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title: "Teilnehmer aus acht Nationen marschieren in der Rhön; erstmals Frankreich und Vietnam dabei"
sdDatePublished: "2026-09-15T04:07:00Z"
source: "https://www.reservistenverband.de/hessen/osthessen/aktuelles/8-internationaler-point-alpha-marsch-acht-nationen-marschieren-fuer-erinnerung-kameradschaft-und-verstaendigung/"
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Teilnehmer aus acht Nationen marschieren in der Rhön; erstmals Frankreich und Vietnam dabei

8. Internationaler Point Alpha Marsch: Acht Nationen marschieren für Erinnerung, Kameradschaft und Verständigung

8. Internationaler Point Alpha Marsch: Acht Nationen marschieren für Erinnerung, Kameradschaft und Verständigung

Von OG d. R. Uwe Handke

Rund 140 Teilnehmer aus acht Nationen, drei Strecken und ein historischer Ort, der wie kaum ein anderer für die deutsche Teilung und die Konfrontation des Kalten Krieges steht: Der 8. Internationale Point Alpha Marsch (IPAM) der Kreisgruppe Osthessen und der Marschgruppe Osthessen hat am 5. September erneut zahlreiche Soldaten, Reservisten, Angehörige von Blaulichtorganisationen und zivile Wanderfreunde in die Rhön geführt.

Bei bestem Marschwetter ging es über 10, 20 oder 30 Kilometer durch die Landschaft entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze zwischen Rasdorf und Geisa. Mit dabei waren Teilnehmer aus Deutschland, den USA, den Niederlanden, aus Großbritannien, Portugal, Japan sowie erstmals auch aus Frankreich und Vietnam.

Der Internationale Point Alpha Marsch verbindet dabei sportliche Herausforderung mit Erinnerungskultur und internationaler Begegnung. Genau diese Verbindung ist seit der Premiere im Jahr 2019 ein Markenzeichen der Veranstaltung. Damals hatte Stabsfeldwebel der Reserve Thomas Brehm den Marsch ins Leben gerufen. Inzwischen ist der IPAM zu einem festen Termin der Marschgruppe Osthessen geworden. Frühere Veranstaltungen hatten bereits Teilnehmer aus zahlreichen Nationen, der Bundeswehr, den US-Streitkräften, Blaulichtorganisationen und der zivilen Bevölkerung zusammengeführt.

„Ein Ort von besonderer historischer Bedeutung“

Vor dem Start begrüßte der Leitende der Veranstaltung, Stabsfeldwebel der Reserve Thomas Brehm, die Teilnehmer. Anschließend richtete der Vorsitzende der Kreisgruppe Osthessen, Stabsunteroffizier der Reserve Sven Fey, das Wort an die Marschierer.

Fey machte in seinem Grußwort deutlich, dass der Veranstaltungsort weit mehr ist als nur Start- und Zielpunkt eines Marsches. „Bereits zum achten Mal führt uns dieser Marsch entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze durch die hessische und thüringische Rhön“, sagte der Kreisvorsitzende. Der Weg führe dabei „vorbei an einem Ort von besonderer historischer Bedeutung: der Gedenkstätte Point Alpha mit dem ehemaligen US-Camp“.

Am Point Alpha standen sich während des Kalten Krieges die Streitkräfte von NATO und Warschauer Pakt unmittelbar gegenüber. Der ehemalige „Observation Post Alpha“, kurz Point Alpha, gehörte zu den bedeutendsten Beobachtungsstützpunkten der US-Streitkräfte in Europa. Fey erinnerte daran, dass dieser Ort heute eindrucksvoll daran erinnere, „wie nah sich die beiden Machtblöcke damals gegenüberstanden – und wie wertvoll Frieden, Freiheit und die Überwindung der deutschen Teilung sind“.

Für die Kreisgruppe Osthessen ist der IPAM zugleich ein sichtbares Zeichen der Reservistenarbeit. „Mit dem Internationalen Point Alpha Marsch wollen wir Reservisten nicht nur in der Öffentlichkeit Präsenz zeigen“, erklärte Fey. Die Veranstaltung stehe ebenso für „Kameradschaft, Begegnung und internationale Verständigung“. Besonders wichtig sei der Kontakt und Austausch mit Angehörigen ausländischer Streitkräfte.

