den FC St. Pauli, der von seinen Mitgliedern getragen wird und als gesellschaftspolitischer Akteur agiert? Welche Verantwortung ergibt sich daraus? Was kann ein Sportverein leisten – und wo liegen seine Grenzen? Und wie kann sich der FC St. Pauli angesichts der aktuellen Entwicklungen für die Zukunft aufstellen?
Darüber wollen wir am Dienstag (22.9.) im FC St. Pauli-Museum aus unterschiedlichen Perspektiven diskutieren. Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, fertige Antworten zu präsentieren. Vielmehr wollen wir darüber sprechen, welche Entwicklungen uns erwarten, welche Erfahrungen bereits heute gemacht werden und welche Handlungsmöglichkeiten sich daraus ergeben.
Diskussion über Umgang mit dem Rechtsruck
Zu Beginn ordnet Christopher Radke vom FC St. Pauli-Museum die Geschichte des Vereins während des Nationalsozialismus ein. Auch der FC St. Pauli war damals Teil einer gleichgeschalteten Gesellschaft und verhielt sich in weiten Teilen regimekonform. Diese historische Einordnung bildet den Ausgangspunkt des Abends – der Schwerpunkt liegt jedoch auf Gegenwart und Zukunft.
Anschließend diskutieren Vera Ohlendorf von der Amadeu Antonio Stiftung, Asmara Habtezion von Asmara’s World, der Journalist und Fußballexperte Felix Tamsut sowie FCSP-Vizepräsidentin Luise Gottberg. Dabei kommen unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven zusammen: die Arbeit zivilgesellschaftlicher Initiativen und die zunehmende Bedrohung queerer, demokratischer und emanzipatorischer Räume, Erfahrungen von Menschen, die von Flucht und Rassismus betroffen sind, der Umgang mit Fans und Fankulturen sowie die konkrete Perspektive des FC St. Pauli.
Gemeinsam mit euch wollen wir insbesondere darüber diskutieren, was passiert, wenn rechtsradikale Kräfte ihren politischen Einfluss weiter ausbauen. Was bedeutet das für Jugend- und Kulturarbeit, für Museen, Vereine und zivilgesellschaftliche Initiativen? Und was bedeutet es ganz konkret für den FC St. Pauli und seine Strukturen?
Schon heute stehen viele dieser Räume unter Druck. Förderungen werden infrage gestellt oder gekürzt, zugleich nehmen rechte Angriffe und Repressionen zu. Besonders betroffen sind häufig Projekte und Einrichtungen, die sich für Vielfalt, Teilhabe, Solidarität und gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen.
Moderiert wird die Diskussion von Patrick Gensing. Nach rund einer Stunde Podium soll bewusst viel Raum für das Publikum bleiben. Die Veranstaltung versteht sich als ergebnisoffener Austausch mit Fragen, Diskussionen und unterschiedlichen Positionen.
Die Veranstaltung wird vom FC St. Pauli Museum, der Marathonabteilung des FC St. Pauli und dem FC St. Pauli e.V. organisiert.
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