Damit knüpft der diesjährige Marsch an eine Linie an, die auch in den vergangenen Jahren immer wieder hervorgehoben wurde. Beim fünften IPAM 2023 hatte Fey den Gedanken bereits mit den Worten zusammengefasst: „Wir wollen mit diesem Marschformat Flagge als Reservisten in der Öffentlichkeit zeigen und auch den Kontakt zu Angehörigen ausländischer Streitkräfte pflegen.“

Die internationale Dimension war auch 2026 besonders sichtbar. Erstmals konnten Teilnehmer aus Frankreich und Vietnam begrüßt werden. Damit wurde die internationale Zusammensetzung des Marsches um zwei weitere Nationen erweitert.

Drei Strecken, eine gemeinsame Idee

Mit Strecken über 10, 20 und 30 Kilometer bot der Marsch unterschiedliche Herausforderungen. Die Wege führten durch die reizvolle Landschaft der Rhön und entlang des ehemaligen Grenzraums. Bereits in den vergangenen Jahren waren die unterschiedlichen Streckenlängen ein wichtiger Bestandteil des Veranstaltungskonzepts. Dabei geht es nicht um sportlichen Wettbewerb allein. Im Mittelpunkt stehen das gemeinsame Marscherlebnis, der Austausch untereinander und die Auseinandersetzung mit dem historischen Ort. Genau diese Mischung macht den IPAM für militärische und zivile Teilnehmer gleichermaßen attraktiv.

Die Resonanz der Teilnehmer war entsprechend positiv. Gelobt wurden insbesondere die gute Organisation und die abwechslungsreichen, gut ausgeschilderten Strecken.

Dank an die vielen Helfer

Ein wesentlicher Teil des Erfolges ist für den Kreisvorsitzenden das Engagement der zahlreichen Helferinnen und Helfer. „Eine Veranstaltung dieser Größenordnung lässt sich jedoch nicht ohne viele helfende Hände durchführen“, betonte Fey.

Viele Unterstützer seien bereits lange vor dem eigentlichen Marschtag mit Vorbereitung und Organisation beschäftigt. „Ohne euren persönlichen Einsatz und eure Bereitschaft, eure Freizeit für die Gemeinschaft einzubringen, wäre eine Veranstaltung wie der Internationale Point Alpha Marsch nicht durchführbar“, sagte Fey. Als sichtbares Zeichen der Anerkennung wurden den Helfern Dankesurkunden überreicht.

Besonders gewürdigt wurde dabei auch der Einsatz von Thomas Brehm. Als Leitender des IPAM trägt er seit Jahren die Verantwortung für Planung und Durchführung.

Point Alpha als Bindeglied zwischen Geschichte und Gegenwart

Auch Jan Ludwig Antoni, M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter der Point Alpha Stiftung, begrüßte die Teilnehmer. Dabei wurde die enge Verbindung zwischen der Mahn-, Gedenk- und Bildungsstätte Point Alpha und den Reservisten hervorgehoben.

Die historische Dimension des Ortes ist ein zentraler Bestandteil des Marsches. Zum Abschluss der offiziellen Begrüßung erklangen die deutsche und die amerikanische Nationalhymne. Danach machten sich die Teilnehmer auf ihre jeweiligen Strecken.

Neben dem Marsch selbst warteten auch in diesem Jahr Angebote rund um den Biwakplatz auf die Teilnehmer. Übernachtungen waren bereits von Freitag bis Sonntag im eigenen Zelt, Wohnmobil oder Wohnwagen möglich; alternativ standen Unterkünfte in Hotels und Pensionen der Umgebung zur Verfügung.

Eine Neuerung war die erstmalige Teilnahme des Feldpostfördervereins. Interessierte konnten Postkarten mit einem Sonderstempel und einer Sonderbriefmarke versehen und Grüße an die Daheimgebliebenen schicken.

Nach dem Marsch konnten sich die Teilnehmer bei Kaffee und Kuchen sowie mit Bratwurst und Steak stärken. Am Abend klang der Veranstaltungstag mit einem Kameradschaftsabend auf dem Biwakplatz aus. In geselliger Runde bot sich Gelegenheit, die Eindrücke des Tages Revue passieren zu lassen, Kontakte zu vertiefen und neue Bekanntschaften zu schließen.

Damit zeigte auch der achte Internationale Point Alpha Marsch, was ihn seit seiner Premiere auszeichnet: sportliche Herausforderung, militärische Tradition, historische Erinnerung und internationale Begegnung an einem Ort, der wie kaum ein anderer für die Bedeutung von Frieden und Freiheit steht.

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